Er ist auf Tour und präsentiert der Welt aktuell sein neuestes Album „Staying At Tamara’s!“ Mit seinem Debütalbum „Wanted On Voyage“ und der Single „Budapest“, wurde George Ezra vor einigen Jahren über Nacht zum international gefeierten Star.

Der Hit spielte in den Radio-Stationen rauf und runter und auch die Nachfolgesongs, waren allesamt Erfolge. Nun ist der 24-Jährige mit neuer Musik zurück und nahm sich die Zeit, uns ein paar Fragen, über sich, sein Album und sein Leben zu beantworten!


Allen voran muss ich dich einfach fragen: Bist Du gut hydriert?

(Lacht) Schau mich an, ich bin immer gut hydriert. (zeigt auf 5! Wasserflaschen)

Dein aktuelles Album trägt den Namen deines Hosts Tamara in Barcelona (Ankmerkung: George hat sich zum Schreiben für einen Monat bei einer fremden Person eingebucht). Wann hast Du die Entscheidung getroffen, das Album nach ihr zu benennen?

Weißt du, eigentlich war ich dort, um Inspirationen für mein Album zu sammeln. Denn immer, wenn ich unterwegs Songs schreibe, fühlt es sich nach Heimat an. Ich war für vier Wochen dort und hatte noch nicht wirklich am Album gearbeitet. Und nach nur zwei Wochen dachte ich mir „was soll‘s, ich nenne das Album Staying At Tamara‘s.

Beide Alben beziehen sich in unterschiedlicher Art und Weise aufs Reisen. Was kommt als nächstes? Ein ‚George Ezra Travel Guide‘? Was sind deine Pläne?

Ich will…nein ich MUSS…also was ich sagen möchte, es ist hart Zuhause Songs zu schreiben, ohne die ganzen Erfahrungen die man unterwegs sammeln kann. Ich habe schon einige Ideen. Ich würde unfassbar gerne einen Roadtrip durch Kalifornien machen. Entlang der wunderbaren Landschaft. Und natürlich ist es auch ein Pluspunkt, dass dort die ganze Zeit die Sonne scheint.

Hast du denn auch irgendwelche Tipps, um alleine zu reisen?

JA! Also beispielsweise ging einer meiner Trips für das neue Album an den Landrand von England. Da war nur diese Hütte und sonst weit und breit niemand. Keine Menschenseele und das war ein bisschen beängstigend. Es gab keinen Strom und ich musste mich mit Kerzen und einer Kopfleuchte orientieren. ABER, worauf ich hinaus möchte: Das waren zehn Tage ohne eine andere Person. Und es war wunderbar. Es gibt dir eine andere Denkweise. Und wann hat man schon mal zehn Tage nur mit sich selbst? Es ist wie ein Social Detox.

Gibt es einen oder mehrere Orte die Du unbedingt noch sehen möchtest? Also richtige „bucket list“ Orte?

Na sicher! Ich möchte unbedingt mal nach Indien. Ich würde gerne die weiten Landschaften von China entdecken, aber du brauchst jemanden, der dir sagt wohin du gehen kannst und was du besser lässt. Was noch…? Japan vielleicht, das wäre cool. Und ich liebe Zugreisen. Es gibt diese eine Reise von New York nach L.A, quer durch Amerika.

…und was wäre mit einem „Roadtrip“?

Sicher! Wir können uns so glücklich schätzen, in Europa zu leben. Es ist so einfach. Jede Landesgrenze birgt neue Abenteuer. Neue Kulturen, neue Menschen. Und alles so nah beieinander.

Wo wir gerade so über dein Album und übers Reisen sprechen, gibt es dahingehend auch etwas, was sich in deiner Persönlichkeit spürbar verändert hat?

Hmm, also es gibt Songs, oder wenigstens einen Song, den ich geschrieben hab, als ich 14 war, und einen mit 15, und 16, und 17 und so weiter…und wenn du so jung bist, denkst du nicht, dass du Songs für „EIN ALBUM“ schreibst. Und jetzt mit 24 bin ich immer noch jung, aber habe mich selbstverständlich weiterentwickelt. Ich habe Orte gesehen, von denen ich niemals zu träumen gewagt hätte, und Menschen getroffen von denen ich es niemals gedacht habe. Und das verändert dich. Jede Person ein kleines bisschen mehr.

Und würdest du dir wünschen, dass du irgendetwas ändern könntest?

Ich weiß nicht recht? Ich bin glücklich. Die Menschen fragen immer worauf ich besonders stolz bin, aber es ist nicht Stolz der mich definiert. Ich fühle mich einfach glücklich. Das klingt vielleicht sehr ‚einfach‘, ist aber unfassbar wichtig für alle von uns. Glück zu finden. Und ich habe mein Glück gefunden.

