Nach einer feuchtfröhlichen Warm-Up-Party am gestrigen Abend pellt man sich mittelfrisch aus dem Zelt. Kurz realisieren wo man ist und dann freuen, denn heute es geht richtig los! 


Ein Artikel von Anna Fliege – Mit dem Konterbier beim Frühstück überfliegt man noch einmal gemeinsam den Timetable des heutigen Tages, bevor es zur Wild Life Stage auf den Campingplatz zum ominösen Special Guest und später zur offiziellen Eröffnung des Festivalgeländes geht. Der erste Festivaltag platzt mit guten Band aus allen Nähten, sowohl national wie international. Mein Fazit des Hurricane-Freitags:


Die Stimmung

Ein leichter Kater schleicht sich beim Großteil der Gäste ein, doch das ist am Hurricane-Freitag nichts Ungewöhnliches. Die Stimmung ist bestens, man fühlt sich noch einigermaßen frisch und die Vorfreude auf die heutigen Konzerte könnte nicht größer sein. Endlich geht es wieder los. Das Warten hat ein Ende! Die gute Stimmung zieht sich durch den gesamten Tag, bis spät Abends wird bei den Toten Hosen aus vollem Herzen mitgegröhlt und zu Tame Impala durch die Nacht getanzt.

Das Wetter

Der Wetterdienst kündigte für den Hurricane-Start Sonnenschein an, nachdem wir gestern bei der Anreise in den Nachmittags- und späten Abendstunden immer wieder mit Regenschauern empfangen wurden. Wäre ja sonst auch kein Hurricane Festival, oder? Wichtigstes Accessoires am heutigen Tage aber ist die Sonnenbrille. Der Himmel ist blau und an Regen denkt längst niemand mehr.

Die Konzerte

Lange als Special Guest geheim gehalten, eröffnen Frittenbude zur Mittagszeit die Wild Live Stage. Menschenströme zieht es zum unteren Ende des Campingplatzes, man tanzt sich warm. Das nächste Highlight ist selbstredend das Eröffnungskonzert des #HurricaneSwimteam. Mit Hits wie „Am sichersten seid ihr im Auto“ und „Lass uns Scheeßeln gehen“ beweist das Hurricane seine Textsicherheit.

Ein beeindruckendes Konzert mitten am Tage liefern sich Enter Shikari, die gleich auf meine „muss ich nochmal sehen„-Liste wandern. Vor zwei Jahren noch ganz unten im Line-Up, füllen die Kieler Leoniden heute die Mountain Stage bis zum letzten Wellenbrecher, es wird wild herumgesprungen.

Mit den Headlinern Die Toten Hosen und Tame Impala hätte man sich keine unterschiedlicheren Acts aussuchen können. Das Hosen-Publikum hört man noch bis zum anderen Ende des Geländes Zeile für Zeile gemeinsam mit Campino mitsingen, wenig später zieht uns Kevin Parker und seine Band Tame Impala in einen surrealen Fiebertraum aus Lasershow und basslastigem Indie-Dream-Rock.

Highlight des Tages

Wer hier nicht Bosse nennt, war entweder nicht dabei oder hat kein Herz. Der sympathische Sänger, der zu jedem guten Hurricane gehört, hat bei seinem bereits fünften Scheeßel-Besuch einen Auftritt hingelegt, den wir so schnell nicht mehr vergessen werden. Bosse ist der Stich mitten ins Herz und die versöhnliche Umarmung zugleich. Zur Golden Hour an der Blue Stage, die bis zur allerletzten Reihe am Riesenrad gefüllt ist, singt und tanzt man gemeinsam. Das war die schönste Zeit!

Ohrwurm des Tages

Sicherlich waren da heute einige Kandidaten für diese Kategorie dabei, aber „Bungalow“ von Bilderbuch schlägt dann doch noch alle. Die Österreicher eröffnen an diesem Abend ihr grandioses Set mit diesem Gassenhauer und lassen selbst die tanzen, die gerade in irgendeiner Schlange an den Essensständen stehen.

Überraschung des Tages

PARKWAY DRIVE! Der Co-Headliner des ersten Tages machte nicht nur mich sprachlos. Die australische Metalcore-Band ist nicht ohne Grund eine der erfolgreichsten, wenn nicht DIE erfolgreichste Band ihres Genres in Deutschland. Mit jeder Menge Feuer, Streichern und einer Bühnenpräsenz, die einen im Handumdrehen in ihren Bann zieht, hat mich die Band von den Socken gehauen.


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Dominik Huttner