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Friska Viljor auf „Broken“-Tour in Münster – Zwischen Euphorie und gebanntem Schweigen

Friska Viljor auf „Broken“-Tour in Münster – Zwischen Euphorie und gebanntem Schweigen

Friska Viljor sind eine ganz besondere Band, die schwere Zeiten hinter sich hat und das merkt man, wenn Sie auf der Bühne stehen. Da sind die kleinen Momente, in denen die Bandmitglieder Blickkontakt suchen, um zu schauen, ob es Sänger Joachim Sveningsson wirklich gut geht. Ein Kopfnicken – ja, alles in Ordnung- und die Show geht weiter.


Ein Artikel von Lisa Schulz – Und dann sind da die Momente, die zeigen, dass es der Band besser geht, wenn Sie gemeinsam lachend und tanzend auf der Bühne stehen und sich kurz ein verschmitztes Lächeln zuwerfen. Gerade diese kleinen Gesten haben das Konzert am gestrigen Abend in der Sputnikhalle in Münster so besonders gemacht.

Als Support ist heute die Band side effects dabei, eine Newcomerband aus Schweden, deren erstes Album gerade am 11. Januar erschienen ist. Die vier Jungs sind vielversprechend, beschreiben Ihre Musik bei Facebook als „meldodic Pop whatever“ aber variieren zwischen Indie und Rock, spielen mal ganz entspannte und mal rockigere Melodien. Nach einer halben Stunde ist Ihr Auftritt leider schon vorbei und zurück bleibt ein begeistertes Publikum.

Nach einer langen Pause sind Friska Viljor endlich wieder zurück auf Tour und die Vorfreude Ihrer Fans ist fast schon greifbar. Die kleine Halle in der Nähe des Hafens in Münster ist gefühlt bis zur Decke gefüllt, als die Schweden die Bühne betreten. Alles drängt sich vor der kleinen Bühne zusammen, um möglichst nah an der Band zu sein. Die fünf Bandmitglieder sind, trotz längerer Pause, ein eingespieltes Team und es macht verdammt viel Spaß Ihnen zuzuschauen. Wenige Künstler schaffen es auf Anhieb, das Publikum zum Tanzen und Mitsingen zu bringen. Meist muss sich erst einmal aufgelockert werden, aber nicht bei Friska Viljor: Hier wird vom ersten Lied an euphorisch mitgefiebert und die Halle gleicht einer großen Party.

Dann beginnt allerdings, von Sveningsson mit „it´s not gonna be fun“ angekündigt, der zweite Teil des Konzertes, rund um das neue Album „Broken“. Und er hat recht, denn ab diesem Moment hört die Party auf. Stattdessen wird das Konzert emotional und berührend, denn es ist ein besonderer Moment, wenn so viele Menschen gleichzeitig schweigen und gebannt lauschen.

Der Sänger teil seinen Schmerz über das Zerbrechen seiner Familie mit dem Publikum und schafft damit eine intime Stimmung, in der man sich ihm verbunden fühlt. Hier finden die kleinen Momente statt, in denen Daniel Johansson Blickkontakt sucht, um sich kurz zu vergewissern, ob alles in Ordnung ist. Sveningsson sing mit zum Teil Tränen in den Augen die neuen Songs wie „Unless You Love Me“, „Miss You“ und „Is It Over?“, welche das Publikum sichtlich berühren. Kaum jemand wagt es, in diesem emotionalen Teil der Show, sein Handy herauszuholen und zu filmen oder fotografieren.

Zum Ende des Konzertes dreht sich die Stimmung ein weiteres Mal und es wird wieder Tanzbar. Die Stimmung ist von jetzt auf gleich wieder ganz oben und das Münsteraner Publikum feiert noch ausgelassener als zuvor. Auch Friska Viljor haben sichtlich Spaß und kommen nach der Zugabe noch ein weiteres mal auf die Bühne um den Abend zu guter Letzt mit „We Are Happy Now“ zu beenden. Dieser Abend war so berührend, euphorisch und schön, dass man gar nicht gehen möchte.


UNSERE REVIEW ZU „BROKEN“



FRISKA VILJOR live
14.01. Hamburg – Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
15.01. Berlin – Astra
16.01. Münster – Sputnikhalle
17.01. Köln – Gloria
18.01. Wiesbaden – Schlachthof
19.01. AT-Linz – Posthof
20.01. AT-Vienna – Flex
21.01. AT-Salzburg – Rockhouse
22.01. AT-Dornbirn – Conrad Sohm
23.01. CH-Bern – Bierhübeli
24.01. CH-Winterthur – Salzhaus
25.01. München – Theaterfabrik
26.01. Dresden – Beatpol
27.01. Rostock – M.A.U. Club


Autorin & Photocredit: Lisa Schulz

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