Man steht nicht für jede Band im strömenden Regen und wartet auf den Einlass, bei Kodaline kann man da allerdings eine Ausnahme machen. So ungefähr müssen sich das die Besucher am gestrigen Abend in Köln gedacht haben, die mit oder ohne Schirm und somit mehr oder weniger nass, vor der Live Music Hall in Köln gewartet haben.


Ein Artikel von Lisa Schulz – Das Konzert ist schon länger ausverkauft, die letzte Kodaline Tour schon drei Jahre her und die Vorfreude somit auch nicht durch mieses Wetter zu zerstören.

Die irische Band hat am 28. September Ihr drittes Album „Politics Of Living“ herausgebracht und tourt nun quer durch Europa, macht aber auch Abstecher nach Russland und die Ukraine. Am Abend des 30. Oktober machen Kodaline halt in Köln und werden als Support von zwei Acts begleitet.

Um 20 Uhr betritt der junge Solokünstler JC Stewart, der sich bei Instagram selber als „Professional Sad Boy“ betitelt, die Bühne. Live ist der Sänger aus London energiegeladen und sympathisch, trägt mit Gitarre bewaffnet seine Songs „Tool“ und „Medicine“ vor und rundet das ganze mit einem Shawn Mendes Cover ab.

Eine halbe Stunde später ist dann die zweite Vorband an der Reihe. Wild Youth kommen wie Kodaline aus Dublin und hören sich an wie eine Mischung aus Imagine Dragons, The1975 und The Script. Die irische Band macht unglaublich gute Laune, während der Sänger Dave Whelan voller Energie über die Bühne springt und tanzt. Die fünfköpfige Band spielt bis 21 Uhr und interagiert während Ihrer Show gekonnt mit dem Kölner Publikum, das sichtlich begeistert ist.

In der Umbaupause füllt sich die bereits zuvor volle Live Music Hall noch ein Stückchen mehr. Das Publikum an diesem Abend ist relativ jung und vorwiegend weiblich. Nicht verwunderlich also, dass Kodaline beim Betreten der Bühne von lautem Geschrei und Liebesbekundungen empfangen werden. Dass tolle an der irischen Band ist, dass alle Bandmitglieder mitsingen. Steve Garrigan ist zwar Frontsänger, dennoch beteiligen sich Live auch die anderen Bandmitglieder an den Songs, was das ganze zu etwas Besonderem macht.

Kodaline spielen an diesem Abend Songs wie „Brother“, „Follow Your Fire“ und „Head Held High“ von Ihrem neuen Album, aber auch bereits bekannte Stücke wie „All I Want“ und „Moving On“. Dass die Iren ein eingespieltes Team sind, merkt man sofort, während die Vier einen emotionalen Song nach dem nächsten anstimmen. Das Publikum singt oder klatscht bei fast jedem Lied mit, es gibt Fangeschenke an die Band und zu den ruhigeren Songs werden natürlich die Handytaschenlampen gezückt. Ab und an nimmt das Tempo zu, und die Menschen in der Live Music Hall ziehen begeistert mit.

Kodaline machen schöne, emotionsgeladene Musik, die Live noch um einiges berührender ist. Das Licht, die Stimmung und der gesamte Auftritt an diesem Abend greifen ineinander und hinterlassen beim Publikum der ausverkauften Halle ein breites Grinsen. Das Hier war eins der schönen Konzerte, an die man sich auch noch Jahre später erinnert.


Autorin und Foto: Lisa Schulz