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Im Wortwechsel mit LEWIS CAPALDI

Im Wortwechsel mit LEWIS CAPALDI

Lewis Capaldi, der 21-jährige Schotte mit der absolut herausragenden Stimme hat uns bereits vor kurzem auf dem Lollapalooza Festival in Berlin restlos begeistert.

Auch davor überzeugte er mit seinen Singles und seiner EP. Vor kurzem hat Lewis Capaldi außerdem VEVO einen Besuch abgestattet und eine emotionale Live-Version von „Tough“ aufgenommen. Das Ergebnis ist definitiv sehr sehenswert und verspricht selbst bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen Gänsehaut.

Im September und November ist Lewis Capaldi außerdem für einige Live-Termine in Deutschland. Wir durften ihn bereits vorab zum Interview treffen und mit ihm über seine Zukunft und einige spannende Themen aus der Musikwelt sprechen.


Du bist/warst der erste Künstler ohne Plattenvertrag, dessen Song(s) auf Spotify 25 Millionen Streams erreicht haben. Wie fühlt sich das an?

Lewis: Das ist einfach unfassbar und ich habe es tatsächlich nicht gewusst, bis ich meinen eigenen Namen gegoogelt habe und mir mein Wikipedia-Eintrag angezeigt wurde.

Für einen unabhängigen Musiker bedeutet das wirklich viel und es ist so cool! Also Leute, wenn ihr meine Musik anhören wollt: TUT ES 😉 Seid nicht schüchtern, ich würde mich freuen.

VEVO stellt dich als einen ‚Artist to watch in 2018‘ vor. Was bedeuten solche Auszeichnungen und Komplimente für dich?

Lewis: Es ist wirklich toll, bedeutet für mich gleichzeitig aber auch eine Menge Druck, denn die Menschen haben plötzlich hohe Erwartungen an dich und du solltest es nicht vermasseln. Aber ich liebe es und ich denke, dass ich’s bisher noch nicht zu sehr versaut habe, oder? Ich glaub ich mach’s ganz okay.

Schaut man sich die Streaming-Zahlen an, ist „Bruises“ ganz offensichtlich dein erfolgreichster Song mit 75 Millionen Streams. Was denkst du, wieso ausgerechnet dieser Song so erfolgreich ist?

Lewis: Ich habe absolut keine Ahnung. Ursprünglich wollten wir diesen Song veröffentlichen, um zu sehen wie meine Musik bei den Menschen ankommt. Und dann wurde es zum Selbstläufer. Vielleicht ist es ein Titel, mit dem die Leute sich identifizieren können, weil er so ehrlich und bodenständig ist. Und so lange ich nur EINEN erfolgreichen Song habe, bin ich verdammt glücklich. Aber ich freue mich natürlich auch, wenn den Fans meine anderen Songs gefallen. Ich bin stolz und glücklich und es motiviert definitiv weiter zu machen.

Du hast einige große Shows als Support-Act gespielt. Welche davon hat dich nachträglich am meisten beeindruckt?

Lewis: Die Tour mit Sam Smith war unfassbar beeindruckend, denn sie fand in riesigen Arenen statt. Und die Show in der O2 Arena war verdammt beeindruckend mit all den Menschen. Da wo ich herkomme, wohnen nur halb so viele Menschen wie an dem Abend in der Arena waren. Es war überwältigend und ich habe wirklich Bammel gehabt, denn diese Erfahrung dürfen nicht viele Menschen machen.

Und die Tour mit Niall Horan war ebenfalls sehr toll, denn dort waren so viele Menschen verschiedenen Alters, die alle meine Musik gefeiert haben. Und was gibt es besseres, als wenn 5 jährige auf deine Musik stehen, die so viele verschiedene Eindrücke sammeln?

Eine der größten Shows die du spielen wirst, wird in der Hamburger Elbphilharmonie stattfinden. Wie besonders fühlen sich solche Orte für Musiker an?

