In diesem Jahr sind die beiden Brüder Jakob und Matti, besser bekannt als BRUCKNER schon gut rumgekommen.

Support für Lotte, Support für Tonbandgerät und schlussendlich kündigten die talentierten Brüder nun auch endlich ihre eigene erste Headliner-Tour für 2019 an. Dominik traf das talentierte Geschwisterpaar zum Interview und ging der Bandgeschichte ein wenig auf den Grund


Euer Band/Künstlername „BRUCKNER“ ist auch gleichzeitig euer Hausname. Habt Ihr euch ganz bewusst für euren Familiennamen entschieden, oder war das eher Zufall?

Jakob: Also die Vorgeschichte ist ja eigentlich, dass ich als Jakob Bruckner alleine angefangen habe, als Soloprojekt. Und ich habe schon überlegt, einen fiktiven Namen zu nehmen und fand Jonah immer sehr schön. Aber mein ganzes Umfeld hat mir dazu geraten, dass weil meine Songs so persönlich sind, ich einfach meine „schönen“ Namen nehmen soll.

Und als wir uns dann entschieden haben, zusammen Musik zu machen, waren ja schon einige Fans da. Da war es einfach die logische Konsequenz den Vornamen wegzulassen. Auch wenn wir uns sehr wohl bewusst sind, dass BRUCKNER nicht der sexieste Name ist. Da kommen schon sehr viele Konsonanten auf engem Raum. Und dann haben wir noch das Problem, dass Anton Bruckner im Internet sehr prominent ist und wir ihn bekämpfen müssen.

Die allgemeine Presse bezeichnet vor allem dich JAKOB als Mischung aus Jack Johnson, Bon Jovi und den Sportfreunden Stiller. (Jakob bricht in schallendes Gelächter aus) Sind solche Vergleiche eher Fluch oder Segen?

Jakob: Ähm, was du vergessen hast sind noch LaBrassBanda und Tim Bendzko. Aber ja, ich weiß zumindest wo das alles her kommt. Jack Johnson wegen „Surfer Boy“, und das finden wir ganz geil, weil wir das auch in unserer Musik wiederfinden. Sportfreunde Stiller und deren Themen finden wir mega, deren Verspieltheit und der Sport und Bon Jovi… Ich kenn ehrlich gesagt nicht so viel von Bon Jovi.

Als ich euch das erste Mal gesehen bzw. gehört habe, hätte ich das Gefühl, dass da Bosse-Vibes mitschwingen. Ist das beabsichtigt? Ist das Inspiration da, oder ist das Zufall?

Matti: Das ist sehr schön, dass du das sagst und eine Ehre mit Bosse vergleichen zu werden. Wir mögen das was er macht super gerne und hören seine Musik sehr viel und vielleicht kommt das auch ein bisschen was her.

Jakob: Er hat so eine geile direkt Art. Es ist nicht so dass er große Bilder braucht, sondern sehr bescheidene direkte Texte hat und das finden wir cool. Er drückt viele Gefühle aus mit kleinen Bildern

Und wenn man vom Land kommt, speziell aus Bayern, fließt das dann auch in die Musik ein?

…Lange Pause…beide überlegen und schauen sich an

Jakob: Ja, natürlich. Unsere Eltern haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir sehr viel Zeit draußen verbringen. Und dadurch hat sich wahrscheinlich auch sehr viel unserer Inhalte ergeben. Wir hatten am Anfang ja auch sehr viele Naturbilder drin auf der EP. Und naja, vor allem dieser sportliche Aspekt spiegelt sich auch häufig wieder.

Ihr wart mit vielen Künstlern, z.B Mark Forster, Namika und Tonbandgerät auf Tour, guckt man sich da was ab von den anderen, oder ist das ziemlich isoliert voneinander?

