Vor nunmehr 15 Jahren, mit zarten 17 Jahren bewarb sich Brendon Urie als Lead-Gitarrist bei Panic! und änderte sein Leben damit für immer.

Aus der damaligen Schüler-Blink-182 Coverband wurde dank der Hilfe von Pete Wentz schnell ein nationaler Erfolg, bevor die Band als Panic! At The Disco auch international durchstartete. Die Gitarre tauschte Urie gegen das Mikrofon ein und war fortan als Frontmann der Band unterwegs.

Heute zählen P!ATD zu einer der erfolgreichsten Bands weltweit. Beim Streamingdienst Spotify belegt die Band Platz 10 der meistgestreamtesten Gruppen, noch vor Twenty One Pilots, Arctic Monkeys oder OneRepublic.

Im aktuellen Fokus werfen wir einen Blick auf 15-Jährige Bandgeschichte und die besten/erfolgreichsten Songs der Alternative-Rocker!


Hey Look Ma, I Made It

Für das aktuellste Video lässt die Band sprichwörtlich die Puppen tanzen! Brendon Urie verwandelt sich für „Hey Look Ma, I Made It“ in eine Puppe und durchlebt das Leben eines Rockstars, zeigt dabei jedoch auch die Schattenseiten des Ruhms auf. Von der Hit-Maschine zum Liebling aller, entwickelt sich der Traum schnell zur düsteren Maschinerie aus Macht, falschen Freunden und Gier nach Anerkennung. „And if you never know who you can trust then trust me you’ll be lonely

High Hopes

Ebenfalls ein Hit des 2018 erschienen Albums „Pray For The Wicked“, zählt High Hopes schon jetzt zu den erfolgreichsten Songs in der gesamten Bandgeschichte. Bereits das epische Intro setzt sich binnen weniger Sekunden im Gehörgang fest und gilt daher zurecht als einer der beliebtesten Titel des vergangenen Jahres. Bei den MTV Video Music Awards 2018 performte die Band ihren Top-Hit live vor einem Millionenpublikum und begeistere damit nicht nur die anwesenden Zuschauer sondern auch eine Vielzahl von Fans weltweit. Besonders spannend sind die kleinen Anspielungen von Frontmann „Brendon Urie“ während des Auftritts. Findet ihr alle?

Death Of A Bachelor

Von Tragik getragen, setzten P!ATD im Video zu „Death Of A Bachelor“ auf Minimalismus im großen Stil. In Schwarz/Weiß inszeniert sich Brendon Urie völlig einsam und besingt das Leiden der Junggesellen. Auf seinem Instagram Account schreibt Urie nach Veröffentlichung des Tracks: „It expresses the bittersweet (but mostly sweet) end of an era. A look back at a part of my life now deceased. An ‚It’s A Wonderful Life‘-esque look into a possibly different future. But mostly an appreciation for the present.“

Bohemian Rhapsody

Zu Ehren von Queen coverte P!ATD während der „Death Of A Bachelor Tour“ den weltbekannten Titel von Queen und setzte nicht nur der Band, sondern auch sich selbst ein neues musikalisches Denkmal. Brendon Urie bewies einmal mehr höchst eindrucksvoll, wie gewaltig sein Stimmumfang ist und auch seine Bandkollegen leisten in dieser Version großartiges. Für die American Music Awards, spielte die Band den Song erneut ein und lieferte damit das Highlight des Abends. Hier ist Gänsehaut garantiert!

Miss Jackson

Mit Miss Jackson wagt sich die Band noch weiter in den filmerischen Bereich und schafft ein düsteres und zugleich dramatisches Meisterwerk – Zudem ist es der erste Titel des Albums „Too Weird to Live, Too Rare to Die!“, der offiziell als Video veröffentlicht wurde. Der Song befasst sich textlich damit, dass man sich zwanghaft in jemanden verliebt, den man nicht bekommen kann. Dabei greift Urie auf Referenzen von Janet Jacksons Hit „Nasty“ zurück und beschreibt damit nach eigenen Angaben eine wahre Geschichte aus seiner Jugend.

