Now Reading
Im Wortwechsel mit HAIKU HANDS

Im Wortwechsel mit HAIKU HANDS

Haiku Hands sind die Band, die ich meinem 15-Jährigen Ich gerne gezeigt hätte. Das australische Trio liefert uns mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum euphorische, tanzbare Beats mit jeder Menge Empowerment und Haltung. Per Mail habe ich mich mit Claire Nakazawa  über den Entstehungsprozess ihrer Musik, Inklusivität und die ideale Party unterhalten.

Ich hoffe, es geht euch gut! Wie verbringt ihr eure Zeit momentan, wenn ihr nicht gerade Promo für euer Album macht?

Claire Nakazawa: Danke! Ich hoffe, dir auch! Ich habe gerade ein Wandgemälde in der Day Art Gallery in Blackheath gemalt. Ansonsten habe ich mir Serien angesehen, mit meinen Katzen rumgehangen, Buschwanderungen unternommen und mich mit Freunden und Familie getroffen.

Haiku Hands existiert seit drei Jahren. Was ist eure wichtigste Lektion aus dieser Zeit und wie hat sie euer Album beeinflusst?

Claire: Vermutlich über die Macht des Selbstvertrauens und der Zusammenarbeit. Ohne sie hätten wir nicht das erreicht, was wir haben, und ein so cooles Album gemacht!

Was kommt zuerst: der amüsante Sound oder die wichtige Botschaft, die ihr vermitteln wollt?

Claire: Die Musik steht an erster Stelle, wir alle sind Musik- und Beat-Lover, also fangen wir damit an, und dann versuchen wir, die Produktion mit dem, was und wie wir es sagen, zu bereichern. Der Text und die Botschaft sind ebenfalls sehr wichtig und überwiegen manchmal sogar ein bisschen, aber wir beginnen mit dem Klang. Letztendlich denke ich, dass die Gesamtenergie und das Gefühl an erster Stelle stehen.

Ich möchte mehr über den Entstehungsprozess eurer Musik erfahren. Was kommt zuerst? Wer bringt welche Elemente ein?

Claire: Zuerst bekommen wir Beats, dann bekommen wir Bars! Wir haben das Glück, einige großartige Produzentenfreunde in Australien und in der ganzen Welt zu haben und über unseren Vertrieb auch Beats zu bekommen.

Zunächst hören wir uns einen Haufen Beats an und erstellen eine Top-10-Liste – anschließend wählen wir eine aus, die wir an dem Tag schreiben. Wir haben das Album in Melbourne mit Joelistics (Joel Ma) geschrieben, der ein großartiger Writer, Rapper und Produzent ist. Wir sind spazieren oder in ein Café gegangen und haben über alles geredet, was uns damals interessierte, einen Artikel über künstliche Intelligenz, was wir einem Publikum auf einem Festival, einem Freund oder einer Erfahrung sagen wollten, und dann schrieben wir mit diesem Gedanken im Hinterkopf.

Einmal habe ich über einen Beat in meist Kauderwelsch freigestylt und wir haben Worte dazu gesagt, es ist einer meiner Favoriten, „Eat This Bass“. Mie und ich lebten in Sydney, also nutzten wir unsere Zeit zum Schreiben in Melbourne und machten jeden Tag lange Sessions, etwa eine Woche lang.

…die Person, die beleidigt ist, ist auch die, für die das Lied gemacht ist.

Ich liebe „Manbitch“ und euren Plan, das Wort inklusiver zu machen. Ich weiß das zu schätzen, aber ich kann mir vorstellen, dass einige der Herren beleidigt waren, oder? Habt ihr irgendwelchn Backlash bekommen?