Matti: Überhaupt nicht! Alle Bands mit denen wir bisher spielen durften, oder mit denen wir auf Tour waren, waren immer super nett. Einerseits wird man immer musikalisch inspiriert und andererseits lernt man auch viel über den Umgang von Musikern unter sich. Es ist einfach wahnsinnig schön zu sehen, dass man von großen Künstlern mit denen man unterwegs respektvoll behandelt wird.

Jakob: Und wir haben auch auf der technischen Seite unfassbar viel gelernt. Der Matti hat ja unser ganzes In-Ear Zeug selber zusammengelötet und natürlich haben wir da viel gesehen und sind mittlerweile auf einem Niveau, auf dem wir spontan irgendwo spielen können, ohne dass alles zusammenbricht.

Jakob, du hast studiert. Sogar auf Lehramt. Hast du immer noch den Plan irgendwann zu studieren, oder ist die Musik das Hauptstandbein und der Weg, der es sein soll?

Jakob: Die Musik ist der Weg der es sein soll, auf jeden Fall und im besten Fall ist es irgendwann mal mein Hauptstandbein. Aber natürlich kann man nicht wissen wohin der Weg geht und wie es läuft und wir sind ja noch am Anfang eines Wegs. Es liegt sehr viel Arbeit vor uns und das Lehramt ist momentan nur der Fallschirm.

Sagt mal, wie textet ihr, oder wie textest du, Jakob? Und wann ist Entscheidung gefallen, auf Deutsch zu singen?

Jakob: Es gibt Phasen. Als ich jünger war, habe ich hauptsächlich auf Englisch geschrieben, auch weil ich viel Englische Musik gehört habe. Und irgendwann war dann der Moment an dem ich richtig frustriert war, Text um Text geschrieben zu haben und keinen hat es interessiert. Und irgendwann hab ich mich dann entschieden einfach mal auf Deutsch zu schreiben und das hat mir auch ganz gut gestanden. Allerdings kommen jetzt auch manchmal solche Gedanken, wie man im 21. Jahrhundert, im Zeitalter des Internets, anfangen kann auf Deutsch zu singen, wo man mit einem Klick die ganze Weltbevölkerung erreichen kann. Aber vielleicht ist gerade auch das cool. Think local und so.

Und eure letzte EP hat sich durch Crowdfunding finanziert. Bekommt man da ein anderes Verhältnis zu seinen Fans – zu seinen Unterstützern?

Matti: Also, grundsätzlich war es ein unfassbar schönes Gefühl, denn wir haben schlussendlich ja auch viel mehr eingesammelt als wir als Ziel hatten. (Anmerkung Jakob: Ziel waren 7.500€ und 11.600€ sind’s geworden) Und du weißt ja auch nicht, was passieren wird, wenn du so ein Projekt startest. Und am Ende kann man dann die ganze Produktion davon bezahlen und das Studio und sogar das Essen in den Pausen. Wir mich war das krasseste, dass sich alle unsere Freunde zusammengeschlossen haben, obwohl ich ich Anfangs schon gefragt habe, wieso uns niemand von denen unterstützt und nicht mal eine CD kauft. Und Wochen vor Ende hat jemand ein Wohnzimmerkonzert gekauft. Da haben sich alle unsere Freunde versammelt, damit wir bei mir in der WG ein Konzert spielen können. Das war richtig cool.

Dann bleibt nur zu fragen, was denn als nächstes bei euch ansteht? Wann kommt die nächste EP, das nächste Album oder die nächste große Ankündigung von BRUCKNER?

Jakob: Unsere EP kommt im Frühjahr 2019. Ziemlich wahrscheinlich im April. Jetzt im November ist unsere neue Single „September“ erschienen. Ja, wir sind richtige Marketinggenies, muss man wissen. Und ja, dann kommen noch zwei weitere Songs, bevor es dann im nächsten Jahr auf Tischtennistage-Tour geht. Wir freuen uns so.


Autor: Dominik Huttner Foto: Bruckner Facebook