I Write Sins Not Tragedies

Mit Abstand einer der bekanntesten, beliebtesten und ohne Frage auch besten Songs der Band, wenngleich der Track schon viele Jahre zurück liegt. Es ist zudem der allererste Song, der Band, der ein Musikvideo erhalten hat. „I Write Sins Not Tragedies“ sorgte nicht alleine wegen seiner kontroversen Lyrics für Aufsehen, sondern schockierte die Medien auch mit dem extrovertierten Video, welches für die damaligen Verhältnisse seiner Zeit weit vorraus war. Für das Video gab es im Laufe der Zeit auch eine Reihe an Auszeichnungen, darunter den MTV Video Music Award als Video des Jahres, Platz 7 bei VH1’s Videos des Jahres 2006, sowieso 2011 den MTV Video Music Award als „Winning Video of All Time“.

The Ballad Of Mona Lisa

Die Ballade der Mona Lisa ist einer der ersten Songs des dritten Albums „Vices & Virtues“ aus 2011. Der Song entstand bereits lange vor Veröffentlichung des zweiten Albums „Pretty Odd“, schaffte es letztendlich aber erst Jahre später auf ein Album. Shane Drake inszenierte das Musikvideo und bewies damit erneut ein glückliches Händchen. Wie bereits den Erfolgstitel „I Write Sins Not Tragedies“, wurde auch für „The Ballad Of Mona Lisa“ auf eine ordentliche Portion Dramatik gesetzt. Einige Parallelen zum Vorgänger wurden durch die Band bewusst geschaffen, um eine Hommage an den erfolgreichen Titel zu geben und einen thematisch runden Rahmen zu schaffen. Herausgekommen ist ein eindrucksvolles Steam-Punk Eye-Candy, das Fans bis heute als eines der besten künstlerischen Videos der Band ansehen.

Say Amen (Saturday Night)

Eines der neuesten Videos der Band aus 2018, zeigt sich als Prequel zu den Songs „This Is Gospel“ und „Emperor’s New Clothes“ und schließt dabei Überraschend eine Musikvideo-Trilogie ab. Im Clip stiehlt Urie den „Devils’s Key“ und muss sich im weiteren Verlauf des Videos einer Reihe von Herausforderungen stellen. Die letzten Sekunden enden damit, dass Brendon Urie von einer Wiedersacherin niedergestreckt und mit einem Baseballschläger K.O geschlagen wird…

This Is Gospel

…um im Clip zu „This Is Gospel“ auf einer „Krankenliege“ (Innerhalb einer psychatrischen Anstalt) aufzuwachen und sich in den Händen von Ärzten wiederzufinden. Der Titel beschreibt den Kampf gegen innere Dämonen und die damit verbundene Angst, sich einschleichender Verrücktheit. (Die Urie durch den Devil’s Key verinnerlicht hat). Das Video portätiert die Panik vor dem Tot, der durch fremde Hänge herbeigefügt wird, und den einzigen Ausweg daraus, sich das Leben zu nehmen…

Emperor’s New Clothes

…um festzustellen, dass man nicht vor den Himmelstoren, sondern am Tor zur Hölle steht. Rückblickend und erklärend mit dem im letzten Jahr erschienen Video zu „Say Amen“ hat Urie mit Erlangen des „Devil’s Key“ seine Seele an den Teufel verkauft und findet sich nun in einer postapokalyptischen Welt wieder, in der er selbst immer mehr seinen eigenen inneren Dämonen erliegt, daran allerdings Gefallen findet, um schlussendlich der neue König der Unterwelt zu werden.

Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander und Panic! At The Disco bewiesen über 8 Jahre, dass sie wahre Perfektionisten sind, denen es gelungen ist eine Trilogie zu erschaffen, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Ein wahrlich legendäres Werk im Business!!!


Autor: Dominik Huttner | Photocredit: Shervin Lainez