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Im Wortwechsel mit JJ von Kaleo

Im Wortwechsel mit JJ von Kaleo

Sie kommen aus Island und hören sich doch so überhaupt nicht isländisch an: Die Rede ist von Kaleo. Mit ihrem Album „A/B“ haben sie weltweit sich einen Namen gemacht und ab da ging es steil bergauf. Headliner-Tourneen und viele Preise folgten. „Way down We Go“ war angesagt und hatte sich in jeden Gehörgang gebrannt.

Nun folgt im August dieses Jahres mit „Surface Sounds“ das neue Album der vier Isländer.


Ein Artikel von Nina Paul – Seit zig Jahren habe ich schon immer mit einem Ohr die isländische Musikszene verfolgt. Nach außen oft von elektronischen Tönen geprägt, allen voran Björk, zeigten sich nun auch verstärkt andere musikalische Richtungen an der Front. Kaleo haben sich da ihre eigenen Weg geebnet und überzeugen mit ihrem Stil aus Rock, Folk-Rock und Blues mittlerweile weltweit eine große Fangemeinde. Allen voran steht da besonders Jökull Júlíusson (JJ Julius Son), der sowohl stimmlich, als auch an der Gitarre überzeugt und genau mit diesem hatte ich die Möglichkeit einen kurzen Wortwechsel über die letzten Jahre und das neue Album zu führen.

Seit dem letzten Album „A/B“ ist einige Zeit vergangen, ihr seid auf Tour gewesen, habt viele Preise gewonnen. Was war das beeindruckendste von all dem?

Wahrscheinlich als das Album selbst in Amerika mit Gold ausgezeichnet wurde. Aber es gibt natürlich viele denkwürdige Momente, wie die Grammy-Nominierung und viele lustige Konzerte und Tourneen.

Das neue Album wird „Surface Sounds“ heißen. Wie kam es genau zu diesem Titel bzw. was steckt genau hinter dem Namen?

Es ist einfach eine „Vision“, an der ich von Anfang an gearbeitet habe. In gewisser Weise ist es ein Hinweis auf die Gesellschaft. Ich habe auch viele Umgebungsgeräusche auf dem Album aufgenommen und verwendet. Zum Beispiel: Geysi (Anmerk. d. Redaktion: Ein bekannter Geysir auf Island), Þríhnúkagíg (Anmerk. d. Redaktion: Bekannter Vulkankrater auf Island), Vogelgezwitscher und mehr.


„Es ist einfach eine „Vision“, an der ich von Anfang an gearbeitet habe.“


Als isländische Künstler haltet ihr euch viel in den USA auf. Inwieweit hat das euren Sound beeinflusst oder hat euch das geholfen diesen weiterzuentwickeln?

Das ist schwer zu sagen. Ich schreibe Musik, egal wo ich auf der Welt gerade bin, und so hatte ich angefangen in verschiedenen Ländern Sachen für dieses Album aufzunehmen, da ich in den letzten Jahren mehr oder weniger stetig auf Tour war. Einige Songs sind aber ganz neu geschrieben, doch einige sind schon etwas älter und handeln somit von einer bestimmten Zeit und halten diese fest.

Woher kamen die Inspirationen zu den Texten oder allgemein zu den Songs?

Von überall denke ich, eben in verschiedenen Formen. Manchmal habe ich einen Text im Kopf und forme die Songs darum herum und manchmal habe ich erstmal nur ein leeres Papier, wenn ich etwas mit der Gitarre oder dem Klavier schreibe. Es ist sehr vielfältig.

Zur Entstehung der Songs. Nimmst du diese eher im Studio, Zuhause oder Unterwegs auf?

Überall. Ich war in den letzten Jahren ständig unterwegs, daher musste ich mich an vielen Orten unter verschiedenen Umständen anpassen und eben schreiben. Zum Beispiel im Bus oder beim Aufwärmen für Konzerte.

Dieser rohe, dreckige und ehrliche Sound ( Rock´n´Roll und Blues), was man bei den ersten drei Vorabsingles deulich hört, besonders bei „Alter Ego“. Dieser geht doch stark soundmäßig auf eure Anfänge zurück, kann man dies auch vom gesamten Album erwarten?

Ja unter anderem. Es gibt eine beträchtliche „Dynamik“ auf dem Album und verschiedene Songs.

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Momentan ist die Situation ja vom Corona Virus beherrscht. Dieses hatte ja auch Auswirkungen auf geplanten Konzerte und Tourneen. Was war für euch als Band und auch persönlich das einschränkenste bzw. wie hat es euch genau betroffen?

Dies betrifft natürlich die meisten Musiker und Tourneen. Ich erwarte, das wir unsere Welttournee um mindestens ein Jahr verschieben müssen, aber wer weiß das schon. Die Dinge ändern sich heutzutage ja so schnell. Wir müssen also sehen, was passiert und einfach auf das Beste hoffen.

Ihr habt gegen Ende des Jahres eine große Tour durch Nordamerika angekündigt. Nur mal so aus eigener Neugier: Dürfen wir euch auch in nächster Zeit in Europa, oder zum Beispiel beim Iceland Airwaves erwarten?

Nein leider nicht. Hoffentlich gibt es aber in naher Zukunft eine Chance doch in Island mal wieder zu spielen.



Autorin: Nina Paul / Foto: Dan Winters

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