Bereits im letzten Jahr im Dezember, tourte Leslie Clio mit ihrer Platte „Purple“ nochmal durch Deutschland! Genau wie schon 2017, machte sie auch Halt im Luxor in Köln. Für unseren neuesten Wortwechsel haben wir sie dort getroffen und plauderten mit ihr, über Altes, Neues und was sie so richtig nerven kann:


Wie geht es dir nach diesem Jahr, und wie ist es, wieder auf Tour zu sein?

Mir gehts sehr gut, im Vergleich zum letzten Jahr. Wir haben ja genau vor einem Jahr hier gespeilt, und es ist lustig wie gut, intensiv und voll manche Jahre sind, und wie manche einfach kurz und bedeutungslos sind. Dieses Jahr war ein tolles Jahr. Es war sehr voll und super, also richtig gut.

Was magst du am liebsten am Touren?

Das Team. Zusammen zu sein, als Family, zusammenzuwachsen. Ich hasse aber das Rumgefahre, nach 500 Stunden zermatscht aus dem Bus zu springen, sowie jetzt, mag ich nicht so gerne, aber nach ner Dusche ist alles wieder gut! Und ich liebe natürlich das auf der Bühne stehen! Es ist wie bei einem Fotoshooting, man hat den riesigsten Aufriss und am Ende hat man ein Foto. Das gleiche hast du natürlich auch hier, dafür das man eine Stunde auf der Bühne steht. Aber das macht es dann auch wieder wett!

Dein Musikvideo zu „Home“ ist vor kurzem erschienen, wie entstand der Song und die Idee zum Video?

Ganz spontan! Ich wollte, um ehrlich zu sein, das Jahr noch etwas füllen! Der Regisseur der „Home“ mit mir gedreht hat ist ein guter Freund von mir, und wir machen auch im nächsten Jahr ganz viel zusammen und haben uns damit schonmal eingegrooved! UND: Ich wollte unbedingt rennen, wie im Video, so wie bei „Lola rennt“!

Wie war es bei „Sing mein Song“ für dich?

Die Erfahrung war gut! Sehr intensiv tatsächlich, gerade wenn man nicht so viel Erfahrungen mit Instant-TV hat, also wirklich mit Live Publikum und schnell reagieren muss, bin ich etwas ins kalte Wasser gefallen, aber musikalisch war es eine Erfüllung für mich, ich konnte zeigen, was ich kann! Die Songs zu entwickeln und zu performen war großartig! Es war wirklich super und intensiv.

Was nervt dich an Menschen?

Viele Menschen nehmen vieles immer sehr sehr wichtig. Und das meiste, am Ende des Tages, ist nicht wichtig. „Wie sieht meine Timeline bei Instagram aus“, mein Gott poste es halt und lösche es wieder! Wie viele der Gedanken die du dir heute machst, sind morgen, nächsten Monat oder nächstes Jahr relevant? Deswegen ist der Song „I couldn’t care less“ einfach jeden Tag relevant! Man muss einfach wissen, was wirklich wichtig ist.

Hast du eine persönliche Top 3 deiner Songs?

Schwierig. Man muss es einteilen in produktionstechnisch und live. „But it Ruins me“ trifft auf beide zu. „Aquarius, den spiele ich live garnicht mehr, ist ein super Song den ich im Studio gerne mag! „Darkness is a Filler“ ist produktionstechnisch mega geil. Und dann gibt es die Songs, die in deiner Karriere viel Platz hatten. Wie z.B. „I couldn’t care less“ oder „Be with you“, das bringt Menschen zusammen, da haben Menschen Geschichten zu und diese Songs haben einfach eine große Bedeutung. Sie sind am meisten gereist und hatten am meisten Gewicht!

Der Terminus „Erwachsen werden“, wie findest du den? Und findest du, dass du erwachsen geworden bist?

Auf der Bühne bin ich auf jeden Fall nicht erwachsen, da kommt das Kind schon noch am meisten raus. Ist ne schwierige Frage eigentlich. Weil, was ist Kind sein, und was erwachsen sein? Ich würde aber auch sagen, das man schon manchmal mit sich vor Gericht gehen muss um zu sehen wie man was ernst nimmt und nehmen soll.

Was machst du wenn du mal so richtig die Schnauze voll von allem hast?

Baden. Ich gehe tatsächlich gerne baden. Die vermisse ich übrigens in dieser Sekunde sehr! In einer heißen Wanne sich zurückziehen, das mache ich gerne. Oder im Sommer auch in den See springen. In Berlin gibt es ja echte geile Seen, und dann abends da reinspringen.

An welchen Orten schreibst du am liebsten deine Musik?

Am Ende, im besten Fall, im Studio tatsächlich! Ich habe das Jahr über viel gepuzzelt und viel gesammelt, aber das produzieren und Songwriting werde ich dann im Studio machen! Im Sommer habe ich natürlich viel am See gelegen und viel gesammelt, gelesen und geschrieben. Aber nächstes Jahr wird es darauf hinauslaufen das ich nur im Studio sein werde!

Gibt es Dinge die dich an der Musikindustrie richtig abnerven?

Genau das gleiche was ich eben schon gesagt habe, das Unterscheiden zwischen was ist wichtig und was nicht. Ich glaube, das ist auch meine größte Errungenschaft in diesem Business, zu sehen das vieles eigentlich nur heiße Luft ist! Sehr viel heiße Luft. Man muss seine eigenen Weg gehen, und am Ende des Tages ist niemand verantwortlich außer dir. Und man kann auch nicht kontrollieren was daraus wird. Es ist ein sehr fremdgesteuerter Beruf, das schon, aber es verändert nicht deinen Wert und deine Arbeit. Egal ob sich mal dafür interessiert wird oder nicht. Und als Künstler sitzen wir alle im gleichen Boot. Und dieses Gelaber. Es wird so viel gelabert. Aber es passiert nichts. Heiße Luft halt.

Dein liebster Song aus Purple?

Aus der Deluxe Version: „Rumors“.
Aus der richtigen Purple: „But it Ruins me“ und „Darkness is a Filter“

Wann können wir mit neuer Musik von dir rechnen?

Ich habe eine Coverplatte im Sommer aufgenommen! Aber es ist zur Zeit sehr viel Wischiwaschi, es sind sehr viele Optionen zur Auswahl. Aber nächstes Jahr, das kann ich versprechen, kommt ein Album. Vielleicht kommen auch zwei Sachen. Oder drei. Es kommt auf jeden Fall viel!



Autorin und Foto: Yasmine M’Barek