Claire: Das ist das Lustigste an diesem Track, es ist so amüsant, die Reaktion der Leute in der Menge zu beobachten, sie sehen anfangs verwirrt aus und schauen sich gegenseitig an, um zu sehen, wie die anderen reagieren. Oft ist es eine Gruppe junger Jungs, die das Lied zuerst lieben, glaube ich, weil sie das Gefühl haben, dass wir mit ihnen reden und es ihnen gefällt :). Wir sind so glücklich, das zu sehen. Auch Frauen lieben es und drehen sich um und singen es ihren Freunden entgegen.

Ich freue mich, dass du es als inklusiv betrachten kannst, das war unsere Absicht. Ich denke, einige ältere Typen und Frauen werden es anfangs vielleicht nicht verstehen. Aber ich denke, die Person, die beleidigt ist, ist auch die, für die das Lied gemacht ist. Glücklicherweise hatten wir noch keinen Backlash.

Eure Musik erinnert mich total an das, was ich als Kind und Teenager gehört habe – zusammengebracht als ein episches Mashup. Was habt ihr in eurer Jugend am liebsten gehört?

Claire: Absolut, ingesamt ist es eine Art Mashup all unserer Einflüsse. Joel, Mie, Beatrice und ich bringen alle unsere Einflüsse in das Songwriting und die Musikauswahl ein, es gibt eine Menge Musik, die wir alle mögen, und auch unsere verschiedenen Einflüsse.
Ich habe in meiner Jugend nicht so viel Punk oder Rock gehört wie einige der anderen.

See Also


Einige Künstler*innen, die mir in den Sinn kommen, die ich in meiner Jugend gehört habe, sind: Portishead Dummy, Fatboy Slim, Common, Nelly, Outkast, Dido, Seal, Mobutu, 96.1 für den RNB, Nintin Sauney, Nelly Furtado, Fugees, Naughty by Nature, Alicia Keys, Bjork, Redman Method Man, ein bisschen random.

Macht ihr eigentlich nur tanzbare Musik oder feiert ihr selbst gerne? Wenn ja: Wie sieht euer idealer Partyabend aus?

Claire: Ja, wir LIEBEN es, Party zu machen, am Anfang unseres Tourlebens mussten wir lernen, uns zu beherrschen und dann gütig oder verantwortungsbewusst zu werden, so dass wir nicht sterben, aber hier und da lassen wir auch mal die Sau raus.

Es gibt Lieder auf dem Album, die nicht unbedingt tanzbare Musik sind, und ich freue mich darauf, sie mit anderen zu teilen. Am Anfang haben wir beschlossen, tanzbare Musik zu machen, weil wir das Tanzen und Festivals lieben.

Die ideale Partynacht, an die ich denke, ist eine große Sommerhausparty, ein großer Hinterhof und 100-200 gute Freund*innen, gute Musik, vielleicht in der Natur, gutes Essen, ein Kaminfeuer im Freien und keine Ausgangssperre, Nachbarn oder ein Ort, an dem man am nächsten Tag sein kann.

Ich habe gerade euer Video für „Fashion Model Art“ gesehen…wow, so ästhetisch und fancy, das ist genau mein Ding. Gibt es Künstler*innen, Designer*innen oder andere Kanäle, die euch immer wieder inspirieren und beeinflussen?

Claire: Es sind oft Dinge, die wir auf Instagram finden, wir teilen oft Bilder miteinander, uns fallen keine Namen ein, aber wir lieben schöne und ungewöhnliche Dinge.Ich glaube, wir fühlen uns zu kreativen „Rule Breakers“ hingezogen. Mein Ideal ist es, etwas zu schaffen, das noch nie jemand gesehen oder gehört hat. Und ich schätze Künstler*innen, die das machen, wie Kanye’s Poop-di Scoop und Four Tet’s Nebenprojekt, dessen Titel folgender ist:  ⣎⡇ꉺლ༽இ•̛)ྀ◞ ༎ຶ ༽ৣৢ؞ৢ؞ؖ ꉺლ..

Welche Botschaft wollt ihr im Zusammenhang mit eurem Debütalbum in die Welt hinausschicken?

Claire: We got this.

Scroll To Top