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Holly Humberstone & „Falling Asleep At The Wheel“: Der Anfang von etwas ganz Großem

Holly Humberstone & „Falling Asleep At The Wheel“: Der Anfang von etwas ganz Großem

Jeden Tag tauchen neue Talente am Musikhorizont auf und ehe man sich versieht, tauchen sie schon wieder ab. Doch wenn ich euch verspreche, dass das Ticket für diesen Hype-Train eine sehr gute Invention ist, dürft ihr mir vertrauen.

DIE KÜNSTLERIN

Knapp drei Autostunden nördlich von London wächst Holly Humberstone im beschaulichen Grantham auf. Das 44.000-Seelen-Städtchen war bisher als Geburtsort der „Eisenern Lady“ Margaret Thatcher und Isaac Newtons Schulsitz bekannt. Doch 2020 ist es Zeit, neue Geschichte zu schreiben. Als Holly Ende Januar ihre Debütsingle „Deep End“ veröffentlicht, lässt der Hype nicht lange auf sich warten.

Bevor die Welt aufgrund von Covid-19 Kopf steht, eröffnet die 20-Jährige noch die Konzerte von Superstar Lewis Capaldi in den größten Arenen des Königreichs. Ihre Singles „Falling Asleep At The Wheel“ und „Overkill“ lassen keinen Zweifel daran, dass es sich um eine der vielversprechendsten Newcomer*innen des Jahres handelt, eigene Konzertankündigung sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

DER SOUND

Die „Falling Asleep At The Wheel“-EP ist die Momentaufnahme in einem Jahr, das anders läuft, als es sollte und doch für Holly Humberstone nicht besser voranschreiten könnte. Die sechs Tracks verbinden mitreißende Popsounds mit detailverliebten Indie-Fragmenten und dem angenehmen Touch Zeitgeist, der ihre Songs zu gefeierten Hits werden lässt.

Holly Humberstone liefert den perfekten Mix aus meinen Lieblingskünstlerinnen, die ich ohne groß abzuwegen aufzählen würde. Das Selbstbewusstsein von HAIM, die textliche Euphorie-Melancholie von Phoebe Bridgers, die Energie von Maggie Rogers und die Stärke von Lorde – all das zusammen ergibt einen unverwechselbaren Sound, ein Gefühl mit Wiedererkennungswert, das Holly Humberstone-Erlebnis.

DIE THEMEN

Wachsende Gefühle („A couple more tequilas / And I’ll tell you how I’m feeling„) treffen auf Wachstumsschmerz („All this emotion that we’re buried in / Tied up, fired up on this adrenaline„). Aus Liebenden werden Einzelgänger*innen („You should know how it goes / I have my best nights without you„), aus Freund*innen nur noch flüchtige Bekannte („I’m getting older, you’re getting older / Never in touch, we gave up on that recently„). Humberstone besingt auf ihrer EP alltägliche Wendungen im Leben einer langsam erwachsenwerdenden Person, die wir so oder so ähnlich selbst schon erlebt haben.

DER LIEBLINGSTRACK

Als ich „Falling Asleep At The Wheel“ im April das erste Mal hörte, verlor ich schon vor dem ersten Chorus mein Herz an diesen Song. Der vorantreibende Beat, das tänzendle Klavier, das eingängige Gesamtkonstrukt. Von der Machart vergleichbar mit Lorde’s „Green Light“ und doch ganz eigen. Einer von diesen Songs eben, auf die man sich gerne monatelang im Voraus freut, sie irgendwann einmal live hören zu können.

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DIE PERFEKTE ERGÄNZUNG FÜR…

Freund*innen der „ich kannte die Künstlerin schon, da hatte sie nur ihre Debüt-EP draußen„-Sparte. Fans von heranwachsenden Superstars. Liebhaber*innen starker Künstlerinnen.

DAS FAZIT

Das hier ist der Anfang von etwas ganz Großem. Die erste Base auf dem Weg zur internationalen Bilderbuch-Karriere. Der Hype um Holly Humberstone ist keine heiße Luft, keine Momentaufnahme, morgen kein Schnee von gestern. Die Britin zeigt bereits mit ihren ersten Kunstwerken, wie vielversprechend Popmusik in den kommenden Jahren sein wird und sein Image als Mainstream-Einheitsbrei endgültig loswird.

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