Scott Helman ist Kanadas Exportschlager #1 – Der 22Jährige hat seinen ersten Plattenvertrag bei Warner Music bereits im zarten Alter von 15 bekommen. Mit 18 folgte seine erste EP, im vergangenen Jahr dann sein Debütalbum ‚Hôtel de Ville‘. In der letzten Woche war der Singer/Songwriter im Rahmen seiner aktuellen Tour auch in Deutschland unterwegs und nahm sich vor seinem Auftritt in Köln die Zeit, uns ein Paar Fragen zu sich, seiner kanadischen Herkunft und seinem Privatleben zu beantworten.


Hallo Scott, schön dass Du da bist. Sag mal, wie gefällt es dir eigentlich in Deutschland?

Ich mag Deutschland! Das was ich so an Deutschland mag, ich meine ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen aber, wenn ich reise, dann hauptsächlich um Konzerte zu geben. Und die Erfahrungen die ich mitnehme hängt ganz oft mit den Venues zusammen, in denen ich auftrete. Und in Deutschland sind alle Leute so bemüht, dass es dir gut geht, dass der Ton für dich passt, dass das Licht gut ist, dass gutes Essen da ist etc. und das schätze ich. UND das Bier ist gut…ganz besonders hier in Köln!

Dieses Konzert hier in Köln ist nicht deine erste Show in Deutschland. Unterscheidet sich das deutsche Publikum von anderen Nationen?

Ähm ja, sie sind deutsch! (lacht) Nein nein, das tolle daran Musik auf der ganzen Welt machen zu können ist, dass man die Unterschiede in der Kultur und der Sprache erleben kann und auch wie Menschen sich kleiden und verhalten. Doch am Ende des Tages ist das aufregende doch, wie Fans in Deutschland genauso leidenschaftlich meine Musik verfolgen wie Menschen in Asien, oder Menschen in meiner Heimatstadt Toronto. Ich verfolge lieber die Gemeinsamkeiten anstatt auf die Unterschiede zu achten. Doch das wirklich besondere an deutschen Fans ist, dass sie so aufmerksam sind. Erst ist alles ganz ruhig und dann klatschen sie und singen mit. Das mag ich.

Deine aktuelle Single heißt ‚PDA‘, doch deine erfolgreichste ist ‚Bungalow‘. Was denkst du, macht den Erfolg dieses Songs aus?

Es war mein erster Song und mein erster Radio-Hit in Kanada. Ich weiß nicht recht. Als ich den Song geschrieben habe, habe ich eine wirklich schwierige Zeit durchgemacht und ich denke ich bin eine Person, die wenn sie eine schwere Zeit durchmacht, eher einen fröhlichen Song schreibt um mich durch diese Zeit zu boxen. Meine damalige Freundin hatte mich gerade verlassen, alle meine Freunde aus der Schule sind weggezogen und ich war ganz alleine und hatte fast niemanden in meinem Leben. Deshalb handelt der Song von einem Mädchen, von dem ich Träume. Keine reale Person. Es war eher um mich aus meiner Lage zu befreien und die Sorgen zu vergessen. Denn egal wie schlecht deine Lage ist, es gibt immer einen Ausweg und Hoffnung.

Deine aktuelle Single hingegen findet sich auch auf deinem Debütalbum, das ca. vor einem Jahr erschien. Es nennt sich ‚Hôtel de Ville‘. Wieso trägt es einen französischen Titel?

Nun ja, ich wohne mittlerweile in Montreal, einer französischen Stadt in Kanada und damals als ich mit meiner EP ‚Augusta‘ auf Tour war, lebte ich noch bei meinen Eltern. Und ich kam eigentlich zurück zu meinen Eltern, nur um meine Sachen zu packen, als würde ich von der Schule nach Hause kommen. Und ich blieb für EINEN MONAT. Und ich hatte absolut keine Ahnung, was ich mit mir und meinem Leben anfangen soll. Bevor ich Augusta geschrieben habe, war ich wie erwähnt in einer schlechten Verfassung. Dann ging ich für drei ganze Jahre auf Tour und das war der Wahnsinn. Und dann kam ich zurück und plötzlich waren auch die Sorgen wieder da. Und da dachte ich mir „ich muss das regeln“. Ich zog mit meinem ganzen Kram in ein AirBnB in Montreal und schrieb das Album. Und durch den Rat meiner Eltern und meiner Heimat kam der Titel zustande.

Dein erster Support-Auftritt neben deiner eigenen Tour war mit ‚Walk Off The Earth‘. Wie war die Zusammenarbeit mit ihnen?

Oh, sie sind fies. (lacht) Aber toll! Sie arbeiten mit dem selben Produzenten, mit dem ich zusammenarbeite und er hat uns einander vorgestellt. Und sie waren so wunderbar und liebevoll. Und es war meine erste Tour in den Staaten. Sie zeigten mir wie man den Touralltag überlebt, denn dieser kann wirklich hart sein. Vor allem, wenn man jung und am Anfang seiner Karriere ist. Es kann wirklich belastend sein, physisch als auch psychisch. Und sie waren unfassbar hilfsbereit und gaben mir viele Tipps so wie eine Familie. Und es war auch ein Vorteil mit etwas ‚älteren‘ Menschen unterwegs zu sein, um erwachsen zu werden. Und als Künstler konnte ich mir ebenfalls viel abschauen! Zum Beispiel wie man gute Shows inszeniert, mit all den Lichtern und wie man sich als Musiker gut verkauft.

Jetzt, wo du so viel unterwegs und auf Tour bist, was ist da für dich eigentlich der wichtigste Punkt auf deiner ‚bucket list‘?

Puuuuh, das ist eine gute Frage. Ich denke, jetzt wo ich ziemlich nah dran bin den Traum zu erfüllen, wäre es einmal jeden Kontinent bereist zu haben. Ich war bereits auf jedem Kontinent außer Südamerika. Und dort würde ich am liebsten Brasilien oder Peru sehen. Meinen Traum eine große Arena Tour in Kanada zu spielen kann ich ja diesen Sommer mit Vance Joy erfüllen. UND ich möchte unbedingt noch einmal Fallschirm springen, das wäre cool. Aber nicht Bungee Jumping, denn ich kann Höhe eigentlich nicht leiden.

Hast du eigentlich auch ein paar musikalische Tipps für uns und deine Fans?

Wenn ich von Zuhause und von meiner Freundin getrennt bin, dann höre ich sehr viel Musik von John Denver. Sowas wie „Take Me Home, Country Roads“ oder „Leaving On A Jetplane“, also richtig kitschige Country Musik, denn ich bin ein heimlicher Romantiker. Und meine beste Freundin Deanna Petcoff ist fucking amazing*…(*fragt ob er in Deutschland fluchen darf, weil er so unfassbar viel flucht) und sie hat vor kurzem den Song „Terribly True“ veröffentlicht, welcher sehr sehr sehr gut ist! Jeder sollte es sich anhören.

So, zu guter letzt würde ich gerne noch von dir wissen, was wir als nächstes von dir erwarten dürfen?

So einiges! Ich werde ein paar neue Sachen veröffentlichen. Außerdem habe ich ein Musikvideo gedreht, aber ich kann dir leider noch nicht verraten zu welchem Song. Aber es ist wahrscheinlich das coolste und beste Video, das ich bisher gemacht habe. Und ich freue mich sehr darauf und es kommt schon sehr bald. Und ich schreibe nebenbei sehr viele neue Songs und plane neue Tours. Also kann man gespannt sein.



Autor und Fotocredit: Dominik Huttner

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