James und Andy lernten sich in der Uni kennen – zum Glück. Heute sind die beiden Briten nicht nur sehr gute Freunde, sondern auch eine Band: HONNE. Die zwei Produzenten, von denen Letzterer den Gesangspart ihrer Songs übernimmt, machen unkonventionellen Electric Soul fürs Herz. Mit ihrem Debütalbum „Warm On A Cold Night“ eroberten sie die Bühnen der ganzen Welt, nun kündigten sie das Nachfolgealbum „Love Me / Love Me Not“ für den 24. August dieses Jahres an.

Ich hatte die große Ehre, James und Andy für kurze Zeit zu meinen Brieffreunden zu machen, um dabei ein paar Fragen und Antworten auszutauschen.


Ihr habt eine gewisse Verbindung zu Japan – warum?

Es hat damit angefangen, dass ein paar meiner Freunde dort waren und mir viel davon erzählt haben. Dann machte ich (Andy) dort Urlaub und verliebte mich in das Land. Danach hatte ich das Glück, ein paar Monate dort zu wohnen, als meine Freundin dort arbeitete. Es ist ein wunderschönes Land mit so viel Kultur. Ich kehre immer zurück, wenn ich die Chance dazu habe.

Hat eure verbrachte Zeit in Asien/Japan eure neue Musik beeinflusst?

Ich glaube alle unsere Reisen beeinflussen unsere Musik in irgendeiner Weise. Aber es sind häufig die Menschen und Künstler, die wir auf dem Weg treffen, die den größten Einfluss haben. Wir haben viele großartige Künstler und Musiker getroffen, mit denen wir am Ende zusammengearbeitet haben oder mit denen wir in Zukunft noch zusammenarbeiten werden, sei es bloß im Backstage bei Festivals, bei ihren Auftritten oder einfach nur beim Frühstück in einem Hotel, wenn wir beim gleichen Festival spielen. Mit Menschen zu connecten ist etwas, was wir lieben.

Ihr schreibt romantische Songs, die überhaupt nicht nach kitschigem Kram klingen – verarbeitet ihr damit eure eigenen Gefühle oder rührt das aus einer anderen Richtung?

Haha, ich bin froh, dass du es nicht kitschig findest. Die meisten Songtexte kommen von Andy und immer aus einer persönlichen Position, geschrieben über etwas, dass entweder Andy selbst oder jemandem in seiner Umgebung passiert ist.

Die Leute haben manchmal Probleme damit, den richtigen Namen für euren Musikstil zu finden – wie würdet ihr ihn selbst beschreiben?

Es ist ziemlich hart! Aber ich würde Electronic Soul sagen. Musik, um Gefühle zu verstärken.

Ihr habt euch in der Universität kennengelernt – wusstest ihr von Anfang an, welche Musikrichtung ihr gemeinsam verfolgen wolltet?

Wir haben uns damals durch die Liebe zu Radiohead verbunden gefühlt. Wir beide liebten die elektronischere Seite ihrer Musik und Thom Yorke’s Soloalbum zu der Zeit – „The Eraser„. Wir wussten also, dass wir etwas Elektronisches machen wollten. Ich (James) liebte immer Michael Jacksons Musik und die Harmonien und Beats, die im Besonderen Michael und Quincy Jones benutzen würden. Und ich denke, dass es solche Elemente auch in unserer Musik gibt. Die Musik, die wir machten, entwickelte sich auf natürliche Weise zu Soul.

Wie habt ihr es empfunden, große Major-Festivals wie Coachella, Glastonbury etc. zu spielen?

Wir lieben es absolut. In solchen Festivals steckt so viel Geschichte. Die Wahrheit ist aber gleichzeitig, dass wir auf jedem Festival gerne spielen, bei dem die Crowd für eine gute Zeit bereit ist und bereit ist mitzusingen und in Stimmung zu kommen.

Ihr habt eure neuen Singles “Day 1” und “Sometimes” zeitgleich veröffentlicht – wie sind sie miteinander verbunden?

Also, die Idee dahinter bezieht sich auf den Titel unseres neuen Albums, „Love Me / Love Me Not“. Jedes Lied fällt in beide Seiten. „Day 1“ ist eine Zelebration der Liebe oder derer, die von Anfang an deiner Seite waren. Umgekehrt erkundet „Sometimes“ das Gefühl zu denken, dass du vielleicht jemanden verloren hast und dir wünschst, du hättest etwas zu ihnen gesagt, als du noch die Chance dazu hattest. Sie sind gewissermaßen Gegensätze.

Habt ihr während der Produktion eurer neuen Sachen ein paar Gewohnheiten geändert, so im Vergleich zu euerm Debütalbum?

Haben wir tatsächlich. Auf der Produktionsseite der Dinge – und sorry, wenn das ein wenig geeky sein könnte – haben wir die Software geändert, mit der wir aufnehmen. Wir verwenden jetzt Ableton, was ein wahnsinniges Werkzeug ist. Aber ich denke, im Allgemeinen haben wir ein bisschen mehr losgelassen, unsere Soundpalette geöffnet, mehr Samples benutzt und viel mehr experimentiert. Wir haben auch mit anderen Musikern und Künstlern zusammengearbeitet, die wir lieben. Es hat viel Spaß gemacht, diese neue Platte zu machen.

Ihr habt ein paar großartige Features gemacht – dürfen wir darauf hoffen, dass da noch mehr kommt?

Du weißt es! Aber ich werde noch nicht zu viel verraten. Besser, ein paar Geheimnisse zu behalten, nicht wahr 😉

Beeinflussen euch die aktuellen Musiktrends oder bleibt ihr in eurer eigenen Ästhetik-Filterblase?

Natürlich wird jeder von der Musik, die er hört, ein bisschen beeinflusst. Aber ich würde sagen, dass wir Pop-Trends definitiv nicht folgen. Wir wollen unsere Musik voller Charakter, skurril und interessant halten. Also müssen wir einfach unser eigenes Ding machen.




Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Charlie Cummings

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