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Im Wortwechsel mit KYD THE BAND

Im Wortwechsel mit KYD THE BAND

Auf seiner neuen EP „Season 3: The Realization“ singt Kyd The Band von Hoffnung und Selbstakzeptanz in ungewissen Zeiten – und trifft damit ziemlich genau den Nerv des Momentes. In unserem Wortwechsel erzählt er von seiner Wahlheimat Nashville, den Spaß am Genre-Mixen und Kacey Musgraves.

Kyd The Band, der mit bürgerlichem Namen Devin Guisande heißt, macht sich mit seiner unermüdlichen Arbeit und Kreativität dieser Tage einen wichtigen Namen in der Branche. Gerade veröffentlichte er mit „Season 3: The Realization“ seine dritte EP, die wie die Vorgänger höchstpersönlich und durch den Mix aus Pop, Rap und Rock ansteckend sind.

Hey, wie gehts dir gerade?

Devin Guisande: Hey! Alles in allem geht es mir gut! Ich bin sehr dankbar, gesund zu sein, ein Dach über dem Kopf zu haben und arbeiten zu können. Ich bin sehr froh darüber.

Du bist vor einigen Jahren nach Nashville gezogen. Ich war noch nie dort, aber ich stelle es mir als diesen magischen Ort vor, voller Kreativität und guter Musik. Wie würdest du Nashville charakterisieren?

Devin: Ja, Nashville hat wirklich eine Magie wie keine andere Stadt. Sie hat den Spitznamen „Music City“, weil die Musikindustrie eine so große Rolle in der Stadt spielt, und das hat natürlich eine wirklich vielfältige Gruppe von Menschen angezogen, die dort leben und arbeiten.

Aus musikalischer Sicht dreht sich in Nashville alles um den Song.

Wie unterscheidet sich die Stadt von L.A.? Vor allem, wenn man Künstler*in ist?

Devin: Ich würde sagen, dass das Tempo des Lebens in Nashville langsamer ist. Es liegt in Tennessee, das als der Süden gilt, also gibt es einen südlichen Aspekt der Gastfreundschaft, den man hier bekommt.

Aus musikalischer Sicht dreht sich in Nashville alles um den Song. Der Text und das Erzählen der Geschichte, diese beiden Dinge sind das Wichtigste. In L.A. liegt der Schwerpunkt meiner Meinung nach mehr auf der Produktion, der Melodie, dem Branding, der Ästhetik und dem Lebensstil. Und diese Dinge sind gut und schön, aber ich denke, das ist der große Unterschied zwischen den beiden Städten.

Wo verbringst du gerne deine Zeit (wenn es keine Pandemie gibt)?

Devin: Auf Tournee ist der ideale Ort, um meine Zeit zu verbringen, weil das für mich zwei Dinge gleichzeitig erfüllt. Musik zu machen und Kontakte zu knüpfen, und in Städte zu reisen, in denen ich noch nie gewesen bin. Wenn ich das nicht tue, bin ich normalerweise gerne in der Nähe des Wassers, sei es in der Bay Area in Nordkalifornien oder irgendwo in Südkalifornien. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass das Meer für mich sehr beruhigend ist.

Lass uns über deine Musik sprechen. Mir gefällt die Art und Weise, wie du so unterschiedliche Genres zusammenbringst.

Devin: Danke. Es freut mich, dass du die verschiedenen Seiten der Musik wahrnimmst.

Wie kommen diese Genres bei der Entstehung eines Liedes zusammen? Wie entscheidest du über die Gewichtung und Positionierung der Elemente?

Devin: Ich bin mit Schwarzer Gospelmusik aufgewachsen, die super rhythmisch und musikalisch ist. Als ich dann anfing, mich in die nicht-christliche Musik zu vertiefen, kam ich in den 90er Jahren zu Alternative und 90s-Hip-Hop.

All das gab mir also tatsächlich eine breite Palette, aus der ich schöpfen konnte, als ich begann, meine eigene Musik zu machen. Bei jedem einzelnen Song versuche ich immer nur, das Beste für den Song zu tun und dahin zu gehen, wohin mich mein Ohr und meine Intuition führen.

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Ich habe […] festgestellt, dass die Menschen, die in dem Erfolg, den sie erleben, stecken bleiben, dazu neigen, nicht weiter zu wachsen.

Du giltst als „eine der neuen Hoffnungen der Popmusik“. Wie gehst du mit Erfolg und Erwartungen um?

Devin: Das ist ein großes Kompliment. Und ich hoffe, dass ich ihm gerecht werden kann. Was die Erwartungen betrifft, so kann ich dir garantieren, dass niemand höhere Erwartungen an mich stellt als ich selbst. Und mir ist klar geworden, dass ich die Messlatte, die ich mir selbst gesetzt habe, wahrscheinlich nie erreichen werde. Mit Erfolg versuche ich, mich nicht in einer Errungenschaft zu verfangen oder auf ihr zu verweilen.

Ich habe beim Kennenlernen so vieler verschiedener Typen und Ebenen von Menschen in dieser Branche festgestellt, dass die Menschen, die in dem Erfolg, den sie erleben, stecken bleiben, dazu neigen, nicht weiter zu wachsen. Ich möchte nicht, dass mir das passiert, also ziehe ich es vor, einfach den Kopf zu senken und weiter zu arbeiten.

Die ganze Welt blickt im Moment (mehr denn je) auf Amerika. Wie denkst du persönlich über die sozialen und politischen Entwicklungen im Jahr 2020?

Devin: Ich habe mich dabei sehr verschieden gefühlt, meist überwiegend negativ und wenig hilfreich, deshalb versuche ich im Moment nur optimistisch zu sein. Ich hoffe und bete, dass wir zusammenkommen können, und ich hoffe, dass wir uns ändern können. Wir können NICHT so weitermachen wie bisher.

Aber lass uns mit einem leichteren, erfreulicheren Thema enden. Ich gehe davon aus, dass dein eigener Musikgeschmack auch sehr vielfältig ist, nicht wahr? Was hörst du im Moment am liebsten?

Devin: Vielleicht überrascht dich das, aber in den letzten 7 Monaten habe ich vor allem das Album „Golden Hour“ von Kacey Musgraves gehört. Weißt du, wie die Leute ASMR hören, um sich zu beruhigen? Ich habe das Gefühl, dass das, was das für die Leute ist, auch das ist, was das Kacey-Album für mich bedeutet.

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