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Im Wortwechsel mit GRANADA

Im Wortwechsel mit GRANADA

Jetzt spielts Granada! Die fünf Herren aus Graz sind, ohne Frage, eine der interessantesten Bands, die die österreichische Indie-Szene gerade zu bieten hat. Ihr famoses selbstbetiteltes Debüt, vor kurzem der Nachfolger „Ge Bitte!„, unzählige Festivalauftritte und Touren, wohin das Auge reicht.

Wir hatten die Chance, Granada inmitten ihres Festivalsommers ein paar Fragen zu stellen.


Was ist an Graz besser als an Wien? Und wo liegt der größte Unterschied zwischen den beiden Städten?

Beide Städte haben definitiv etwas für sich, was an Graz aber besser ist, darüber soll sich jeder selbst ein Bild machen. Graz als auch Wien sind jedenfalls eine Reise wert.

Das Akkordeon ist schon ein bisschen zu euerm Markenzeichen geworden, oder? Wie kam es dazu, ein für die aktuelle Musikwelt eher eingestaubtes Instrument wieder salonreif zu machen?

Also das Akkordeon ist schon ein sehr wesentlicher Bestandteil unseres Ensembles und bringt dem Klangkörper Granada schon eine ganz eigene Charakteristik. Die Faszination für den Klang des Akkordeons und die Auftragsarbeit für den Film „Planet Ottakring“ waren ausschlaggebend für die Wahl des Instruments.

Haben sich „Marie“ und die Frauen aus „Berlin“ und „Prada“ eigentlich schon bei euch gemeldet?

An dieser Stelle sei erwähnt, nicht alle unsere Texte sind autobiografisch und spielen meist doch auf eine gewisse Mehrdeutigkeit an. Da ist man als HörerInn unserer Musik schon ein bisschen gefordert. Bei dem Song „Marie“ geht es nicht wie man meinen mag um eine Frau, sondern um Geld. (Anm.: Der Ausspruch Marie kommt aus der Zeit Maria Theresias. Damals wurde zu den Marientalern umgangssprachlich einfach „Marie“ gesagt.) Es empfiehlt sich bei unseren Texten etwas genauer hinzuhören oder gegebenenfalls das Booklet zu Rate zu ziehen.

„Ge Bitte“ – wohin denn? Wie darf man den Titel eures neuen Albums verstehen?

Unter Ge Bitte ist eine umgangssprachliche aber auch eine mehrdeutige Aussage zu verstehen. In der Band verwenden wir es als Ausspruch unseren Unmut über dieses und jenes auszudrücken. Zum Beispiel: Du gehst ohne Schlüssel außer Haus und kommst erst darauf den Schlüssel vergessen zu haben, wenn du die Eingangstür aufsperren willst: Ge Bitte. Oder jemand vergisst etwas was er/sie dir schon 10mal versprochen hat: Ge Bitte. Es kann aber auch das resignierende YOLO verstanden werden.

Seid ihr mit der gleichen Einstellung an das neue Album rangegangen, wie ihr es schon bei euerm Debütalbum gehandhabt habt? Oder hat sich viel verändert?

Im Grunde war es ähnlich wie beim ersten Album. Was sich verändert hat war, dass wir als Band mehr zusammengewachsen sind und das hat den Produktionsprozess doch geprägt.

Jetzt ist das Album ja schon ein paar Tage draußen. Wie ist es euch bisher damit ergangen?

Sehr gut! Wir sind glücklich mit unserem neuen Album und dankbar über die tolle Resonanz und das gute Feedback darüber.

Im Herbst geht ihr mit „Ge Bitte“ auf große Deutschlandtour. Schon irgendwelche Pläne gemacht oder Schandtaten für die Zeit geplant?

Also in erster Linie richtig gute Konzerte spielen und unserem Publikum eine schöne Zeit schenken. Feiern werden wir natürlich auch und an den freien Tagen: Sauna!

Könnt ihr Unterschiede zwischen Konzerten in Österreich und Deutschland ausmachen? Gibt es da Vorurteile oder gar Wahrheiten?

Nein im Grunde nicht. Unter Umständen ist das Publikum in Deutschland pünktlicher. Aber sowohl in Deutschland als auch in Österreich durften wir bisher immer ein sehr aufmerksames Publikum begrüßen.

See Also

Euer Video zu „Die Stodt“ ist beeindruckend und erinnert mich an „Momo und die grauen Herren“. Hat es lang gedauert, bis ihr wieder komplett sauber wart?

Der Videodreh zur „Die Stodt“ war schon ein riesen Aufwand und am Set insgesamt über 50 Leute. Da es sich um ganz feinen Ton handelte, den wir zum einfärben für die grauen Leute verwendet hatten, ging es doch schneller als erwartet. Ab unter die Dusche und fertig.

Als österreichische Band, die auch hier in Deutschland großen Anklang findet, werdet ihr Tag für Tag mit Bilderbuch und Wanda in einen Topf geworfen. Wie geht ihr damit um und was haltet ihr selbst von diesem Vergleich?

Natürlich kennen wir diese Vergleiche. Wir finden es aber weiter nicht tragisch, dass solche Vergleiche gezogen werden. Wenn man sich aber etwas mehr mit den genannten Bands und uns auseinandersetzt, wird man feststellen, dass der Vergleich etwas hinkt.

Ihr steckt mitten in eurer Festivalsaison. Spielt ihr gerne auf Festivals? Und was ist für euch das Beste daran?

Genau stimmt! Wir dürfen noch den weiteren Sommer diverse Festivals bespielen und freuen uns schon sehr darauf! Man hat auf Festivals die Möglichkeit neue, einem selbst unbekannte Bands zu entdecken und viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen. Das Beste an Festivals ist die Stimmung.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Carina Antl

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