Abende, die von der ersten bis zur letzten Sekunde und darüber hinaus von einem breiten Lächeln begleitet werden, sind selten. Doch keiner der rund 4.000 Gäste im ausverkauften Kölner Palladium konnte dem Charme des 25-Jährigen Briten widerstehen und so wurde der letzte deutsche Stop der herbstlichen „Staying at Tamara’s“-Tour für George Ezra und sein Publikum zu einem Um die Wette-Grinsen.


Ein Artikel von Anna Fliege – Das Palladium ist zum Zerbersten gefüllt. Kaum zu glauben, dass George Ezra erst im April in der vergleichweise winzigen Live Music Hall spielte – dort, wo man ihn bereits vor ziemlich genau vier Jahren auf seiner „Wanted on Voyage„-Tour treffen konnte. Seitdem hatte sich viel getan, im Frühjahr erschien endlich sein zweites Album „Staying At Tamara’s„. Wer annahm, dass George Ezra mit „Budapest“ den Höhepunkt seiner Karriere bereits vor Jahren erreicht hatte, lag meilenweit daneben. 2018 wurde zum Jahr des Sängers, die Musikwelt lag ihm plötzlich zu Füßen, dank „Shotgun“ wurde er während den sommerlichen Fußballfestspielen zu einem wahren Nationalhelden, der Song zum Dauerbrenner.

Und so verwundete es nicht, dass sein im Palladium stattfindendes Konzert bereits Monate vorher ausverkauft war. Und wer am heutigen Abend nicht mit von der Partie sein konnte, hat bereits seit einigen Wochen die Chance, für das nächste Köln-Konzert im kommenden Mai zu planen – dann allerdings in der Lanxess Arena (in die gut und gerne 18.000 Besucher passen).

Doch zurück zum heutigen Abend. Aus dem einst so schüchternen Jungen ist eine echte Rampensau geworden. Im positiven Sinne natürlich! Zu den ersten Klängen von „Don’t Matter Now“ kommt er jubelnd auf die Bühne gerannt, begrüßt sein Publikum und legt mit dem hitreichen Programm los. Immer wieder sind seine Zwischenansagen mit äußerst lustigen und wahren Geschichten gespickt – was ihn beispielsweise mit Barcelona verbindet und wieso „Budapest“ eigentlich wie die ungarische Hauptstadt heißt. Es wird getanzt und aus vollem Herzen mitgesungen, bei Songs wie „Pretty Shining People“ oder „Listen to the Man“ ist das auch gar nicht anders möglich.

Gerade die älteren Songs erhalten durch die neue Bühnenperformance ungeahnte Tiefe. Neben seiner altbekannten Band hat sich George Ezra nämlich zwei Bläser hinzugezogen, die Akzente setzen oder auch mal die Führung des Songs übernehmen.

Und wie George dort oben so auf der Bühne steht, fallen dem aufmerksamen Zuschauer plötzlich Ähnlichkeiten zum Support des heutigen Abends auf. Diese Ähnlichkeiten kommen nicht von irgendwo her, denn Ten Tonnes, ein britischer Newcomer, ist tatsächlich der kleine Bruder von George Ezra.

Viel zu schnell vergeht der nicht enden sollende Abend, die Megahits „Budapest“ vor und „Shotgun“ während der Zugabe lassen das Kölner Palladium zu einem glücklichen Mob werden. Doch besteht kein Grund, traurig zu sein. Immerhin wird George Ezra in etwas mehr als einem halben Jahr wieder nach Köln kommen, bis dahin noch die ein oder andere lustige Story erleben und uns zu den glücklichsten Menschen (für zumindest einige Momente) machen. Bis bald!



GEORGE EZRA live

05.05.2019: Leipzig – Arena Leipzig
06.05.2019: Berlin – Max-Schmeling-Halle
07.05.2019: Hannover – TUI Arena
11.05.2019: Hamburg – Barclaycard Arena
14.05.2019: Köln – Lanxess Arena
18.05.2019: Stuttgart – Hanns-Martin-Schleyerhalle
22.05.2019: München – Olympiahalle


Autorin & Photocredit: Anna Fliege