Gerade einmal Mitte 20 und schon eine Band-Historie von über 10 Jahren: side effects leben für die Musik. Die schwedische Band veröffentlichte kürzlich erst ihr zweites, langersehntes Album „Some Other Day“. Aktuell touren sie in der Obhut von Friska Viljor als deren Vorband durch Europa.

Wie es ihnen dabei ergeht, wer bereits zu Beginn der Tour verloren ging und was man in Schweden über deutsche Musikfans sagt, erfuhr Anna im Wortwechsel mit dem Quartett:


Herzlichen Glückwunsch zu euerm neuen Album! Welche Songs können nicht darauf warten, in den folgenden Tagen live gespielt zu werden?

side effects: Danke! Der Titelsong „Some Other Day“ wird auf der Bühne richtig lebendig und fühlt sich für uns wie ein besonderer Moment an.

Es ist konzerttechnisch das erste Mal für euch in Deutschland, nicht wahr? Gibt es Erwartungen oder Gerüchte, von denen ihr gehört habt, denen auf den Grund gegangen werden muss?

side effects: Ja! Wir haben gehört, dass Deutsche echte Musikliebhaber sind und sehr viel in die Musik investieren, wenn sie zu den Shows kommen. Bisher hat es sich als wahr erwiesen.

Euer Album wurde in Berlin gemischt – hattet ihr da auch ein bisschen Zeit, die Stadt zu erkunden?

side effects: Unser erstes Album wurde in Hansa Tonstudios durch mixing queen Michael Ilbert gemischt. Wir waren damals achtzehn und Berlin hat viel zu bieten, so dass wir uns an die Reise nicht mehr so ​​gut erinnern können…Das Neue ist tatsächlich in unserer Heimatstadt Stockholm von Max Måns Wikman gemischt!

Wenn man über schwedische Bands nachdenkt, kommen einem aus deutscher Sicht Namen wie Mando Diao, ABBA und EDM-Acts (und natürlich Friska Viljor) in den Sinn. Aber ihr klingt komplett anders. Welche Bands haben euch generell und für eure Musik inspiriert?

side effects: Wir sind tatsächlich große Fans von ABBA und Mando. Aber ein deutscher Typ, der uns sehr inspiriert, ist Holger Czukay von der Band Can.

Zwischen Ihrem Debüt und „Some Other Day“ lagen fünf Jahre – wieso hat es denn so lange gedauert?

side effects: Es wurde in verschiedenen Sessions und verschiedenen Jahren aufgenommen. Zudem haben wir viele Projekte nebenbei gemacht, aber im letzten Jahr haben wir uns zusammengetan und das Album in unserem eigenen Studio Olympic Dos fertiggestellt.

Worauf sollten sich eure deutschen Fans gefasst machen? Was zeichnet euch als Band aus und macht euch unvergesslich?

side effects: Die energiegeladenen Liveshows und die herzzerreißenden Melodien. Das fasst es so ziemlich zusammen.

Hat jedes Mitglied eine besondere Rolle auf Tour? Der Witzereißer, der Spätaufsteher, der der immer verloren geht?

side effects: Der Titel „lost one“ geht ganz besonders an Jorba, denn erst gestern Abend ist er in Hamburg verloren gegangen.
Der Joker ist definitiv Elias! Er zieht immer einen lustigen Witz  aus seinem „Ärmel“.
Billy schläft immer im Tourbus! Auf jeden Fall der Langschläfer hehe.
Hugo ist so entspannt und weiß nie, was los ist, aber er scheint glücklich zu sein, denke ich.

Touren mit Friska Viljor – welche Skills möchtet ihr von einer so erfahrenen Band wie ihnen lernen?

side effects: Sie scheinen sehr gut darin zu sein, eine großartige Show zusammenzustellen. Und Emil, der Keyboarder, scheint auf der Bühne so glücklich zu sein! Elias hat dort definitiv etwas zu lernen.

Gibt es noch andere Bands, mit denen ihr gerne mal touren wollen würdet?

side effects: Foxygen oder MGMT vielleicht.

Die Leute würden euch sicherlich als junge Band bezeichnen, dabei habt ihr bereits eine 10-jährige Bandgeschichte. Könnt ihr ein paar Highlights nennen?

side effects: Die Aufnahme unseres ersten Albums. Für eine schwedische Grammy nominiert werden. Einrichtung eines eigenen Studios (Olympic Dos), so dass wir jetzt völlig unabhängig sind.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: side effects