Von 0 auf Platz 3 der deutschen Albumcharts, nur zwei Tage nach Release musste ein Nachpressen der Platte beauftragt werden. Gerade gibt es kein Vorbeikommen an der Mecklenburg-Vorpommerschen Punkrock-Band Feine Sahne Fischfilet – und das ist auch gut so!

 Mit „Sturm & Dreck“ (Review) bekommt die sympathische Band gerade genau die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihnen gebührt. Die Releaseparty dauerte keinen Abend, sondern eine ganze Woche und fand nicht nur an einem Ort, sondern in ganz Deutschland verteilt statt. Die „Alles auf Rausch“-Tour steht kurz bevor, die Vorfreude auf die zahlreichen Festivaltermine steigt und 2018 ist schon heute ein großartiges Jahr für Feine Sahne Fischfilet.
Kurz vor dem Release durfte ich Kai Irrgang, dem Bassisten der Band, einige Fragen stellen.

Seit dem Erscheinen eures letzten Albums sind drei Jahre vergangen, in denen ihr ziemlich viel rumgekommen seid. Ist „Sturm und Dreck“ ein frischer Neuanfang oder eine Fortführung der letzten Jahre?
Für uns ist das natürlich kein Neuanfang. Wie du schon sagst sind wir in den letzten drei Jahren viel rumgekommen und haben einfach eine Menge erlebt. Das spiegelt sich dann natürlich auch auf „Sturm & Dreck“ wider. Es ist ja nicht so, dass wir uns hinsetzen und einen Plan schmieden, was wir so in unseren Lieder erzählen wollen. In unserer Musik verarbeiten wir einfach persönliche Erlebnisse und von denen gibt es ja zuhauf.

Die Leute tanzen sich auf euern Konzerten und Festivalauftritten in Ekstase und singen Zeile für Zeile eurer Texte aus vollem Herzen mit – was ist das für ein Gefühl? 
Das ist wirklich schwer zu beschreiben. Ich denke auch ganz oft auf der Bühne „Alter, was machen die da? Ich würde das gar nicht durchhalten. Die sind doch wahnsinnig.“

„Sturm und Dreck“ ist ja bereits euer fünftes Album, bekommt man im Studio eine gewisse Routine oder läuft die Entstehung eurer Alben jedes Mal anders ab?
Also Routine gibts da bei uns nicht. Wir haben ja auch immer anders aufgenommen. Für „Wut im Bauch, Trauer im Herzen“ zum Beispiel haben wir uns für eine Woche in einem Kinderzimmer bei Freunden eingenistet, Technik bestellt, die nach der Aufnahme wieder Retour geschickt wurde, und viel wie auf Klassenfahrt abgehangen haben. Für „Sturm & Dreck“ sind wir zum ersten Mal nicht in einem abgesteckten Zeitrahmen ins Studio gegangen, sondern haben das über längere Zeit aufgeteilt. Dann waren auch manchmal nur die Bläser im Studio oder die Sänger. Das hat uns glaube ich ganz gut getan. Wenn man in so einer Phase die ganze Zeit ununterbrochenen aufeinander hängt, kann das auch schnell kontraproduktiv werden. Aber zurück zur Routine: Ich bin vor dem Studiobesuch immer mega aufgeregt, einfach weil es ungewohnt ist.

Kürzlich wart ihr für 7 Konzerte Support der Toten Hosen, was war das für eine Erfahrung?
Das war schon sehr besonders. Auf der einen Seite ist es natürlich verrückt vor so vielen Menschen in diesen Riesenhallen zu spielen. Auf der anderen Seite war es aber wirklich beeindruckend zu sehen, wie die Toten Hosen so hinter der Bühne agieren. Das ist einfach alles sehr sympathisch. Das ist keine Selbstverständlichkeit in diesem ganzen Musikzirkus.

Auf der neuen Platte behandelt ihr ernste Themen, übermittelt anderseits aber auch ein sehr positives „es ist nicht alles schlecht“-Gefühl mit eurer Musik. Fällt es euch manchmal schwer, ein gutes Mittelmaß zu finden? 
Ich glaube man muss kein Mittelmaß finden. Einfach das machen, worauf man Bock hat und das ist bei uns raus gekommen.

Bald geht es auf große Deutschland-Tour, einige Festivaltermine stehen auch schon fest –  ist man da noch groß aufgeregt oder freut ihr euch einfach, wieder unterwegs zu sein? 
Klar, wir sind immer extrem aufgeregt bevor wir die neuen Sachen zum ersten Mal live spielen. Aber in erster Linie können wir es kaum abwarten, endlich wieder auf Tour zu gehen.

Gemeine Frage, aber: habt ihr einen Lieblingssong auf „Sturm und Dreck“?
Da gibt es zu viele 😉 Und jeder aus der Band hat wahrscheinlich einen anderen.

Autorin: Anna Fliege
Photocredit: Bastian Bochinski

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