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Im Wortwechsel mit HUGO HELMIG

Im Wortwechsel mit HUGO HELMIG

Knapp 365 Tage ist das letzte Gespräch mit Hugo Helmig nun her. Anfang Mai 2018 durfte ich den (damaligen) Newcomer für ein Mailer-Interview mit meinen Fragen löchern. Aus dem zurückhaltenden Sänger ist in kürzester Zeit ein richtiger Superstar geworden, der nicht mehr nur in seiner dänischen Heimat überzeugt.

Zum Release seines ersten eigenen Albums hat Hugo sich erneut Zeit für mich genommen, um das vergangene Jahr einmal Revue passieren zu lassen und über die Entstehung von Juvenile zu sprechen. – Ein Artikel von Dominik Huttner


Hugo, es freut mich sehr, heute einmal persönlich mit dir sprechen zu dürfen, nachdem unser letztes Interview per Mail stattgefunden hat. Es ist ja schon etwas anderes, wenn man persönlich miteinander sprechen kann, als die Fragen ganz abgeklärt abzutippen.

Hugo: Ja, es freut mich auch, dich persönlich kennenzulernen. Es ist schön mit dir sprechen zu können.

Unser letztes Interview ist ja auch schon ein gutes Jahr her. Was ist denn in der Zwischenzeit alles passiert?

Hugo: Nunja, im letzten Jahr war ich z.B auf meiner ersten eigenen Tour. Jetzt habe ich mein erstes Album veröffentlicht. Es ist so unglaublich viel passiert. Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern, weil es einfach so viel war.

Ich versuche dir gerne etwas zu helfen. Du hast z.B über 70 Konzerte in ganz Europa gespielt…Wie intensiv war diese Zeit für dich und wie viel hast du für dich persönlich daraus mitnehmen können?

Hugo: Ich habe so unglaublich viel gelernt. 70 Shows zu spielen macht etwas mit dir, es gibt dir etwas. Ich habe viel über meine Songs und meine Musik gelernt. Wie man alles noch besser arrangieren und miteinander verknüpfen kann. Wie man es noch besser machen kann. Wie ICH es noch besser machen kann. Die allermeiste Zeit habe ich damit verbracht, darüber nachzudenken, wie meine Shows noch besser werden können, damit sie noch mehr Spaß machen.

Und nun hast du sogar schon ein eigenes Album veröffentlicht, das den Titel „Juvenile“ trägt, was so viel wie „Jugendlich“ bedeutet. Wieso genau hast du dich für diesen Namen entschieden?

Hugo: Zum allerersten Mal im Leben war ich zufrieden mit meinem Alter. Als ich jünger war, wollte ich immer älter sein. Ich wollte immer ältere Freunde, ältere Freundinnen und zu den ‚großen‘ gehören. Und genau jetzt, zu der Zeit in der das Album entstanden ist, war ich zum ersten Mal richtig zufrieden mit meinem Alter. Ich war zufrieden damit wie es ist. Ich befinde mich aktuell in einer Phase zwischen der Kindheit und dem Leben eines Erwachsenen und durchlebe eine so spannende Zeit, in der „Juvenile“ mein Leben einfach perfekt beschreibt.

Du bist ja auch noch ziemlich jung. Denkst du, dass der Entstehungsprozess zum Album dabei geholfen hat, sich weiterzuentwickeln?

Hugo: Ja auf jeden Fall! Denn „Juvenile“ hat knapp 3 Jahre meiner Zeit in Anspruch genommen, das heißt einer der ältesten Songs ist ungefährt drei Jahre alt. Und besonders das letzte Jahr hatte einen besonders großen Einfluss auf mich und meine Entwicklung. Ich habe in dieser Zeit so viel neue Musik veröffentlicht. Habe so viele Sachen zum allerersten Mal ausprobiert. Ich habe mich wirklich bewiesen.

