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Im Wortwechsel mit PASSENGER

Im Wortwechsel mit PASSENGER

Der britische Singer-Songwriter Michael “Mike” David Rosenberg alias Passenger hat einen langen Weg hinter sich.

Als Straßenmusiker angefangen, wurde er 2012 mit dem Song “Let Her Go” weltweit bekannt. Der sympathische Sänger ist seit September mit seinem neuen Album “Runaway” auf großer Tour und wir hatten das Vergnügen, ihm ein paar Fragen stellen zu dürfen.



Willkommen in Köln! Bist du das erste Mal hier in der Live Music Hall?

Passenger: Ja, das ist mein erstes Mal hier, obwohl ich schon ziemlich oft in Köln aufgetreten bin. Ich hab ein paar Mal im Palladium und im Luxor gespielt. Aber die Live Music Hall scheint auch eine tolle Location zu sein, denn der Soundcheck hat sich schon richtig gut angehört.

Lisa: Das hört sich toll an, ich freu mich schon auf heute Abend.

Du wirst später sicher ein paar Songs von Deinem neuen Album “Runaway” spielen, welches vor genau einem Monat veröffentlich wurde. Wie fühlt es sich an, dein neuestes Werk in die Welt gesetzt zu haben?

Passenger: Toll! Es ist immer wieder schön ein Album zu erschaffen und die Monate, die auf die Veröffentlichung zugehen, sind zwar viel Arbeit und man ist immer ein bisschen besorgt, ob die Leute deine neue Musik mögen, aber ich kann mit Glück sagen, dass ich eine tolle, loyale Fanbase hab.

Lisa: Das kannst du auch sein, es ist ein sehr berührendes Album.

Um “Runaway” zu promoten, hast Du einen dreiwöchigen Road Trip durch Amerika gemacht. Wie seid Ihr auf die Idee dazu gekommen?

Passenger: Ich habe alle Songs vor dem Aufnehmen nochmal durchgespielt habe und dabei ist mir aufgefallen, dass sich das Thema Amerika überall wie ein roter Faden durchzieht. Mein Vater wurde dort geboren und ich hab an diesem Punkt beschlossen, die Chance zu ergreifen und zu sagen, nach zehn Alben möchtest du nicht immer das Gleiche machen. Außerdem ist es natürlich ein guter Vorwand um einen großen Trip mit drei meiner besten Freunde zu machen (lacht).

Lisa: Das ist natürlich noch ein Pluspunkt.

Würdest Du mir ein bisschen über den Song “To Be Free” erzählen? Darin erzählst Du die Geschichte deiner Großeltern, richtig?

Passenger: Ja, meine Großeltern waren Juden. Mein Großvater kam tatsächlich aus Köln und meine Großmutter aus Polen. Im Zweiten Weltkrieg mussten die beiden fliehen, von Frankreich aus in ein Flüchtlingslager in der Schweiz. Nach dem Krieg sind sie dann nach Amerika gezogen. Dadurch hatte mein Vater später nicht die leichteste Kindheit…wie bei vielen anderen Flüchtlingsfamilien auch, mit sehr viel Trauma und Angst. Mich hat die Geschichte dadurch mein Leben lang begleitet. Das Schreiben war ziemlich schwierig aber ich bin sehr stolz auf den Song und ich hoffe, dass er anderen Leuten in ähnlichen Situationen helfen kann.

Lisa: Es ist wirklich ein sehr berührender und emotionaler Song.

Wie fühlt es sich an heute Abend in genau der gleichen Stadt, in der dein Großvater gelebt hat, aufzutreten und über seine Geschichte zu singen?

Passenger: Das macht das Ganze an diesem Abend natürlich noch eine Stufe emotionaler. Immer wenn ich in Köln bin, laufe ich durch die Stadt und denke daran, dass er vor 100 Jahren vielleicht hier rumgelaufen ist. Es ist eine wunderschöne Stadt.

Du tourst noch bis Ende November, was steht danach bei Dir an?

Passenger: Bier…erst mal sehr viel Bier (lacht). Und dann werde ich in den Urlaub fahren und Weihnachten Zuhause mit meiner Familie feiern…Ich glaube nächstes Jahr noch ein bisschen touren. Wir kommen vielleicht nach Südamerika und wollen ein bisschen mehr Europa mitnehmen, da wir noch nicht in Spanien, Polen, Tschechien und Portugal waren.

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Lisa: Dann müssen wir ja nicht lange auf weitere tolle Konzerte von Dir warten. Ich finde es erstaunlich, wie herzlich Du auf Social Media mit deinen Fans interagierst.

Wieviel davon machst Du und was davon macht dein Team?

Passenger: Alles was unter meinen Bildern oder bei Facebook steht habe ich tatsächlich selber geschrieben. Ich hasse die Idee, dass mein Manager irgendetwas für mich abtippt. Früher habe ich auch noch auf jeden Kommentar selber geantwortet aber wir haben 3,5 Millionen Fans auf Facebook, da ist das leider nicht mehr möglich.

Lisa: Leider kommen wir jetzt schon zur letzten Frage, die hat es aber in sich (lacht).

In dem Video “Runaway” rennst du im “Forrest Gump Style” durch Amerika – wie viele Hemden hast Du während des Videodrehs ruiniert?

Passenger: Oh man, lustigerweise nur eins…sogar für fast alle Videos! Ich hab tatsächlich immer das gleiche Hemd angezogen und das lustige war, dass wir vor dem Videodreh noch darüber geredet haben, ob wir immer die gleichen Sachen anziehen oder nicht. Also habe ich das Oberteil jeden Tag, in jedem Video getragen – immer wieder das gleiche, stinkende Shirt. Ich frag mich gerade, wo es abgeblieben ist…Vielleicht solltest ich noch mal danach suchen…



Autorin: Lisa Schulz Foto: Fabian Lippke

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