Fast schon andächtig gaben sich die Gäste an diesem Abend in Köln. Die Location ist nicht irgendeine, sondern eine waschechte Kirche. Umso besonderer ist der Anlass, aus dem sich die Vielzahl der Menschen dort versammelt. Es gibt keine Predigt, und der Gesang ist dieses Mal kein geistlicher, sondern Popmusik. Alexa Feser hat die Kulturkirche in Köln ausgewählt, um dort das Programm der aktuellen Akustik-Tour zu präsentieren.

Mehr als gut gefüllt sind die Bänke in der pompösen Kirche. Ausverkauftes Haus sorgt dafür, dass mitunter einige Gäste stehen müssen, was der Laune zwar keinen Abbruch tut.

Es ist einige Minuten vor 20Uhr, als Luisa Babarro die Show für Alexa Feser eröffnet. Die studierte Cellistin, stimmt mit sanften Klängen auf den Abend ein. Stets begleitet von Ihrem Instrument, entführte die Sängerin mit Ihren deutschsprachigen Texten in Welten zwischen ‚Was wäre wenn‘ und ‚Willkommen im hier und jetzt‘. Der Titel „Augen Zu“ beispielsweise handelt einer zerbrochenen Liebe. Luisa ist als Teil der ‚Berlin Strings‘ auch bei der Hauptshow von Alexa Feser dabei.

Diese betrat die Bühne nur kurze Zeit nach Luisa. Eine Umbaupause war dieses Mal nicht erforderlich, so klein ist der Platz, den die Kirche bietet. Insgesamt ist die Atmosphäre sehr intim und einladend gemütlich. Menschen aus der ganzen Region stehen eng beieinander, andere die eben noch Fremde waren, zeigen sich nun als offene Gesprächspartner. Musik verbindet. Das zeigt dieser Abend einmal mehr.

„Mensch unter Menschen“ ist der erste Song, den Alexa Feser zusammen mit den Berlin Strings an diesem Abend spielt. Ein wunderbar poetisches Stück wie die gesamten Werke beider Alben, die sich allesamt mit persönlichen Erfahrungen, mit Herzschmerz, mit Freude, mit Trauer, mit Mut und Zuversicht befassen. Jeder Titel ist greifbar und wirkt unheimlich vertraut, als wäre es die eigene Lebensgeschichte. Alexa Feser schafft es mit Ihrer Musik, Bilder im Kopf zu kreieren, denen man sich sowohl mit Freude als auch mit Trauer begegnen kann. Man wird auf eine Reise ins eigene Unterbewusstsein mitgenommen und findet sich tief emotional, aber stets glücklich wieder.

Sehr sympathisch und keineswegs schüchtern, nimmt Alexa Feser Bezug auf die Entstehung der Songs und leitet diese mit kurzen Anekdoten aus dem Alltag ein. Man fühlt sich eingeladen ein Teil des Ganzen zu sein und ‚Zwischen Den Sekunden‘ zu verweilen, um jeden Moment bis ins vollste zu genießen. Das besondere der Akustik-Tour ist der Minimalismus, der die Stücke noch besonderer macht und die gefühlvollen Melodien in noch sanftere Gewänder hüllt.

Das bunt gemischte Publikum begleitet die Sängerin durchaus textsicher durch den Abend und zeigt sich mehr als begeistert über die Darbietungen der Künstlerin. Auch die Berlin Strings finden Anklang bei den Gästen und werden mit Applaus belohnt.

Alexa Feser hat für das Kölner Publikum 16 ihrer schönsten Titel ausgewählt und unterstreicht die Setlist mit insgesamt 3 Zugaben. Besonderheiten des Abends sind unter anderem die Titel „Meine Moleküle“ welches sich durch ein Ukulelenspiel hervorhebt, oder der besonders emotionale Song „Linie 7“, den Alexa Feser ganz alleine nur am Piano spielt.

Gefühlt viel zu schnell endet ein unfassbar schönes Konzert. Eine grandiose Kulisse und eine noch bessere Show bot dieser Abend. Musik und Inszenierung waren im Einklang und sorgten für eine tolle Erinnerung, welche dem dankbarem Publikum wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.



Autor und Foto: Dominik

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