Manchmal braucht es etwas Zeit, um sich neue Ding zu schaffen, mit denen man wirklich zufrieden ist. Fences hat genau dieses nun mit seinem neuen Album „Failure Sculptures“ vollbracht. 10 Tracks, alle im gewohnten Folk-Rock/ Indie-Songwriter Stil, die irgendwie gemeinsam an eine Pilgereise erinnern.


Ein Artikel von Nina Paul – Inzwischen sind fast 10 Jahre vergangen seit Christopher Mansfield mit seiner Debüt-EP „The Ultimate Puke“ auf sich aufmerksam machte. Seitdem ist einiges passiert, mit „Fences“ (2010) und „Lesser Oceans“ (2014) sind zwei Alben erschienen, unter anderem Zusammenarbeiten mit Macklemore und Sara Quin (Tegan and Sara).

Wie eine Mission erschien da nun sein neuestes Album „Failure Sculptures“. Passend dazu eröffnet „A Mission“ diese Reise. Ruhig, ausgeglichen und lässig wirkt der Sound und es wird einem direkt klar: Christopher Mansfield hat viel zu erzählen, eben auf seiner eher dunklere Art, aber dies immer in Melodien verpackt, die beruhigend und  eine Art Schönheit an sich haben. Mit „Paper Route“ gab es die erste Vorabsingle zu hören, mit welcher der Amerikanier mich persönlich direkt wieder eingefangen hatte.

„I should’ve known better to look up that day
Some people stay facedown,
they’re lucky that way
I should’ve known better to look up that day
Some people stay facedown,
they’re lucky that way“

Die Schönheit der Vergänglichkeit, das vom Leben gezeichnete Sein gib es bei „Same Blues“. Eine Ballade, die ehrlich, reflektierend und durch die musikalische Umsetzung eine sowohl depressive aber auch positive Stimmung schafft.

„We both sing the same blues
Different houses and spouses, but similar views
I’d learn to dance if you’d stand on my shoes
I can’t, you’re a wife cause you smiled
Said „I do“

Erzählungen aus dem Leben, in Texte verpackt, die jeder auf seine eigene Art verstehen kann. Genau das macht „Failure Sculptures“ aus. Nichts ist pefekt, aber es ist gut so, wie es ist. Der Titeltrack handelt genau von diesem „Scheitern“ im Leben und in der Liebe, über Verlust und dem Erkennen und Reflektieren danach. „Well I know our love is blaring loud. From all the houses we’ve moved out.“

Fences ist zurück und verpackt die ganze Misserfolge im Leben und unseres Seins, wir sind eben „Fehlerhafte Skulpturen“, in die Schönheit seiner Musik. Auf seine Art schafft der Musiker aus Seattle so eine Ambivalenz aus beiden Faktoren, die zusammen das wahre Gesicht des Lebens in all seiner Rauheit widerspiegeln. Christopher Mansfield weiß eben noch, wie man das wahre Sein in seiner ganzen Wiedersprüchlichkeit in ehrliche Worte verpackt und dabei ohne viel Geschnörkel in wunderschöne Melodien verpackt.


Foto: Facebook Fences