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Great Grandpa: neue Single „Mono No Aware“ im Stream

Great Grandpa: neue Single „Mono No Aware“ im Stream

Auf dem Wildwood Tarot-Deck ist die Karte „Four of Arrows“ mit einem Menschenbild verziert, das mit dem Gesicht nach unten auf den Boden schaut. Die Pfeile umgeben ihn und ragen aus dem Boden, berühren ihn jedoch nicht. Ein großer Schmetterling schwebt darüber in der Luft. Die Karte symbolisiert Ruhe – es ist ein Aufruf zur Erholung.


Die Symbolik der Karte trifft auf den Zustand zu, in dem sich Pat Goodwin samt seinen Bandmitgliedern befand. Nach der Veröffentlichung von „Plastic Cough“ im Jahr 2017 war die Band unzertrennlich: sie lebte und arbeitete zusammen und tourte unermüdlich. Als die Tournee endete, verteilte sich die Band plötzlich über die gesamte USA – nun getrennt und isoliert voneinander. Diese Trennung war nicht geplant, aber sie erwies sich als notwendig. Nun gab es die Gelegenheit einen Einblick in ihr Leben, ihre Beziehungen und deren kreativen Zweck zu gewinnen. Auf diese Weise entstand „Four of Arrows – eine kreative Wendung zur Selbstbeobachtung und das kollektive Ergebnis von Great Grandpas Ruhe und Einsamkeit. Zweifellos sind die elf Songs auf „Four of Arrows“ eine Abwendung vom verspielten Kopfnicken zu Pizza und Zombies auf „Plastic Cough“. Der Schreib- und Aufnahmeprozess hatte sich weiterentwickelt – weniger Garagen-Jam in Seattle, dafür mehr Solo-Songwriting-Sessions. Die meisten Songs auf dem neuen Album wurden alleine von Pat Goodwin und Carrie Goodwin geschrieben, während sie auf Reisen waren und im mittleren Westen lebten. Getrennt voneinander geschrieben, wurden die Songs bei der Wiedervereinigung der Band zumLeben erweckt, als die Aufnahmen am Neujahrestag 2019 mit Produzent Mike Vernon Davis (Modest Mouse, Portugal. The Man) begonnen haben.Die Band fand sofort Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Beiträgen und fand ihre gegenseitige Liebe und Bewunderung für verletzliche, emotionale Musik.„Four of Arrows“ achtet sehr genau auf die Stille und umarmt einen auf subtile Art und Weise.



Vom Klagelied „Dark Green Water“ bis zur eindringlich heulenden Gitarre von „Digger“ –Great Grandpa probieren sich aus. Oftmals wird der Grundstein für die Tracks dabei am Klavier oder an der Akustikgitarre gelegt. Trotz der Ruhe bricht Alex Mennes charismatischer Gesang auf jedem Song triumphierend durch. Die Liebe zum Detail ist bis in jedes Echo und jeden sanften Gebrauch eines Vocoders zu bemerken. Da die meisten Mitglieder Texte beigesteuert haben, ist Menne eine emotionale Stimme für die gesamte Band – sie kanalisiert das Herz jeder einzelnen Songbotschaft und erhält die spielerische Note von Great Grandpa am Leben. Die Songs arbeiten sich ab an Schmerz familiärer Trennungen, Partnerschaften, innerer und äußerer Vergebung und den Kämpfen mit psychischen Erkrankungen.

„Mono no Aware“ ist eine wehmütige Ode an den Verlust von Unschuld, die Unbeständigkeit und noch konkreter „den Pathos der Dinge“, kombiniert mit sternenklaren Synthies und ausgefeilten Harmonien. „Bloom“, der scheinbar hoffnungsvollste Track der Platte, glänzt zunächst mit seinem Charme und spannungsvollen Hooks („When I think about Tom Petty, and how he wrote his best songs when he was 39“), bevor er dramatisch bricht und sein melancholisches Herz in Phil Specter-Manier im Outro zur Schau stellt. Great Grandpa überließ es den Karten und nutzte die freie Zeit voneinander, um zu wachsen, und die gemeinsame Zeit, um sich wieder zu vereinen. Ihr besonderer Ansatz hat eine musikalische Kulisse für ihre gemeinsamen Emotionen geschaffen. „Four of Arrows“ ist damit ein Beweis an sie selbst und anihre Anpassungsfähigkeit.

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Presse & Foto: Fleet Union

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