Ja, du scheinst sehr bodenständig und relaxed…

Ich bin auch entspannt! Auf Tour! Weil es dort immer zwei oder drei Menschen gibt, die meine Zeit einteilen und meinen Tag organisieren. Aber, wenn ich dann mal Zuhause bin, alleine, auf mich selbst gestellt, merke ich, dass etwas fehlt und ich weiß nichts mit mir und meiner vielen Zeit anzufangen und mache mir über die verrücktesten Kleinigkeiten Gedanken.

Und wie verbringt George Ezra einen freien Tag?

Ich mache gerne lange Spaziergänge oder gehe in den Park. Und ich liebe es zu kochen. Ja, ich habe tatsächlich das Kochen für mich entdeckt. Und dafür nehme ich mir dann auch einen ganzen Nachmittag Zeit. Suche ein Rezept heraus, gehe einkaufen, mache alles in Ruhe. Und manchmal lese ich auch nur, oder schaue Fernsehen. Eben ein ganz gewöhnlicher freier Tag.

Du George, wie war eigentlich die Zusammenarbeit mit ‚First Aid Kit‘?

(Holt tief Luft) Die sind verdammt VERDAMMT cool! Ich traf sie in Kanada auf einem Festival. Nur ganz kurz, wir waren nicht sehr lange zusammen. Und sie wollten tatsächlich ein Foto MIT MIR machen?! Und dann schrieb ich „Saviour“ und dachte, dass der Song mit einer weiblichen Stimme noch viel cooler wäre. Und ich scherzte herum, ob ich ‚First Aid Kit‘ fragen solle. Ich konnte einfach an nichts anderes mehr denken. Und dann ging ich ins Studio, nahm den Song auf und dachte mir „fuck it“ ich frage jetzt einfach. Und sie sagten JA!

Und wenn du selbst bei einem Song mitsingen könntest? Von jedem Künstler. Tot oder lebendig…

Tot oder lebendig, ja? DANN Elvis Presley. Und einfach bei jedem Song, den er gemacht hat. Er ist einfach ein Gott. Er ist DER MANN. Oder aber Johnny Cash. Ein bisschen Country…(fängt an alte Johnny Cash Songs zu singen…).

Wenn wir doch gerade so bei Features sind, muss ich dich natürlich auch zu deinem EIGENEN Podcast befragen! Wie hast du die Gäste dafür ausgesucht?

Was soll ich sagen?…Wer halt so Zeit hatte. Freunde, Kollegen, ich hatte eine Art Wunschliste. Ich kam irgendwann an diesen Punkt, an dem mir richtig bewusst wurde, dass JEDER JOB eine Menge Arbeit mit sich bringt. Jeder Job, den man sich vorstellen kann. Und harte Arbeit zahlt sich aus, denke ich. Und für mich fühlt sich harte Arbeit richtig an. Aber irgendwann habe ich meine Arbeit als selbstverständlich wahrgenommen, weil ich machen darf, was ich liebe. Allerdings wäre das nichts, ohne die ganzen Menschen und Teams um mich herum. Und so wollte ich einfach ein Projekt, bei dem es nur um mich und meine Leistung geht. Also setzte ich mich ans Mikrofon, nur ich und meine Gäste und sprach drauf los.

Und wird es mehr von diesem Projekt geben, oder bleibt dies eine „einmalige“ Sache?

Ja, auf jeden Fall. Es kommen noch einige Episoden. Wir haben noch ELTON JOHN, SAM SMITH und LILY ALLEN! Und dann gibt es eine kleine Pause. Ich muss ja auch schauen, dass ich Zeit finde, neue Folgen aufzunehmen. Und wenn ich auf Tour bin, ist dies natürlich wirklich schwer. Aber es soll definitiv weiter gehen. Denn ich liebe es.

Elton John, hmm? Wie war die Arbeit mit ihm?

Ich war zu Gast in seinem Haus. Wurde von vornherein darauf aufmerksam gemacht, dass ich maximal 20 Minuten für das Gespräch habe. Aber es ging ÜBER EINE STUNDE. Wir haben uns wunderbar unterhalten und er wollte das Gespräch immer weiter führen. Das war sehr nett. Er war sehr inspirierend, denn um ehrlich zu seinen ist er eine der größten Persönlichkeiten die ich kenne.

Wenn wir nochmal auf dein Album zurückkommen, würde ich gerne wissen, welcher dein Lieblingssong ist?

Das ist wie nach dem Lieblingskind zu fragen…Es wechselt eigentlich wöchentlich…Aber momentan ist es Shotgun! Ich denke das ist ein Hit!

Leider müssen auch die schönsten Treffen Mal zu Ende gehen…Also abschließende Frage: Was sind deine Pläne für die nächste Zukunft?

Ganz ehrlich? Mich erstmal auf diese Sache zu konzentrieren. Demnächst sind wir in Kanada und Amerika. Dort bleiben wir einen ganzen Monat auf Tour. Und dann kommen viele Festivals und ich möchte natürlich auch ganz viel neue Musik schreiben. Und das ist immer etwas schwierig auf Tour. Aber ich denke das ist es, was ich so tun werde…also danke für diese Frage!




Autor: Dominik Huttner Foto: Phil Smithies

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