‘Diskman Antishock’ erscheint in zwei Teilen, der erste diesen Freitag, der nächste am 24.04.2020. Produziert von ‘Goldies’ Stammproduzenten: Dienst & Schulter. Für jetzt lässt er uns sieben Songs lang in seinen Kopf hineinschauen und kehrt damit knapp drei Jahre nach der Veröffentlichung seines letzten Albums, ‘Avrakadavra’, auf die Bildfläche zurück.


Ein Artikel von Carla Rosocha – Das Album eröffnet mit dem Song ‘Bomberman’ und mit der Line – ‘Es war einst einmal, ein Mal das niemals sein wird was es war’ – vielleicht eine der verschludersten des Albums. Oder vielleicht wie ein Anfang von einem Märchen, eins ohne Happy End. Der Song endet mit dem Geräusch von den explodierenden Bomben im Bomberman-Spiel – ein Geräusch, das Erinnerungen weckt. Es ist die perfekte Überleitung in Lavalampe Laser – ein Track mit melodischem Chorus, gerichtet an das Schwelgen im Vergangenen, ans im Skatepark abhängen und ans ‘The Offspring’ hören, an das jung und unbeschwert sein.

Auch in ‘Wie leicht‘ bleibt es nostalgisch. ‘Wie leicht’ ist schön traurig, schön verzweifelt, gefüllt mit Erinnerungen, die wehtun, aber nicht verschwinden sollen. Und einem sehr plötzlichen Ende, wie Beziehungen halt manchmal auch. Ein Rapsong über Liebe entgegen vieler anderer seines Genres: Nachempfindbar und realistisch.



Der letzte Song ‘Halt’ klingt zwar beim ersten Hören wie der Song, der als letztes auf einer Party gespielt wird, ein Rauswurfsong. Dazu tragen im Großteil die Gitarren im Hintergrund bei. Allerdings begleiten sie den Rapper dabei, wie er einiges an aktuellem politischem Geschehen kommentiert. Darunter unter anderem ein Kommentar über Jens Spahns Aussage zu Englisch sprechenden Kellnern in Berlin. Da Goldroger sich nie davor drückt, Haltung zu zeigen, kommt das glaubwürdig rüber. Es klingt nicht einfach wie ein Lied, das noch schnell gemacht werden musste, um sich irgendwie zu positionieren.

Mit ‘Diskman Antishock’ bekommt man einiges, das man von Goldie kennt und liebt: Seinen gewohnt verstrickten, nuschelnden Stil, vielfältige Beats, altbekannte Themen, gefüllt mit zahlreichen durchdachten Referenzen. Garniert ist das Ganze mit ein paar prägnanteren Melodien in den Refrains und mit Texten, die noch viel persönlicher sind als in ‘Avrakadavra’. Goldroger hat sich weiterentwickelt, ist selbstbewusster, offener – und das merkt man an diesem Album.



05.12.2019 Köln, YUCA
06.12.2019 Hamburg, Turmzimmer
07.12.2019 Berlin, Privatclub
08.12.2019 Leipzig, Naumanns
18.12.2019 Dortmund, FZW
19.12.2019 Bern (CH), ISC
20.12.2019 Wien (AT), B72
21.12.2019 München, Milla


Autorin: Carla Rosocha / Photocredit: Landstreicher Booking