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„First Aid“ mit Gus Dapperton

„First Aid“ mit Gus Dapperton

„Sorry about my head“ – also ungefähr: „Das mit meinem Kopf tut mir leid“: Wer selbst schon Erfahrungen mit dem Thema Depression gemacht hat und daher weiß, was für einen vernichtenden Sog sie entwickeln können, weg von Freunden, Familie, der ganzen Welt, wie man sie vorher kannte, wird einen Satz wie diesen sicher nachempfinden können. Es ist die knappe Eröffnungszeile von „First Aid“, der ersten Single, mit der Gus Dapperton in dieser Woche sein kommendes Studioalbum ankündigt. Eingerahmt von einer Akustikgitarre, kommt der US-Musiker dem Mikrofon so nah, dass man das Gefühl hat, diese Worte wären nur für die eigenen Ohren bestimmt.


Wer die bisherige Karriere des 23-Jährigen verfolgt hat, von den ersten Singles und EPs bis zum 2018 veröffentlichten Debütalbum Where Polly People Go To Read, hört sofort, dass der Singer/Songwriter und Produzent mit „First Aid“ eine neue Richtung eingeschlagen hat.

„Früher habe ich mit meinen Songs eher Stimmungen umkreist, die mit Liebe und dem Zerbrechen der Liebe zu tun hatten“, so Dapperton. „Bei diesem Album geht es um innere Schmerzen, ums Leiden.“ Deutlicher und treffender kann man es nicht sagen. „First Aid“ wird im Verlauf immer dichter, lauter, komplexer – wenn sich der Gesang seiner Schwester Amadelle zu Gus’ Stimme gesellt, Live-Percussion einsetzt, Becken zu hören sind -, bis der Track seinen Höhepunkt erreicht: heiser klingende, wiederholte Rufe nach „First Aid“.

Zugleich ist „First Aid“ der erste Vorgeschmack auf das kommende Album von Dapperton, mit dem er die nächste Entwicklungsstufe als Songwriter erreicht: Schmerz und Leid sind Kernthemen der LP, die noch in diesem Jahr erscheinen soll, wobei er auch die Gegenseite beleuchtet, Heilungsprozesse und Auswege aufzeigt. Die erste Single umkreist die Schmerzen, die ein isoliertes Individuum spüren kann – und verweist zugleich auf die Wertschätzung, die man seinen Liebsten entgegenbringt. „I would slit his wrists and reminisce it /if it wasn’t for my sis /she’s got heart the size of I-95 /I drive.“

Parallel zur Single-Veröffentlichung hat Gus Dapperton ein exklusives T-Shirt zu „First Aid“ angekündigt, bedruckt mit Artwork und Songtext, wobei sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf dem Corona-Hilfsprogramm von United Way zugutekommen werden. Weitere Infos unter https://shop.gusdapperton.com/

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Nachdem ihm schon seine ersten Tracks im Jahr 2016 viel Lob (u.a. i-D, Vogue, The FADER, Pigeons & Planes etc.) beschert hatten, wurde Gus Dapperton auf Anhieb als neuer „vibe maestro“ gehandelt – als Singer/Songwriter mit ausgeprägtem Händchen für Stimmungen, der seinen Zuhörer*innen gleich beim ersten Kontakt den Schlüssel für sein Unterbewusstsein überlässt. Aus seinem Schlafzimmer im US-Staat New York landete er mit Songs wie „Prune, You Talk Funny“ und „I’m Just Snacking“ astreine Viral-Hits, bis er 2018 mit Where Polly People Go To Read schließlich sein erstes Album-Statement vorlegte. Dappertons Gespür für Melodien und Songtexte untermauerte er darauf mit Highlights wie dem dramatischen „World Class Cinema“, dem gedrosselten Tiefsee-Lovesong „My Favorite Fish“ oder auch dem R&B-Track „Fill Me Up Anthem“. Es folgten mehrere Tourneen um den ganzen Globus, viele, viele ausverkaufte Shows und schließlich das Überdenken und Erweitern des eigenen Sounds – womit für ihn die Arbeit an Album #2 begann. Nebenbei war Gus zuletzt auch als Gast auf BENEEs Viral-Hit „Supalonely“ zu hören, der aktuell bei TikTok durch die Decke geht.


Presse: Beats International

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