Man kennt sie, diese Liebhaber-Acts. Die in kuscheligen Klubs und auf schnuckeligen Festivals spielen. Deren Songs man pausenlos hören und doch für besondere Momente aufheben möchte. Die man jedem ans Herz legen und doch am liebsten ganz für sich behalten möchte. Das Paradies ist so ein Liebhaber-Act. Am vergangenen Freitag erschien Florian Sieverts erste EP unter seinem Synonym Das Paradies, dessen Name „Die Giraffe Streckt Sich“ schnell in die Köpfe und Herzen etlicher Musikfans einbrennt.

Ich konnte Florian Sievert aka. Das Paradies zum EP-Release ein paar Antworten entlocken.


Einstiegsfrage: Wieso nicht Die Hölle?

Eine sehr gute Idee. Schade.

Mit Talking to Turtles machst du bereit seit 10 Jahren Musik, bist salopp gesagt ein „alter Hase“. Mit Das Paradies wirst du jetzt nochmal als Newcomer gehandelt – fühlt sich das komisch oder richtig an?

Wenn das mit dem „alten Hasen“ stimmt, dann kann man die Bezeichnungen „Newcomer“ zum Beispiel als Botox-Therapie oder Facelift sehen. Und da sagen ja einige: Warum auch nicht, wenn’s schön gemacht ist.

Wenn wir schon auf deinen musikalischen Werdegang schauen, brennt natürlich folgende Frage unter den Nägeln: Wie kam es zum Sprachwandel?

Mit der Bandpause von Talking to Turtles hatte ich plötzlich viel Zeit. Da kommt man schon mal auf Ideen. Manche sind schlecht, manche nicht ganz so schlecht. Das deutschsprachige Texten war zu dieser Zeit ein angenehmer Zeitvertreib, der dann irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist.

Dein „Support von“-Portfolio beinhaltet die Creme de la Creme der neuen Hamburger Schule, seien es Moritz Krämer, Element of Crime oder Kettcar. Kannst du dich selbst und deine Musik mit diesem Genre identifizieren?

Im Vorprogramm spielen ist wirklich eine tolle Sache. Man spielt recht kurz und meist vor vielen Leuten. Man hat also früh Feierabend und viel Zeit die Annehmlichkeiten des Tourlebens zu genießen. Zum Beispiel das ein oder andere Bier zu trinken und der Hauptband zuzuhören. Wirklich eine tolle Sache. Über Genres mache ich mir nicht allzu viele Gedanken.

Wo wir gerade bei solch illustren Namen sind: Der letzte Song deiner EP ist ein wunderschönes Erobique/Jacques Palminger-Cover. Wieso gerade „Wann strahlst du?“?

Claudia von Talking to Turtles und ich haben „Wann strahlst du?“ vor ein zwei Jahren bei einer Autofahrt entdeckt. Was für ein tolles Lied. Man singt es einfach gern.

Ich bin ein großer Fan deiner Metaphern! Baust du deine Texte drum herum oder kommen die Metaphern während des Schreibens ganz nebenbei?

Danke sehr. Und schwer zu sagen. Ehrlicherweise hab ich die Entstehung der Texte noch nicht analysiert. Das ist glaube ich auch besser so.

Wie malst du dir deine nahende Festivalsaison aus?

Glücklicherweise muss ich sie mir gar nicht ausmalen. Die Termine auf einigen tollen Festivals scheinen real zu sein. Ich hoffe es zumindest und freue mich drauf.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Markus Fiedler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.