Etwas ganz einzigartiges durfte Bielefeld erleben. Denn im Rahmen der Bielefelder Songnächte spielte Elif in der Rudolf-Oetker-Halle ihr erstes von insgesamt nur drei „Doppelleben“-Unplugged Konzerten.


Ein Artikel von Sarah Kaiser – Die in Berlin-Moabit geboren, aufgewachsen und lebende 26-jährige Elif Demirezer mit türkischen Wurzeln vereint ihre eher poppigen Sounds mit deutschen Texten bei ihrem Akustik-Konzert nun mit anatolischen Klängen. Ihre 7-köpfige Band brachte orientalische Instrumente mit und sorgte in der gut gefüllten Halle für Abend(land)stimmung.

Eröffnend sang die quirlige Sängerin mit ihrem zur Tour gleichnamigen Song „Doppelleben“, bei dem es um Konflikte zwischen ihr und ihren Eltern geht. Und obwohl, wie Elif dem Publikum erzählt, ihr Baba sich immer fragt, warum sie immer so viel von sich Preis gibt, zieht sich das nicht nur durch ihre Texte. Sie lässt auch an diesem Abend, so wie man es von ihr kennt, die Zuhörer an ihrem Leben teilhaben. Mit „Umwege gehen“ verarbeitete sie eine Trennung „hat sich alles gelohnt ich kanns jetzt sehen, war einfach zu jung für Deine Ideen…“

Auf der Bühne lässt sich Elif trotz anfänglicher Tonprobleme nicht aus dem Takt bringen. Anfangs sehr reduziert, das Licht auf einen Spot und das Können der Band begrenzt, doch das ändert sich von Song zu Song. „Ich bin es gar nicht gewohnt, dass mein Publikum sitzt“.

Das lassen sich die Bielefelder nicht zweimal sagen und tanzen und singen bei „High 5“ oder „Fort Knox“ mit. Aber was wäre ein Elif-Konzert ohne Emotionen? Und so läd uns Elif auf türkisch, die auch in ihrer Freizeit nicht still sitzen kann und momentan wieder für einen Marathonlauf übt, zu ihrem Akustik-Set ein. Sie erzählt uns von ihrem Besuch in der pulsierenden Stadt, Istanbul und dass sie sich mit dem Flair, der Kulturenvielfalt, dass es bunt und lebendig ist, identifizieren kann.

Bei „Regenstadt“ lassen den Zuhörer die orientalischen Instrumente der Bandmitglieder klanglich direkt in eine andere Welt eintauchen. Da hört man Trommeln, die sogenannten Darbukkas, Flöten oder auch eine Oud. Wieder poppiger und feierbar geht es dann bei „Nichts tut für immer weh“ oder „Unter meiner Haut“ her. Das Publikum ist restlos begeistert. „Es ist so schön, dass es Dich gibt“, denken sich wohl jeder, der den Abend miterleben durfte und singt mit Elif die Zugabe mit.

Elif, die momentan auch an ihrem dritten Studioalbum produziert, bedankt sich herzlich beim Kulturamt Bielefeld für die Organisation und entlässt ihre Gäste mit einem Marlene Dietrich Klassiker „Ich weiß nicht zu wem ich gehöre“ in die Nacht. Nur noch zwei weitere Doppelleben Unplugged Konzerte sind geplant. Am 7.2. in Hamburg in der Fabrik und am 9.2. in Berlin im Huxleys.


Autorin und Foto: Sarah Kaiser