Mit “The Other” und “I Like Me Better” wurde Ari Leff, besser bekannt unter LAUV, im letzten Jahr bekannt. Der US-Amerikaner mit lettischer Abstammung ist nicht nur Singer-Songwriter, sondern auch Produzent und hat bereits vor seinen eigenen Veröffentlichungen Songs für andere Künstler, u.A. Demi Lovato und Charli XCX, geschrieben. LAUV war Support auf der Asien-Tour von Ed Sheeran und ist momentan auf seiner “I Met You When I Was 18”– Tour bei der er auch zwei Shows in Deutschland spielt.

Ich hatte die Gelegenheit LAUV persönlich vor seinem Konzert in Köln zu treffen und mit ihm zu plaudern.


Wie hast du dich gefühlt als du erfahren hast, dass “The Other” und “I Like Me Better” Hits sind?

Mit „The Other“ war es sehr interessant, weil der Song anders bekannt geworden ist, nämlich erst 2 Jahre nachdem er auf Spotify veröffentlich worden ist. Er wurde zur irgendeiner kleinen Playlist hinzugefügt und dann haben Leute angefangen ihn zu hören. Zu der Zeit habe ich meinen Manager gewechselt, es war generell eine merkwürdige Phase für mich – dazu kam dass mein Song 100.000 x auf Spotify angehört worden ist und ich dachte mir nur „Was ist da los?!“ Es war alles sehr abgefahren und hat mein Leben verändert. „I Like Me Better“ war eine komplett andere Nummer. Als ich in Australien war und da gespielt habe, habe ich erfahren dass der Song 3x Platin hat.  Bei „Chasing Fire“ ist auch anders, er hat mittlerweile fast 20 Millionen Streams auf Spotify hat und ich habe gerade erst angefangen ihn live zu spielen. Ich weiß nie ob die Leute die Lyrics kennen werden, aber dann können sie alle jedes Wort mitsingen.

Bist du nervös bevor du neue Songs veröffentlichst?

Ich bin eher aufgeregt als nervös. Natürlich hoffe ich, dass die Leute die Songs mögen. Wenn ich einen Song veröffentliche habe ich ein gutes Gefühl dabei und denke, dass der Song gut genug ist um ihn zu veröffentlichen, sodass ich es sogar kaum erwarten kann. Ich bin immer aufgeregt, ja.

Du hast ja zuvor Songs für andere Künstler geschrieben. Wann kam der Punkt an dem du dich dazu entschieden hast für dich selber Songs zu schreiben?

Es ist schon witzig, als Kind wollte ich immer nur Songs für mich selber schreiben. Ich habe immer in Bands gespielt und ich wusste nicht, dass man auch Songs für andere Künstler schreiben kann.  Als ich 18 war hatte ich es satt Shows zu spielen bei denen keiner gekommen ist und ich meine Freunde gebeten habe Tickets zu holen. Also kam ich auf die Idee Songs für andere Künstler zu schreiben und war damit sehr erfolgreich. Darauf habe ich mich dann auch für ein paar Jahre konzentriert. Viele der Demi Lovato Sachen und von Charlie XCX habe ich aber erst später geschrieben nachdem ich meine Songs 2015 veröffentlicht habe, weil ich frustriert war. Nachdem ich neue Songs geschrieben habe wollte sie nicht abgeben und ich dachte mir, dass ich sie mal ohne Erwartungen veröffentliche und das hat mir jetzt alle Türen geöffnet.

Ist es schwer für dich Songs zu schreiben?

Also die besten Songs kommen einfach so, fast wie Magie. Und ich versuche normalerweise nicht darüber nachzudenken für wen der Song sein könnte bevor er fertig ist. Wenn ich es versuchen  würde, dann würde er nicht mehr so gut werden, als wenn man einfach darauf los schreibt. Die Songs die mir am persönlichsten sind gebe ich nicht weiter, die behalte ich für mich.

Welche musikalischen Einflüsse hast du?

Chris Martin von Coldplay, John Mayer, Taking Back Sunday. Jazz Gitarristen, durch sie habe ich Gitarre spielen gelernt. Im Moment sind es vor allem weibliche Künstlerinnen wie St. Vincent, Phoebe Bridgers, Tame Impala. Ich habe unendlich viele Einflüsse.

Welcher Song ist dein persönlichster bis jetzt? 

Für mich ist „Breathe“ der Song der live auf der Bühne für mich an intimsten ist. Er bricht mir jedes Mal das Herz, wenn ich ihn spiele.

Was war der schönste Moment deiner Karriere bis jetzt?

Puh, da gibt es so viele. Zum einem die Nachricht, dass ich mit Ed Sheeran auf Tour gehen werde, das war krass. Ich war morgens um 7 Uhr laufen in Los Angeles und mein Manager hat mich angerufen und gefragt was ich davon halten würde, wenn ich mit Ed Sheeran in Asien auf Tour gehen würde. Das war der krasseste Moment meiner Karriere. Und dann das erste Mal als ein Fan sein Tattoo meiner Lyrics gezeigt hat. Ich konnte es kaum glauben, dass es echt ist!

