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Hymnen für die Straßen: HipHop-Ikone NAS und sein neues Album „King´s Disease“

Hymnen für die Straßen: HipHop-Ikone NAS und sein neues Album „King´s Disease“

HipHop-Ikone NAS veröffentlicht heute das Album „King´s Disease“ über Mass Appeal. Das 13. Solowerk des Rappers wurde komplett von Hit-Boy (Jay-Z, Beyoncé, Travis Scott) produziert und ist vor allem von den „Black Lives Matter“-Protesten und den Entwicklungen der vergangenen Monate inspiriert. Um Themen wie Afrofuturismus, Black Joy und dem reichen Erbe der Black Community legt Nas auf „King´s Disease“ ein umfangreiches Zeugnis der Zeit ab.

Hymnen für die Straßen

„We goin´ ultra black / Watchin´ the global change“, rappt der 46-Jährige auf der Single „Ultra Black“, die bereits letzte Woche erschien. Umsäumt von einer organischen Boom-Bap-Komposition aus der Feder Hit-Boys huldigt NAS der Black Community und hebt die Bedeutung von Schwarz-Sein über Hautfarbe, sozialen Status und Religion. So wie Schwarz alles Licht absorbiere, steht „Ultra Black“ für die Vereinigung der Menschheit.

Auf dem weiteren Album-Standout-Song „Blue Benz“ zeichnet NAS ein machtvolles Pro-Black-Statement über Selbstermächtigung. Die piano-getränkte Hustler-Hymne verneigt sich dabei genauso vor den rauen Straßen seiner Heimatstadt New York wie vor der engen Verbindung von HipHop und der Reggae-Kultur auf Jamaika. Eine Rap-Joint für die Straßen, gewidmet an Dancehall-Legende Louie Ranking, der im letzten Jahr durch einen Autounfall verstarb.

Die Vielfalt der schwarzen Musikgeschichte und Reunion mit The Firm

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„King´s Disease“ ist ein 14-Track-starkes Conscious-Rap-Opus, das die Vielfalt und den kulturellen Reichtum der schwarzen Community rühmt. Die Mission und Message von „King´s Disease“ liegt in der Metapher des Königs. Der Macht und den Privilegien eines Kings stehen Verantwortung und Verletzlichkeit gegenüber, ein spirituelles Bild, das NAS schon auf Alben wie „It Was Written“ von 1996 oder „God´s Son“ von 2002 verwendet hat.

Neben einem Gastauftritt von Charlie Wilson, Sänger der legendären 70s-Funk-Gruppe Gap Band, vereinigt NAS hier entsprechend symbolträchtig diverse Leitfiguren schwarzer Musikgeschichte. Neben dem legendären New Yorker Mixtape-DJ Brucie B, dem schon Biggie auf „Juicy“ huldigte, versammeln sich mit Anderson .Paak, A$AP Ferg oder Big Sean eine ganze Reihe von Protagonisten der aktuellen HipHop-Generation auf „King´s Disease“. Für besonderes Aufsehen sorgte im Vorfeld auch die Reunion der Neunziger-Supergroup The Firm mit Cormega, AZ und Foxy Brown. „Full Circle“ ist der erste gemeinsame Song von The Firm in Originalbesetzung seit 1999.

NAS begann seine Karriere in den frühen Neunzigern und veröffentlichte 1994 sein Debütalbum „Illmatic“, das bis heute als Meilenstein der HipHop-Szene gilt. Nasir Jones, so sein bürgerlicher Name, zählt zu den einflussreichsten Rappern überhaupt und hat bis heute über 15 Millionen Einheiten verkauft. Sein letztes Album „NASIR“ wurde von Kanye West produziert und erschien 2018.

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