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Florence + the Machine & „High As Hope“: Die unkonventionelle Königin der Geschichten

Florence + the Machine & „High As Hope“: Die unkonventionelle Königin der Geschichten

 „High As Hope“ ist kein konventionelles Album, wie man es am Ende des ersten Halbjahres 2018 erwarten würde. Waren Florence + the Machine jemals konventionell? Mancher mag diese Frage bejahen, andere widerum vehement den Kopf schütteln.

High As Hope“ ist kein einfach gestricktes Album, das hier ist viel mehr. Die beeindruckende Florence Welch ist weniger als Sängerin, viel mehr als Geschichtenerzählerin anzusehen. Mit ihrer zarten und zugleich so starken Stimme und den so bedacht gewählten Worten erzeugt sie mit jedem Song des Albums neue, große Bilder vor unserem inneren Auge.

„I drink too much coffee and I think of you often, in a city where reality has long been forgotten. Are you afraid? ‚Cause I’m terrified.“

Es sind die kleinen, ungeläufigen Elemente, die man beim ersten Hören vielleicht nicht einmal wahrnehmen mag. Es ist das theatralische Orchester, das Welch auf ihrer Reise stets treu begleitet. Mit dieser musikalischen Untermalung gleicht „High As Hope“ eher einem dramatischen Theaterstück als einem Indie-Rock-Album. Größer, höher, weiter. So könnte man die musikalische Entwicklung der Band betiteln. Zwischen großen Balladen und Songs, zu denen man sich die Sorgen vom Leibe tanzen könnte.

„You keep me up at night to my messages, you do not reply, you know I still like you the most.“

Epochale Songs, tiefgehende Textpassagen, die Gänsehaut verursachende Aura von Welch, die das Album an allen Ecken und Kanten versprüht. Niemand kann Herzschmerz und all die anderen Twentysomething-Probleme unserer Zeit anmutiger in Kunst verwandeln. Wer hinter „Big God“ beispielsweise etwas religiöses vermutet, liegt komplett falsch. Zum DIY-Magazin sagte Florence: „‘Big God’ was written about that feeling when someone has not replied to your text, the modern phenomenon of ‘ghosting’ which is one of my favourite words but not my favourite feeling. I was describing it to someone and they said to me ‘you need a big god’, as if the need in me were so cavernous it would take something enormous to fill it. Probably something bigger than a text message.

Für das vierte Album setzte sich Florence Welch mit einigen Musikfreunden zusammen, deren illustre Namen nicht ungenannt bleiben dürfen. So finden wir Wunderkind & Mercury Prize-Träger Sampha in den Credits für „Grace“ wieder, während sich DJ, Produzent und The xx-Drittel Jamie xx für „Big God“ mitverantwortlich zeichnet. Für Closingtrack „No Choir“ wiederum arbeitete die Sängerin mit Miike Snow-Frontmann Andrew Wyatt zusammen.

„I believe in you and in our hearts we know the truth and I believe in love and the darker it gets, the more I do.“

Und so führt die britische Band mit ihrem vierten Studioalbum schlussendlich ebenso wie viele ihrer Genre-Kollegen den Trend fort, sich von Trends fernzuhalten.


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Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Vincent Haycock

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