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Schön, dass es Ihn gibt – Faber mit “Sei ein Faber im Wind” Tour im Kölner Palladium

Schön, dass es Ihn gibt – Faber mit “Sei ein Faber im Wind” Tour im Kölner Palladium

Ein ausverkauftes Palladium, das bis zur hintersten Wand gefüllt ist, ausufernde Instrumentalstücke, Fabers tiefe Stimme, die klingt, als wäre er mindestens doppelt so alt, wie er in Wirklichkeit ist, ein Publikum, dass jede Zeile lauthals mitsingt, Mädchen, die in der Vorhalle des Palladiums in Zweierformation tanzen. Hätte ich nur drei Zeilen um das Konzert von Faber im Kölner Palladium zu beschreiben, würde der Bericht ungefähr so aussehen.

Dass der 25-Jährige Künstler aus Zürich, der sein Debütalbum im Juli 2017 herausgebracht hat, eine Halle wie das Palladium ausverkauft, ist schon ziemlich beachtlich. Folgt man Faber bei Instagram, sieht man, dass der Schweizer selber ein bisschen ehrfürchtig ist, postete er vorm Konzert in gewohnter Manier “Köln! Oh fuck, ist das groß!”.

Faber nimmt kein Blatt vor den Mund, scheut sich nicht vor grober Sprache und Schimpfwörtern. Das macht aber auch ein bisschen den Zauber seiner Musik aus. Julian Pollina, so Faber mit bürgerlichem Namen, singt, wie ihm die Schnauze gewachsen ist, schafft es aber trotzdem, seine Texte nicht ins Ordinäre abrutschen zu lassen. Die Kombination aus seiner Musik, mit Posaunen, Geigen, Klavier, Bass und Gitarre, seiner ausdrucksstarker Altherren-Stimme und den intelligenten, hier und da gewagten Texten, machen Faber interessant und haben ihn, verdienter Weise, dahin gebracht, wo er heute steht.

Bevor der Sänger an diesem Abend in schwarzem Hemd, schwarzer Hose und Gitarre in der Hand, die Bühne des Palladiums erklimmt, spielt die Vorband Panda Lux, die ebenfalls aus der Schweiz kommt. Das Quartett spielt ab 20 Uhr mehrere Songs von Ihrem Debütalbum “Versailles” und heizen das Kölner Publikum mit Ihren elektronisch angehauchten Popsongs an. Um 21 Uhr betritt dann Faber mit seiner vierköpfigen Band unter lauten Zurufen die Bühne. Davor steht eine Menschenmasse aus mehrerer Tausend Leuten. Die oberen Ränge des Palladiums sind ebenfalls besetzt, denn hier hat man den besten Blick auf das Ausmaß der Masse und natürlich die Band.

Der Abend ist gekennzeichnet von langen und beeindruckenden instrumentalen Übergängen, dramatischen, tanzbaren, bissigen, persönlichen und auch politischen Songs. Zwischen “In Paris brennen Autos”, “Brüstebeinearschgesicht”, “Wem du’s heute kannst besorgen” und “Tausenfrankenlang” schafft es Faber, sein Publikum in den Bann zu ziehen. Vor einem goldenen Vorhang und fünf riesigen Spiegeln tritt Faber musikalisch und gesanglich stark auf und bringt das Palladium abwechseln zum andächtigen Schweigen und zum Beben. Der Schweizer Musiker zeigt an diesem Abend, dass der Hype um Ihn absolut begründet ist. Als er die Zeile “Es ist so schön, dass es mich gibt” singt, gibt es wohl keinen Menschen im Palladium, der dagegen sprechen würde.



Autorin: Lisa Schulz Foto: Maximilian Koenig

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