Letztes Jahr brachte Nico Laska seine EP „Fine“ heraus, ging auf Release-Tour durch Deutschland und spielt fleißig als Support-Act unter anderem bei Wincent Weiss. Mit „High & Stable“ veröffentlichte er Ende Juli nun einen weiteren Vorbote auf seine neue EP „Gone“ an der er gerade arbeitet.


Ein Artikel von Carolin Czarnecki – Per Mail hatten wir die Gelegenheit Nico ein paar Fragen zu seiner neuen EP, zum Songwriting und zu seinen Ansichten am Musiker-Dasein zu stellen.


Du arbeitest ja gerade an deiner neuen EP „Gone“: Was wird uns neues erwarten? Thematisch, musikalisch etc.?

Nico Laska: Musikalisch würde ich sagen konnte man schon an den Singles fest machen, dass es etwas anders wird. Ich habe ganz doll versucht die Songs, Songs sein zu lassen unabhängig davon ob eine Sache jetzt zu hip hop/ rockig oder poppig ist. Die Entscheidung fiel von meiner Seite aus immer in Richtung des Songs und nicht in irgendeine Image Schiene. Thematisch habe ich versucht, oder bin auch durch Dinge die ich so durchlebt habe schon fast dazu gedrängt worden, eine Fortsetzung zu FINE zu schreiben. Beide EP‘s sind sehr autobiografisch geschrieben und könnten auch als Tagebücher bezeichnet werden. Den Vibe und diese Ehrlichkeit habe ich versucht aufrecht zu erhalten – auch wenn es manchmal vielleicht nicht das einfachste war die Wahrheit zu schreiben.

Wie läuft dein Songwriting ab? Was kommt zuerst : die Lyrics oder der Sound?

Nico Laska: Im Normalfall schreibe ich die Songs erstmal auf der Gitarre oder dem Klavier. Dann setze ich mich mit meinen 3 Studioboys zusammen, präsentiere den Song und sage in welche Richtung ich es mir vorstelle. Ab dann wird ausprobiert jeder gibt was dazu, man verwirft und tauscht durch solange bis es sich richtig für mich anfühlt. Man muss sagen, ich habe im Studio wirklich 3 unglaublich talentierte und vor allem versierte Musiker dabei (Karan Walia, Mario Radetzky und Michael Dreilich) welche mir so viele Dinge anbieten, dass ich so frei aussuchen kann als wäre ich auf einem All-You-Can-Eat Buffet.

Wie sehr lässt du dich von deinen persönlichen Erlebnissen/Erfahrungen beim Songwriting beeinflussen?

Nico Laska: Unglaublich viel, auf „Gone“ das erste Mal auch sehr musikalisch und nicht nur textlich. Ich möchte, dass „Gone“ textlich exakt dasselbe aussagt wie im Instrumental.

In deiner aktuellen Single „High & Stable“ singst du ja über Liebe & Schmerz: fällt es dir leicht über diese Thematik Songs zu schreiben?

Nico Laska: Über diese Gefühle zu schreiben ist hier tatsächlich noch der einfachste Part an der ganzen Sache. Ich rede nur mit ganz wenigen Menschen offen und ehrlich über meine Gefühle, Ängste und Sorgen. Da schreibe ich es lieber im Dunkeln auf. Das Ganze zu veröffentlichen ist das Schwere daran. Unter anderem auch der Gedanke, dass Personen an die ein Song geht, diesen auch hören könnten.

Deine Produktionen werden von Song zu Song besser und ich frage mich: bist du ein Mensch der gut mit Kritik an seiner Arbeit klarkommt oder fällt es dir schwer Kritik anzunehmen? Und woher nimmst du die Motivation bzw. den Antrieb dich immer zu verbessern?

Nico Laska: Danke für dieses Kompliment! Auch das nehme ich sehr gerne für das gesamte Team auf, denn das produzieren und die Studio Arbeit ist etwas, was ich alleine so niemals im Leben könnte. Ich würde sagen, dass ich sehr kritikfähig bin und Kritik sehr wichtig finde. Es ist aber meiner Meinung nach viel wichtiger zu wissen, welche Kritik man sich zu Herzen nimmt und welche nicht. Wenn ich von etwas zu 100% überzeugt bin, dann kann kritisieren wer möchte – Kunst bleibt Kunst und Aussagen bleiben Aussagen.

Was würdest du machen, wenn du nicht den Weg der Musik eingeschlagen hättest?

Nico Laska: Ich glaube, ich wäre Lehrer geworden. Wahrscheinlich Englisch und Geschichte.

Und wo wir gerade über das Leben sprechen: bist du eher ein spontaner Mensch oder brauchst du für alles einen Plan B?

Nico Laska: Absolut spontan! So entstehen die besten Stories.

Gibt es irgendetwas am Musiker-Dasein das dich total ankotzt?

Nico Laska: Bürokratie, ich bin kein Büro Mensch. Sachen wie GEMA-Abrechnungen und Rechnungen schreiben sind absolut nicht mein Ding. Gott sei Dank habe ich aber auch dafür mittlerweile super Menschen um mich rum, die mir die Arbeit entweder abnehmen oder mir in den Arsch treten bis ich es mache.

Und mal andersrum: was treibt dich an weiter Musik zu machen?

Nico Laska: Antrieb ist, so kitschig das auch klingt, für mich das Leben. Ich schreibe nahezu alles auf und nutze dies als Ventil. Ansonsten würde ich sagen das live spielen. Das ist wie ein Mal Batterie aufladen.



Autorin: Carolin Czarnecki / Photocredit: Nico Laska Promo