Theoretisch hätte dieses Konzert in der Zeche Carl bereits Ende Mai stattfinden sollen, praktisch jedoch mussten die letzten Termine der FIL BO RIVA’s Tour Nr. 3 krankheitsbedingt verschoben werden. Fil, geboren im schönen Rom, der einen Teil seines Lebens in Irland verbrachte, zog es vor ein paar Jahren nach Berlin. Als Supportact eroberte er dank AnnenMayKantereit, Milky Chance, Aurora, Matt Corby, Faber und Joan As A Policewoman bereits den ein oder anderen Breitengrad und machte sich durch seine Debüt-EP „If You’re Right, It’s Alright“ vor fast 2 Jahren einen Namen, der für ausverkaufte Headline-Touren sorgte.

Nun aber hat es FIL BO RIVA ins, auf seine eigene Art und Weise, idyllische Essen verschlagen, das Herz des Ruhrpotts, stilecht ist die Location natürlich eine alte Zeche.

Support ist am heutigen Abend die bosnische Sängerin ADNA, welche die Zeche Carl in eine intime Gänsehautstimmung versetzt. In den Zwischenansagen introvertiert, haut die Singer-Songwriterin, die sich ausschließlich mit ihrer großen Gitarre die Bühne teilt, mit ihrer Gesangsstimme den ein oder anderen Gast ziemlich um.

Nach einer kleinen Pause im Hinterhof, es ist wirklich sehr warm, sind alle Augen wieder aufgeregt auf die Bühne gerichtet. Das Licht geht aus, FIL BO RIVA betreten die Bühne, der Jubel ist groß.


You’re the beat in my head, you shot me down and shot me dead, you’re the beat in my head. Bang, bang!


Nun also Tour Nr. 3 ohne Album und trotzdem unübersehbar ein Publikumsmagnet. Wann das FIL BO RIVA-Debütalbum erscheinen wird, ist bisher unklar, doch dieses Konzert bietet einen kleinen Einblick in das, was uns erwarten wird. Bei den neuen Songs wird aufmerksam zugehört, bei den dem Publikum schon bekannten laut mitgesungen.

Einer der neuen Songs handelt von Fils Heimat Rom und der Liebe, der Italo-Flair nimmt den gesamten Raum ein und schließt man die Augen, taucht man leicht in eine Wunschvorstellung von warmen italienischen Nächten ab. Warm ist es aber auch hier, die Leute fächern sich mit ihren Tickets permanent Luft zu, ein Open Air-Gig wäre wohl für alle Parteien angenehmer gewesen.

Am Klavier, an der Gitarre, am Mikrofon – Sänger Fil ist ein Multitalent. Viele der Songs beginnen leise und zurückhaltend, nur um auf Höhe der Mitte zu explodieren. Wir tanzen zu den neueren Songs „Blindmaker“ und „Head Sonata (Love Control)„, viele singen laut und voller Euphorie mit.

Ebenso umjubelt die „If You’re Right, It’s Alright„-Songs, gleich zu Beginn steht „Killer Queen“ auf der Setlist, später folgen „Franzis“ und sein erster großer Hit, „Like Eye Did„. Hier vergessen sich die Gäste kurz selbst und die Hitze gleich mit, man singt, springt, tänzelt herum.

Hochrote, breitgrinsende Gesichter verlassen später die Zeche Carl, mittlerweile ist es dunkel geworden und ein paar Grad kühler. FIL BO RIVA haben erneut bewiesen, welch großes Talent sie nicht nur rein musikalisch, sondern obendrein noch live besitzen. Das Konzert macht Lust auf mehr, das Warten auf das langersehnte Album rückt wieder in den Mittelpunkt und hoffentlich näher.



Autorin: Anna Fliege Foto: Nina Paul