Du warst jedoch nicht alleine und hattest während dieser Zeit einen guten Freund an deiner Seite, mit dem du zusammen am Album gearbeitet hast. Hat es das leichter gemacht, zu wissen, dass man nicht alleine ist?

Hugo: Ja, Emil und ich sind wirklich gute Freunde und kennen uns schon sehr lange, das macht einiges einfacher. Wir haben den gleichen Musikgeschmack, wir wollen auf die gleichen Dinge hinaus und schreiben sogar gleich, da macht es doch nur Sinn zusammen zu arbeiten und seine Stärken zu kombinieren. Wir sind uns schon ziemlich ähnlich.

Aber es wird dennoch Herausforderungen gegeben haben, oder?

Hugo: Wirkliche Schwierigkeiten gab es eigentlich nicht. Manchmal war das Textwriting ein wenig schwierig. Wenn man an einem Song festhängt und nicht weiß, was als nächstes passieren soll, kann das wirklich frustrierend sein. Wenn man Ideen in seinem Kopf hat, die einfach nicht heraus kommen wollen. Es gab Phasen, in denen wir einzelne Sätze 6 oder 7 Mal ausgetauscht und umgeschrieben haben, weil es einfach nicht funktionieren wollte. Und das hat so viel Zeit gekostet und war nervenaufreibend, aber wir wollten es einfach schaffen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das ganz schön an den Nerven zerrt. War das auch einer der Gründe, wieso sich der Release nach hinten verzögert hat? Denn in unserem letzten Interview sprachst du davon, dass dein Wunsch wäre, das Album noch vor Weihnachten zu veröffentlichen.

Hugo: Ich wusste damals noch nicht so genau, dass die EP erscheinen würde. Ich wollte mir daher einfach noch mehr Zeit nehmen, um die perfekten Songs für mein Album zu schreiben. Ich wollte sichergehen können, dass ich mit jedem Song vollends zufrieden bin und auf dem Album nur die besten Titel sind. Musik sind für mich keine Fristen und Vorgaben, auch wenn man sich hin und wieder daran halten muss. Für mich ist es wichtiger, dass sich etwas fertig anfühlt. Dass ich glücklich mit dem Ergebnis bin. Zeit ist für mich zweitrangig, daher brauchte es auch bei Juvenile ein wenig länger.

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Und als es denn endlich fertig war, wie aufgeregt warst du? Hattest du Angst vor den Reaktionen der Fans und deiner Familie? Hat man vielleicht Sorge, dass sie es nicht mögen könnten?

Hugo: Ja, ich hatte schon Angst davor, dass es meinen Freunde oder meiner Familie nicht gefallen könnte, weil mir das auch wichtig ist. Aber die Reaktionen waren sehr positiv und das hat mich natürlich gefreut und bestärkt.

Und was hat es mit dem Hund auf sich, der mit dir auf dem Cover posiert? Gehört er auch zur Familie?

Hugo: Ja, das ist mein Hund. Und eigentlich gibt es keinen speziellen Grund, wieso er auch zu sehen ist. Er ist einfach ein großer Teil meines Lebens, deshalb fand ich es eine gute Idee, ihn mit aufs Cover zu nehmen. Und das war gar nicht so leicht wie man denken könnte. Er wollte einfach nicht still sitzen bleiben und musste die ganze Zeit mit Hundekuchen abgelenkt werden, damit wir das Foto machen konnten. Es hat bestimmt 90 Minuten gedauert. Aber irgendwie ist es ja auch süß, oder nicht?

Defintiv.

Hugo, ich freue mich auf alles was noch kommt und hoffe noch ganz lange neue Musik von dir hören zu können!

Hugo: Ich arbeite mit Emil konstant an neuer Musik und werde in naher Zukunft bestimmt auch noch weitere Songs vom Album als Single veröffentlichen. Es bleibt spannend.


Hier geht es zum ersten WORTWECHSEL mit Hugo Helmig


Autor: Dominik Huttner Foto: Hugo Helmig YouTube

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