Spätestens seit 2014 kommt man nicht um sie herum, wenn man sich auch nur irgendwie mit gutem deutschen Hiphop auseinandersetzt, unter anderem sorgte der Song „Beate Zschäpe hört U2“ dafür, dass sie schnell in aller Munde waren: die Antilopen Gang.

Die Rapper mit der Punk-Attitüde, der klaren politischen Meinung und dem Namen mit Wiedererkennungswert haben sich in der Szene etabliert. Ihr Album „Anarchie und Alltag“ stieg im vergangegen Januar auf den Thron der deutschen Albumcharts, ihre Konzerte und Festivalauftritte sind stets äußerst gut besucht. Nicht nur einmal wurden sie für ihre grandiose Musik ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem renomierten New Music Award – für ihre ECHO-Nominierung 2017 interessierten sie sich allerdings weniger.

Koljah, Danger Dan und Panik Panzer haben nun den letzten Festivalsommer hinter sich gelassen, touren aktuell wieder durch die großen und kleineren Städte des Landes, setzen ihre „Anarchie und Alltag“-Tour im neuen Jahr sogar noch weiter fort und spielen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Rahmen der Tour durfte ich den dreien ein paar Fragen stellen.


Endlich wieder auf Tour! Welcher Gegenstand darf beim Kofferpacken auf keinen Fall vergessen werden?

Koljah: Der Koffer.

Habt ihr Rituale vor, nach oder sogar während eines Konzertes?

Koljah: Wir liegen uns vor dem Konzert mit Band und Crew in den Armen und grölen „We Are The Champions“.

Panik Panzer: Das ist aber erst seit der letzten Frühjahrstour so. Vorher waren wir immer traurig, wenn wir sehen mussten, wie all die harmonischen Scheißbands ihre hochkreativen Auftrittsrituale in ihren vor Glückseligkeit strotzenden Tourblogs präsentiert haben.

Danger Dan: Ich habe während des Konzerts eigentlich alles ritualisiert. Sogar die spontan wirkenden Momente und Witze oder die sympathischen Fehlerchen sind ein sich ständig wiederholendes niemals endendes Mantra. Ich bin doch kein Improvisationstheater.

Wenn jemand noch nie auf euren Konzerten war, wie würdet ihr ihm kurz beschreiben, was ihn erwartet?

Panik Panzer: Blitzgewitter, Seifenspender, Weltmeistertum und Schamgrenzen.

Danger Dan: Ihn erwarten hunderte rumbrüllende, gerade der Pubertät entflohene, die sich nicht benehmen können, sich sinnlos betrinken und unansehnlich und ungelenk zu viel zu lauter Musik tanzen.

Hand auf’s Herz: wer schnarcht am lautesten im Nightliner?

Koljah: Danger Dan und Panik Panzer. Notiz an mich selbst: Immer verhindern, dass einer von denen bei mir in der Nähe schläft. Diesmal liegt leider Danger Dan im Bett unter mir und bereitet mir regelmäßig schlaflose Nächte, sogar Oropax hilft da nicht immer. Ansonsten stößt sich Danger Dan übrigens jede Nacht 2-3 mal den Kopf an meinem Bett, der Typ ist dermaßen am Ende.

Panik Panzer: Was Koljah nicht weiß, ist, dass ich gar nicht mehr so viel schnarche, seit ich eine frisch diagnostizierte Schlafkrankheit allabendlich mit Nasenspray und Astmainhalator therapiere. Ansonsten ist unser Lampenjunge Mario auch recht weit vorne in der Liga der Schnarchsäcke.

Danger Dan: Ich stoße mir wirklich ständig den Kopf in den kleinen Kabinen. Ich sehne mich in die guten alten PKW Zeiten zurück, als wir noch im Hotel schliefen und nicht immer abreisen mussten, grade als es am schönsten war.

Danger Dan, dürfen wir uns auf weitere musikalische Ausflüge wie euern Tourtrailer „Mit Doc Martens am Klavier“ von dir freuen?

Danger Dan: Natürlich, ich arbeite an meinem großen Durchbruch als schnöselige Chanson Diva.

Der wunderbare Goldroger begleitet euch im Dezember, auf welchen seiner Songs freut ihr euch am meisten?

Panik Panzer: “Unter Nelken”, bester Song! Leider ist Goldroger nun krank geworden und musste uns den ganzen Dezember absagen. Die ersten Tourdates mit ihm waren aber jeden Abend eine große Freude.

Ihr spielt am 23.Dezember in Düsseldorf, ein Heimspiel für euch – seid ihr da besonders aufgeregt oder besonders gelassen?

Koljah: Ein Heimspiel nur für mich. Und ich bin immer gelassen, aber da ganz besonders, schließlich ist Weihnachten. Außerdem kann ich im Gegensatz zu allen anderen nachts einfach in mein eigenes Bett fallen.

Danger Dan: Düsseldorf ist meine Heimat, da gehöre ich hin. So wie ein Kaktus in die Arktis und ein Eisbär in die Wüste.

 

Autorin: Anna

Photocredit: Robert Eikelpoth

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