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Im Wortwechsel mit MAMMÚT

Im Wortwechsel mit MAMMÚT

Aus der isländischen Musikszene sind sie mittlerweile nicht mehr wegzudenken, die Rede ist von MAMMÚT.

Gewannen sie 2004 den nationalen Nachwuchspreis Músiktilraunir, ging es seitdem stetig voran. Mit „Kinder Versions“ veröffentlichte die Band 2017 ihr erstes komplett englischsprachiges Album, nun folgt „Ride The Fire“ (VÖ 23.10) diesen Weg und auch Werk Nummer fünf überzeugt mit seinen verschiedenen Sound- und Bildwelten.

Genau über dieses Album, den grafischen Welten und Künste hat Nina im Wortwechsel ein paar Fragen an die Band stellen dürfen.

Hallo erstmal! Wie geht es euch im Moment?

Uns geht es sehr gut, vielen Dank!

Um gleich direkt zu starten, ihr kommt aus einem Land, welches bekannt für sein Spiel mit den Naturelementen ist. Inwiefern hat dies euer Album beeinflusst und den Titel „Ride The Fire“?

Es ist schwer, den Einfluss der Naturkräfte auf die Entstehung eines Albums zu bestimmen, denn diese sind einfach ein Teil unseres Lebens und man merkt nicht, welchen Anteil diese genau haben und welche Teil  von woanders kommen.

Der Titel „Ride the Fire“ ist mehr eine Einladung, dem Chaos nachzugeben und an der Schaffung und Arbeit von diesem teilzunehmen. Der Titel ist abstrakt, aber gleichzeitig ein spezifischer Hinweis auf die Elemente und Kräfte der Natur.

Auf eurem neuen Album erschafft ihre mythische Welten. Woher kam die genaue Idee und besonders die Verbindung zu Religion und Astrologie?

Wir wollen die Menschen und Gelehrten beleidigen, indem wir Wörter wie Religion und Astrologie verwenden, um den Inhalt des Albums zu beschreiben. Wir möchten eher sagen, dass wir Charaktere und Szenarien aus den Songs des Albums „Ride the Fire“ erstellt haben, um eine grafische Welt mit Linolschnitt und Siebdruck zu erstellen.

 

Jeder Song erzählt eine Geschichte und wir verwenden den Inhalt dieser Lieder, um unsere grafische Welt zu erschaffen.

Was bedeutet denn für euch genau Religion und Astrologie?

Wir nutzen sie oft, um Ideen, Spiele und Bilder zu erhalten. Wir interessieren uns für alles, was mit Geschichten, Reisen, grafischer / visueller Welt und Lebensphilosophie zu tun hat. Sogar Metaphysik und Quantenmechanik. Aber wir widmen uns ihnen nie und sprechen nicht für sie, sondern betrachten sie mit Interesse, wie Gäste.

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Zurück zum neuen Album, „Ride The Fire“, welches euer zweites komplett englischsprachiges Album ist. Wie unterscheidet es sich von dem Vorgängeralbum „Kinder Versions“?

„Ride The Fire“ wurde in London und Reykjavík geschrieben. Es ist seltsam, jetzt darüber nachzudenken, dass wir dabei Flugzeuge wie Bussen zwischen den Städten genutzt haben. Wir haben „Ride The Fire“ mit mehr Rücksicht als „Kinder Versions“ geschrieben, da wir im Leben anders standen und so auch andere Erwartungen hatten.

Ása lebt in London und mit Valgeir habt ihr euren neuen Schlagzeuger. Wie hat sich das auf die neuen Songs und den Aufnahmen ausgewirkt?

Die Aufteilung zwischen zwei Ländern hatte große Auswirkungen auf das Album und ermöglichte es uns, die Arbeitszeit über einen längeren und interessanteren Prozess zu verlängern. Es ist gesund, zwischen Orten zu wandern, während man sich in einem kreativen Prozess befindet. Die Ideen kommen aus einem breiteren und farbenfroheren Spektrum und das Material wird größer.

Mit Valli kam frischer Wind in die Band, da er direkt viel Effort  und Arbeitswillen mitbrachte, wir sind sehr dankbar für ihn.

Für euer neues Album konntet ihr mit Namen, wie den Produzenten Árni Hjörvar, Sam Slater und Mandy Parnell zusammenarbeiten. Wie war diese Zusammenarbeit für euch?

Es war eine sehr abwechslungsreiche und magische Kooperation. Wir haben mit ihnen in Reykjavík, London und Berlin zusammengearbeitet. Jeder einzelne Mitwirkende hat dies extrem gut gemacht und die Tatsache, dass diese Leute sehr unterschiedlich sind, hat das Ergebnis genau so gemacht, wie wir es wollten.

Dieses Jahr war ziemlich seltsam, aber was können wir nächstes Jahr von euch erwarten?
Vielleicht eine Tour, Livestream-Konzert oder sogar etwas komplett anderes?

Wir hatten eine Europatour im Februar geplant, aber sie wurde abgesagt, so dass es eher wie eine ruhige Fortsetzung des Albums aussieht.

Wir machen es wie alle anderen im Moment, wir schauen, was möglich und wie es möglich ist, seine Künste zu teilen, damit die Menschen sie in real erleben und genießen können. Wir glauben, dass Menschen Nähe, gemeinsame Erfahrungen und Wahrnehmungen / Sensibilität von Live-Musik und Kunst brauchen, um sich gut zu fühlen. Menschen haben von Anfang an Gesang und Tanz benutzt, um zusammenzukommen, und es kann einfach nicht ohne psychologische Auswirkungen weggeschnitten werden. Wir freuen uns darauf, wieder zu spielen und alle zu umarmen.

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