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Im Wortwechsel mit Frank Z. von Abwärts

Im Wortwechsel mit Frank Z. von Abwärts

Abwärts sind bereits seit 1979 fester Bestandteil der deutschen Musikszene. Die Band bestehend aus Sänger FRANK Z., Gitarrist RODRIGO GONZÁLEZ, Bassist BJÖRN WERRA und Schlagzeuger MARTIN KESSLER, sorgt nach Ihrer letzten Albumveröffentlichung 2014 (“Krautrock”), endlich wieder für Nachschub. „Smart Bomb“ heißt das neue Werk der Punkband aus Hamburg und macht mit gewohnt scharfsinnigen Texten, zwischen Sarkasmus und Humor, Songs mit Nachdruck und gewohnt kraftvollem Sound und jeder Menge Energie, ordentlich Stimmung.

Im Rahmen der Albumveröffentlichung und der ab Oktober anstehenden Tour, durften wir Sänger und Bandgründer Frank Z. einige Fragen stellen.



Smart Bomb” erscheint vier Jahre nach Eurem Erfolgsalbum “Krautrock”, was hat sich in der Zwischenzeit verändert?

Frank Z.: Na ja, die Zeiten ändern sich, unsere Musik verändert sich: Möglicherweise ist ‚Smart Bomb‘ deshalb härter ausgefallen als sein Vorgänger.

Wie unterscheiden sich “Smart Bomb” von vergangenen Alben?

Frank Z.: Wir haben immer darauf geachtet das ein Album von uns nicht wie das vorhergegangene klingt . Allerdings ziehen sich die Texte mehr oder weniger wie ein roter Faden durch unser ‚Gesamtwerk‘.

Ihr seid jetzt seit fast 38 Jahren im Musikgeschäft unterwegs und dafür bekannt, immer wieder neue Wege einzuschlagen und zu experimentieren, woher findest Du persönlich neue Inspiration?

Frank Z.: Es ist so, das wir uns noch nie einem kommerziellen Erfolgsdruck ausgesetzt haben. Klar freut man sich, wenn sich ein Album gut verkauft, gerade heutzutage, aber es hat bei Abwärts nie diesen Zyklus ‚alle ein bis zwei Jahre: neues Album / Tour ‚ gegeben. Es gibt ja Acts da kannst du wirklich fast sagen: Kennst du einen Song, kennst du alle. Dadurch, das wir uns in der Tat immer Zeit zum experimentieren genommen haben, ist das bei uns nicht der Fall. Da habe ich auch Zeit für Inspirationen.

Ihr seid ab Oktober mit dem neuen Album endlich wieder auf Tour. Arnstadt, St. Gallen und Bonn sind bereits ausverkauft (Herzlichen Glückwunsch !) , hast Du eine Stadt/Location in der du am liebsten auftrittst?

Frank Z.: Ich trete überall gerne auf, meine Lieblings- Location ist über die Jahre das SO 36 in Kreuzberg.

In “Lass Blumen Sprechen” singst du “ Heut die Zeiten sind anders, jeder sagt was er denkt” – was genau hat sich in der heutigen Zeit geändert und was muss noch geändert werden?

Frank Z.: Der Text geht ja noch weiter: „Jedoch jeder gleicht jedem , von lustigen Schelmen gelenkt“. Und genau das ist das Problem: Jeder kann auf allen möglichen Foren, Blogs, Tweets usw. etwas sagen. Aber am Ende des Tages ist das meiste nur nutzloser Müll. Wie man das ändern soll? Keine Ahnung, vielleicht sollte man sich zum Mond schießen lassen

Viele der Songs haben zu Beginn englischsprachige Einspieler, schreibst du zuerst und fügst diese später hinzu oder wie fügt sich alles zum Endprodukt zusammen?

Frank Z.: Die Einspieler, die thematisch natürlich einigermaßen passen mußten, haben wir nachträglich eingebaut. Ich finde so etwas ganz witzig.

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Und wie kam es zu der Coverversion des Andrew-Sisters-Klassikers “Rum & Coca Cola”?

Frank Z.: Ich habe das Stück zufällig im Autoradio gehört, das ganze Ding trieft ja nur so vor Sarkasmus- das zeigt mal wie ‚zeitlos‘ Politik ist, schließlich stammt die Nummer aus den 1940er Jahren. Genau die richtige Nummer für Abwärts.

Deine Texte sind immer wieder sarkastisch und humorvoll aber sprechen harte Themen an, sind durchdacht und kritisch – woher kamen die Themen für die Songs auf “Smart Bomb”?

Frank Z.: Ich schau mich mich um, sehe mir an was läuft, was die Leute sagen, was die Medien sagen. Dann sage ich selber was dazu und versuch einen Text zu schreiben. Manchmal klappt das ganz gut. Ein Beispiel: In dem Titelsong ‚Smart Bomb‘ lasse ich gewissermaßen die Bombe sprechen. Ich finde übrigens auch die visuelle Umsetzung im Video ganz gelungen.

Vielen Dank an Frank Z. für das Interview. “Smart Bomb” erscheint am 28. September 2018.


Interviewerin: Lisa Schulz

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