Lewis: Ich habe Angst. Wirklich. Bisher habe ich in Hamburg nur das Reeperbahn-Festival gespielt und in Vorbereitung auf die Tour sagte mir jemand dass ich in dieser riesigen Venue spielen werde, und dass sie recht neu ist und die Menschen sich auf die Abende dort besonders freuen. Und ich habe Angst, dass niemand kommt und es schrecklich wird. Aber ich freue mich sehr, auch wenn es nervenaufreibend und beängstigend ist, in einer solch riesigen Halle zu spielen.

Und Lewis, mit wem würdest du denn gerne einmal zusammenarbeiten?

Lewis: Kanye West wäre verdammt cool, weil ich ein großer Fan von ihm bin. Aber ich mag auch Bon Iver und eine Zusammenarbeit mit ihm wäre toll. Dann vielleicht James Blake? Phoebe Bridgers und Chelsea Cutler sind auch beeindruckende Künstlerinnen. Ebenso wie Maggie Rogers.

Und ich würde unfassbar gerne einen Song mit Calvin Harris machen. Das wäre unglaublich.

Um ehrlich zu sein, möchte ich so viele unterschiedliche Dinge machen wie möglich. Ja, es sind einige.

Wie findest du „Er klingt genauso wie…“ Vergleiche? Nervt so etwas, oder fühlt man sich dadurch geschmeichelt?

Lewis: Es ist auf jeden Fall schmeichelhaft und grundsätzlich eine gute Sache, so lange die Menschen nicht sagen „er klingt genauso schrecklich wie…“ (lacht)

Grundsätzlich ist es ja auch keine große Sache. Ich werde häufig mit James Arthur verglichen und das ist verdammt cool, denn er ist ein unglaublicher Sänger.

Und welche Träume und Wünsche würdest du dir neben der Musik gerne noch erfüllen?

Lewis: Uhh. Gute Frage. Ich weiß nicht. Ich möchte Leben bis ich 90 bin. Das wäre cool. Ich würde wirklich gerne mehr reisen. Viel mehr als bisher. Nicht nur irgendwo sein, eine Show spielen, aber vom Land oder von der Stadt nichts sehen.

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Und ich habe schon immer diese Idee einer eigenen Firma. Bevor ich auf die Bühne gehe, inhaliere ich immer mit Dampf, um meine Stimmbänder vorzubereiten. Allerdings ist das ganze Equipment dafür unfassbar groß und unhandlich. Und ich denke schon lange über die Möglichkeit nach, ein solches Gerät in der Größe eines Vapers zu kreieren. Das wäre so praktisch. Und nachdem ich es jetzt gesagt habe, muss ich es einfach machen. Das wird groß.

Was dürfen wir dieses Jahr noch von dir erwarten, wann können wir mit einem Album rechnen und viel wichtiger: wie wird es klingen?

Lewis: Ich habe einen neuen Song, der heute erscheint. (Es ist gleichzeitig der Geburtstag meiner Schwester) Mein Song “Grace” ist der nächste Schritt. Und ich liebe ihn. Er ist unglaublich, wenn ich das so sagen darf. Es ist was anderes. Uptempo und was neues. Ganz anders als alles was ich vorher gemacht habe.

Und ja, an einem Album arbeite ich auch und werde es hoffentlich im nächsten Jahr veröffentlichen. Und dann noch meine Tour Ende diesen Jahres. Es steht also noch einiges an.

Naja, und sonst. Ich versuche nicht zu sterben und 90 zu werden. Das wäre cool. Ich möchte mich gesünder ernähren und mehr auf mich achten.

Abschließend deine Chance deinen Fans zu erzählen, was man unbedingt in Deutschland gesehen und gemacht haben sollte:

Lewis: Schaut euch Berlin an. Geht in den Tresor Club. (Alle lachen) Ja, MIR hat’s gefallen. Oder geht in den KitKat Club (Wieder lachen alle.) (Anmerkung: beide Clubs sind ziemlich bekannte, ausgefallene Techno-Szene-Clubs)

Naja, was sonst. Es ist verdammt kalt im Winter und unfassbar heiß im Sommer. Ich lieb‘s.

Ich liebe Berlin. Ich liebe Deutschland. Kommt einfach her und schaut’s euch an. Es macht hier viel mehr Spaß als ich erwartet hätte.


Autor und Foto: Dominik Huttner

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