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Im Wortwechsel mit LOVE FAME TRAGEDY

Im Wortwechsel mit LOVE FAME TRAGEDY

Er ist die Stimme meiner Adoleszenz und Lieblings-Duettpartner auf Festivals. Der The Wombats-Frontmann Matthew „Murph“ Murphy ist ein alter Hase im Indie-Geschäft.

Mit seinem Soloprojekt Love Fame Tragedy wagt Murph nach zwei EPs nun den nächsten Schritt und veröffentlichte vor kurzem das Debütalbum „Wherever I Go, I Want To Leave„. In unserem Wortwechsel erzählt mir der Sänger, wie es ist, nochmal neu anzufangen.

Hey, Murph! Ich hoffe, es geht dir gut? Wie ist die Lage jetzt, wo das Album erschienen ist?

Matthew „Murph“ Murphy: Es geht mir gut, danke. Ja, nicht viel, um ehrlich zu sein, in einer normalen Welt würde ich mich wahrscheinlich auf eine Tour vorbereiten. Ich schreibe weiterhin und verbringe Zeit mit meiner Tochter.

Wie war es, nach all den Jahren mit The Wombats ein neues Musikprojekt zu starten?

Murph: Um ehrlich zu sein war es wirklich aufregend, noch mal ein erstes Album zu machen. Es war sicherlich eine Herausforderung, eine neue Band auf die Beine zu stellen, aber ich wusste, dass das immer der Fall sein würde, und habe einfach versucht, mich an den Plan zu halten, den ich im Kopf hatte.

Dein Soloprojekt gibt es jetzt seit circa einem Jahr – wie hast du dich eingelebt? Und gab es jemals irgendwelche Selbstzweifel daran?

Murph: Selbstzweifel ja, aber ich finde Selbstzweifel in meinem Beruf nicht sehr hilfreich, also versuche ich, sie beiseite zu schieben. Ich bin stolz auf das Album, das wir gemacht haben, und das ist so ziemlich alles, was ich tun kann.

Was war das erste Lied, das du für das Album angefangen hast, und wie war die Lage damals?

Murph: Es gab ein paar Songs, die schon länger gab, aber es waren hauptsächlich „My Cheating Heart“ und „Backflip„, die die Dinge in Bewegung brachten. Als sie ankamen, dachte ich irgendwie: „Oh… ok… Ich könnte hier an etwas Besonderem dran sein.“

Welches war der letzte Song, den du beendet hast, und wie war der Status Quo zu diesem Zeitpunkt?

Murph: Das letzte fertig gestellte Lied war „Honeypie„, das seltsamerweise schwierig zu beenden und auch mein Favorit auf dem Album war. Normalerweise, wenn etwas schwer zu verwirklichen ist, endet es nie damit, dass man es liebt, aber dieses Lied war es. Dieses Lied war das letzte Lied, das aufgenommen wurde, und es wurde in Sydney, Australien, fertiggestellt.

Du bist Vater geworden – Glückwunsch! Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Kind den Alltag auf den Kopf stellt. Aber hat die Vaterschaft auch dein musikalisches Leben beeinflusst?

Murph: Vielen Dank! Ja, das Leben stand definitiv auf dem Kopf. Ich bin mir nicht sicher, wie sehr es mich musikalisch beeinflusst hat, aber ich denke, jetzt, wo die Musik nicht mehr das Wichtigste in meinem Leben ist, setze ich mich weniger unter Druck und bin daher besser darin. Meine Ideen entwickeln sich viel besser, wenn ich entspannt bin.

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Die Liste der Künstler*innen, die an verschiedenen Liedern gearbeitet haben, ist verdammt beeindruckend! Hattest du diese Leute von Anfang an für diese Lieder im Kopf? Oder war es ein natürlicher Prozess?

Murph: Ich wollte eigentlich nur meine Freunde einbeziehen, nicht dass das Projekt von den Gästen abhängt, die darauf erscheinen. Ich wollte sehen, was andere mit an den Tisch bringen können. Einladungen wurden auch an Leute ausgesprochen, die ich überhaupt nicht kannte, die meisten Leute liebten die Lieder und waren mehr als glücklich, sich daran zu beteiligen.

…als die Pandemie zuschlug, hielt ich es für das Beste, so viel Musik wie möglich in die Welt hinauszutragen.

17 Lieder ist eine ganze Menge (und ich liebe es!) – wolltest du dich in dieser Hinsicht nicht beschränken?

Murph: Ja, es ist schon eine Menge. Ich hatte nicht geplant, ein so langes Album zu veröffentlichen, aber wir haben viel Material aufgenommen, und als die Pandemie zuschlug, hielt ich es für das Beste, so viel Musik wie möglich in die Welt hinauszutragen.

Das ganze Album – der Titel, die Songtitel, die Bedeutungen hinter den Liedern – klingt alles sehr selbstreflektierend und absolut ehrlich. Das ist bei weitem nicht der Standard in der Musikindustrie und in dem Genre, in dem du dich befindest. Natürlich gab es zynische Ansätze in euren Wombats-Songs, aber mir sind die noch nie so präsent aufgefallen wie auf diesem Album. Fühlst du dich mit Love Fame Tragedy befreiter?

Murph: Ich glaube, mein Schreiben geht sowieso nur in diese Richtung, um ehrlich zu sein, es gibt keinen Platz mehr, um beim Songschreiben „um den heißen Brei herumzureden„. Es ist am besten, es einfach zu sagen, wie es ist, und unverblümt zu sein. Aber ja, LFT war eine sehr befreiende Erfahrung für mich, ich habe das Gefühl, dass die Möglichkeiten endlos sind, und das ist aufregend.

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