Ein stinknormaler Samstag ist bekanntlich schon der beste Tag der Woche, ein Hurricane-Samstag toppt das Ganze noch einmal. Die Füße sind bis zur Mittagszeit noch schwer vom Tanzen zu Tame Impala in der letzten Nacht, es hat sich also gelohnt. 


Ein Artikel von Anna Fliege – Zum Frühstück machen wir einen Abstecher zum lokalen Camping-Supermarkt von Combi, decken uns mit Eiskaffee und einem Sonnencreme-Nachschub ein und können den Quarkbällchen nicht widerstehen. Mein Fazit des Hurricane-Samstags:


Die Stimmung

Weit und breit nur grinsende Gesichter – gerötet vom Sonnenbrand, aber verdammt glücklich. Zwar steckt der erste Tag noch in den Knochen, aber die Freude über die heutigen Bands ist schon wieder gut. Und während ein paar Leute schon nach den zwei regulären Headlinern müde sind, ist der allergrößte Teil des Publikums bis mitten in der Nacht damit beschäftigt, zu Steve Aoki abzugehen.

Das Wetter

Wieso haben wir eigentlich Regenjacke und Gummistiefel eingepackt? Na gut, für Donnerstags vielleicht. Während der süddeutsche Zwilling in Regenwolken gehüllt ist, spielt Scheeßel verkehrte Welt und lässt Schattenplätze und Trinkwasserstellen zum Publikumsliebling werden. Man möchte sich im Hinblick auf die letzten Jahre eigentlich gar nicht beschweren, aber verdammt ist das heiß!

Die Konzerte

Die Doppel-M-Spitze – Macklemore und Mumford & Sons – lässt ihre Fans auf zwei Weisen über den Eichenring tanzen. Aber auch sonst ist das heute, soweit es die Hitze zulässt, unsere Lieblingstätigkeit. Während man bei Bloc Party leider nur wippen kann, sorgen Flogging Molly, The Wombats und Frank Turner für ausgelassene Dance Move-Battles.

Wer bereits früh fit war, verliebte sich auf dem Campingplatz in RAZZ, um dann schnellen Schrittes nicht zu spät zu IDLES zu kommen. Die Orsons und die 257ers beglückten vor allen Dingen das jüngere Publikum, während man bei Muff Potter und Fünf Sterne Deluxe in Nostalgie schweben durfte.

Zum krönenden Abschluss riss Megastar-DJ Steve Aoki mit allen denkbaren Effekten die Blue Stage bis 2 Uhr morgens ab. Feuerwerk, Lasershow, CO2-Jets, Torten…verrückt!

Highlight des Tages

Natürlich begeisterten mich Mumford & Sons (immerhin sind sie meine Lieblingsband), doch diese Kategorie gewinnt trotzdem eine andere Band, die nur ganz zufällig die ersten zwei Buchstaben mit den Briten teilen: Muff Potter. Ja, DIE Muff Potter. Sie sind zurück, einfach so. Ich hatte vor ein paar Jahren schon damit abgeschlossen, sie jemals live erleben zu dürfen. Und plötzlich steht man vor der Mountain Stage, liegt sich zu „Fotoautomat“ und „Wenn dann das hier“ und alles ist gut.

Ohrwurm des Tages

THIS IS NO BRIDGET JONES!“ – wie oft haben wir das jetzt schon gemeinsam mit dem Liverpooler Trio The Wombats in Scheeßel gesungen? Ich habe zu zählen aufgehört. „Kill The Director“ ist ein Wombats-Klassiker und Gute Laune-Garant.

Überraschung des Tages

Man meint, man hätte eine Band schon so oft live gesehen und würde wissen, was einen erwartet…doch AnnenMayKantereit haben mit ihrem Sonnenuntergang-begleiteten Auftritt all meine Erwartungen meilenweit übertroffen. Mit ihrem neusten Album „Schlagschatten“ und so einer eindrucksvollen Bühnenpräsenz füllten die Kölner die Green Stage bis hinten hin. Und wenn dann mehrere 10.000 Menschen aus tiefstem Herzen „Es tut mir leid, Pocahontas“ singen, kann man der Gänsehaut nicht entkommen.


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Dominik Huttner