Bereits vor ihrem Debutalbum schlugen LANY mit Singles wie ILYSB große Wellen in der IndiePop-Szene.

Am 05.10 erschien ihr zweites Album Malibu Nights und der Erfolg bleibt nur abzuwarten. Doch die Sterne stehen gut. Im Wortwechsel erzählen uns die Bandmitglieder Jake Goss und Les Priest mehr von der LP.


Glückwusch zu euerm neuen Album! Ihr habt euer letztes Album „LANY“ vor weniger als 1,5 Jahren rausgebracht, habt ihr euch beeilt, direkt etwas Neues rauszubringen oder ist das mehr oder weniger einfach passiert?

Jake Goss: Vielen Dank! Ja, das ist einfach irgendwie passiert. Eigentlich wollten wir erst eine kleine Pause einlegen, aber Paul hat sich Anfang des Jahres mit ein paar anderen Songwritern quasi ein einen Raum zurückgezogen und geschrieben und geschrieben. So hatten wir im Februar ein Album fertig zum Aufnehmen. Es war ein bisschen unerwartet aber wir nahmen es wie es kam. So haben wir die Songs ins Studio gebracht und ein Album aufgenommen. Schon ein bisschen verrückt.

Das ging echt super schnell! Das erste Album hatte 16 Lieder, während Malibu Night „nur“ 9 hat. War das von vornherein beabsichtigt, es diesmal etwas kürzer zu halten oder dachtet ihr euch nach 9 Liedern „eigentlich haben wir alles gesagt, was wir sagen wollten“ und einen Schlussstrich gezogen?

Jake Goss: Wir waren der Meinung, diese 9 Songs bringen alles rüber, was wir der Welt mitteilen wollen, sie sind quasi die komplette Malibu Nights Geschichte. Also blieb es bei diesen 9. Außerdem haben wir eine besondere Verbindung zur der Zahl 9. Wir wohnen z.B. alle in einem Apartment 9. Das ist nicht der Grund dafür, aber es ist schön solche kleinen Dinge zu romantisieren. Es fühlt sich gut an, ein langes Album mit 16 Liedern zu haben, aber es fühlt sich auch richtig an auf dem neuen jetzt 9 zu haben.

Ihr habt ja mehr als die Lieder, die jetzt auf dem Album zu hören sind, geschrieben. Plant ihr, die irgendwann zu veröffentlichen?

Jake Goss: Vielleicht!

Les Priest: Man weiß nie!

Jake Goss: Wir werden sehen was passiert.

Malibu Nights ist sehr persönlich und verletzlich. Ist es einfach für euch solche Songs zu schreiben und auf ein Album zu packen, oder fällt es euch manchmal schwer so ehrlich zu sein?

Les Priest: Paul ist derjenige, der die Texte schreiben. Aber an seiner Stelle würde ich für ihn sagen, dass es natürlich zu ihm kommt, in so einer offenen Art zu schreiben. Ich glaube, das ist eins seiner größten Talente.

Jake Goss: Es ist definitiv seine Stärke, ehrlich und offen von seinem Herzen heraus zu sprechen. Er sagt auch immer, dass er es gar nicht anders kann.

Das Album ist klanglich und thematisch sehr kohärent, was danach klingt, als wäre es in einem relativ kurzen Zeitraum geschrieben wurde, wie ihr auch schon gesagt habt. Wie sah euer Alltag während des Schreibprozesses aus?

Jake Goss: Wir hatten von Montag bis Freitag immer Sessions, Paul war jeden Tag dort und wir waren so oft da, wie wir konnten. Manchmal war es nur Paul mit einer Text- und Pianoidee, die er uns dann per E-Mail zukommen ließ, damit wir wussten, an welchen Song gearbeitet wurde und damit wir ein Gefühl für ihn bekommen. Ab und zu habe ich dann Drums in Garageband oder Logic hinzugefügt, um zu wissen was funktionieren könnte oder auch nicht.

Habt ihr das Gefühl euch seit eurem ersten Album musikalisch entwickelt zu haben, vielleicht sogar in eine neue Richtung oder würdet ihr sagen, ihr seid immer noch die gleichen?

Les Priest: Beides. Offensichtlich kann man nicht einfach für jedes Album eine neue Band sein, oder die Leute wären sehr verwirrt. Das Ziel ist es immer besser zu werden und weiter zu kommen, mit dem was du schaffst. Also ja, beides. Es ist immer noch LANY, aber es ist besser als das letzte.

Jake Goss: Wir wollen LANY bleiben, aber uns gleichzeitig weiterentwickeln und verbessern.

Was ist das Hauptding, von dem ihr wollte, dass Leute von diesem Record mitnehmen?

Jake Goss: Ich glaube einfach, dass niemand allein ist. Leute durchleben Herzschmerz, aber auch Grund zur Freude und das erleben wir alle. Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht allein ist, sondern wir alle zusammen da mit drinstecken.

Les Priest: Manchmal, wenn man mit etwas Schwierigen umgehen muss, denkt man sich es ist das Ende der Welt und man ist die einzige Person, die sich so fühlt. Aber das stimmt nicht.

Als Band scheint ihr gerne traurige Lieder mit upbeat Instrumentals rauszubringen. Ist das beabsichtigt, oder ist das einfach etwas, wo ihr entdeckt habt, dass es für euch gut funktioniert?

Les Priest: Also geplant ist das nie, aber es ist definitiv ein Ding. Ich weiß nicht, ob es vielleicht ein unterbewusster Prozess ist. Der Musikteil fühlt sich sehr leicht und erhebend an aber manchmal sind die Texte dazu eher auf der traurigen Seite.

Denkt ihr vielleicht, es liegt daran, dass diese beiden Gegensätze so gut miteinander funktionieren?

Les Priest: Viele großartige Lieder in der Musikgeschichte bedienen sich genau daran, also ja, es funktioniert wirklich gut zusammen.

Jake Goss: Außerdem ist es das, was instinktiv aus uns herausfließt. Diese Art Musik und was wir erschaffen, gemischt mit den Texten, das haben wir nicht aufgebaut, das ist wer wir sind. Es macht auch Spaß, das zu erforschen mit unseren Alben.

LANY geht Hand in Hand mit einer Ästhetik, und viele Fans lieben genau das so sehr an der Band. Ist das etwas, bei dem es euch wichtig ist, es immer aufrecht zu erhalten?

Les Priest: Auf jeden Fall. Natürlich ist Musik der Hauptfokus, aber es gibt so viele andere künstlerische Aspekte, die das Ganze begleiten. Es macht Spaß! Es macht Spaß diese Dinge zu tun, es macht Spaß darüber nachzudenken wie etwas aussehen soll


Autorin und Foto: Theresa Liebl