Gab es Veränderungen in deinem Leben oder deiner Karriere nachdem du Support für Ed Sheeran warst?

Ich denke nicht, dass ich mich so stark verändert habe, aber ich habe viel von Ed Sheeran gelernt. Es war sehr inspirierend mit ihm Zeit zu verbringen und zu sehen wie positiv und bodenständig er ist, obwohl er so erfolgreich ist. Es gibt viel Konkurrenz in der Musik-Industrie und es gibt auch viel Negativität und Unsicherheiten und dann kommt Ed und er ist einfach so cool. Ihn spielen zu sehen ist cool, als würde man einer Legende zusehen.

Hast du Vorbilder in der Musik?

Ja, aber das wechselt auch immer wieder. Im Moment will ich mich selber nicht so ernst nehmen. Zum Beispiel ist Lil Dicky eines meiner Vorbilder, ich habe sehr viel Respekt für ihn. Er ist super, nicht nur weil er ein so guter Rapper ist, sondern auch weil er kein aufgeblasenes Ego hat und versucht cool zu sein, er hat einfach nur Spaß. Rich Brian ebenfalls, er ist auch sehr cool. Und dann natürlich auch immer Chris Martin und John Mayer. Rick Rubin auch, er ist einfach legendärer Producer.

War es immer dein Plan mit Musik dein Geld zu verdienen?

Als ich klein war hatte ich natürlich noch nicht den Plan mit Musik Geld zu verdienen, aber ich wusste, dass ich es liebe und ich kam an den Punkt in meinem Leben an dem ich nichts anderes mehr gemacht habe. Ich bin Skateboard gefahren und habe das dann wieder verworfen, habe aber immer in Bands gespielt. Ich wusste, dass wenn ich etwas machen will dann ist es Musik. Und dann habe ich einfach weiter gemacht.

Welcher deiner Songs ist dein Favorit?

 Oh, da kann ich mich nicht entscheiden, es sind einfach zu viele. Es ist wirklich unmöglich.

Wie kamst du auf die Idee für “I Met You When I was 18”? Wie viele Songs werden noch kommen bis die Playlist fertig ist?

Ich kann nicht wirklich sagen, wann die Playlist fertig sein wird. Ich wollte einfach einen Platz haben wo ich meine Musik veröffentlichen kann. Alle Songs sind Teil einer Geschichte und erzählen auch viel über mein Leben zu der Zeit. Sie dienen mir über diese Zeit nachzudenken, als ich nach New York gezogen bin und versucht habe rauszufinden wer ich bin und zum ersten verliebt war. Aber ich will es kein Album nennen, weil der erste Song 2015 rausgekommen ist und wir jetzt 2018 haben. Ich will es wie ein lebendiges Stück meiner Arbeit sehen und dann danach weitermachen, z.B. ein Album aufnehmen das dann auch bündiger ist.

Also wirst du bald dein Debüt-Album aufnehmen. Was können deine Fans von dir und dem Album erwarten?

Puh, wer weiß. Ich will nicht sagen, dass ich ein bestimmtes Album machen werde. Ich weiß, dass ich wieder ein Projekt haben werde wenn ich das „I Met You When I Was 18“- Kapitel hinter mich gebracht habe. Ich weiß aber noch nicht was passieren wird.

Du bist gerade für zwei Shows in Deutschland, kommst im Herbst nochmal für zwei Shows zurück und planst eine Tour hier für nächstes Jahr. Bist du aufgeregt in Deutschland zu spielen?

Oh ja, auf jeden Fall! Vor allem bin ich auf die Energie gespannt, vor allem heute hier in Köln und inwiefern es anders sein wird als in Berlin. Ich war bisher nur als Tourist in Berlin und es ist eine mega coole Stadt und ich bin sehr gespannt.

Von deiner neuesten Single “Chasing Fire” ist letztens ein Robin Schulz Remix veröffentlicht worden. Kriegst du viele Angebote für Remixes und wie entscheidest du wer ein Remix machen darf?

Es ist jedes Mal anders. Ich habe viele Freunde in der Musik-Industrie und arbeite mit ihnen zusammen und wir versuchen dann manchmal den richtigen Zeitpunkt zu finden um einen Remix von einem Song zu produzieren. Manchmal kommen die Leute auch zu mir und fragen an, manchmal holen sich Leute einfach einen Bootlag von einem meiner Songs und machen einfach einen Remix den sie dann veröffentlichen.

Mit wem würdest du mal gerne zusammenarbeiten?

Auf jeden Fall Chris Martin!

 Wer ist dein Guilty Pleasure?

Ich schäme mich nicht dafür, aber es werden bestimmt viele Leute denken dass es merkwürdig ist: ich liebe die alten Alben von Taylor Swift. Also ich mag auch die neueren Alben, aber ihre ersten Alben sind klasse.



Autorin & Photocredit: Carolin Czarnecki

One thought on “Im Wortwechsel mit LAUV”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.