Valentinstag 2020. Anstatt den traditionelleren Valentinstagsplänen eines gewöhnlichen Menschen habe ich mir dieses Jahr etwas besonderes für den Tag der Liebe vorgenommen. Dieses Jahr sind Smile and Burn mein Valentinstag-Date und mit Philipp und Sören durfte ich per Telefon über ihre neue Platte Morgen Anders, Songwriting, Album-Missverständnissen und Pfeffi-Bewertungen reden.


Hallo, ihr zwei! Schön, dass ihr euch heute die Zeit für dieses Interview genommen habt!

Sören: Nur damit ich es richtig verstehe, du bist Caro von Mellow Music? Und wer ist der andere Typ in der Leitung?

Phil: Dein Brudi Philipp! (lacht)

Ihr seid ja nun in den letzten zwei Jahren um 2 Mitglieder geschrumpft und seid nun ein kleines, feines Trio. Hat euch dieses Federn lassen viele Herausforderungen gebracht oder seid ihr eher der Typ Band der sich diesen Dingen stellt und es positiv sieht?

Phil: Komisch eigentlich. Gut, dass du diese zwei Extreme ansprichst. Wir haben das eigentlich ganz ruhig bewältigt. Normalerweise ist ja die erste Entscheidung wenn zwei Mitglieder abhauen „Na gut, dann lösen wir uns auf.“. Da haben wir eigentlich gar nicht darüber nachgedacht, weil erst der eine abgehauen ist und wir dann eine Tour hatten. Dann ist der andere abgehauen und da war dann auch noch eine Tour und noch Festivaldates bestätigt. Unsere Booking-Agentur hat überhaupt nicht darüber nachgedacht wie wir das absagen könnten und wir komischerweise auch nicht. Also, wir waren nicht wie kopflose Hühner, sondern eher „Ah ja, ok.“ Aber klar, glücklich hat uns das jetzt in keinem Fall gemacht. Es war schon so ein bisschen „Ah fuck.“. Es waren dann auch Momente wo wir uns entscheiden mussten welche Songs spielen wir jetzt mit einer Gitarre und welche mit zwei. Dann auch welchem mit Bass und das war der erste Moment wo man darüber wirklich nachgedacht hat. Es ging dann eigentlich sehr butterweich weiter.

Seid ihr generell risk-taker als Band?

Sören: Also ich, boah, also ich muss sagen es kommt immer darauf an in welchem Bereich. Ich glaube so musikalisch und den Bereich, da bin ich schon eher risikofreudig. Also ich mein, wir haben ja das neue Album auf Deutsch gemacht, das ist ja schon das größte Risiko was man eingehen kann. Und ich glaube wir wären musikalisch auch bereit noch viel weiter zu gehen wenn wir dazu Gelegenheit haben. Wir versuchen schon immer den größtmöglichen Abstand zum vorherigen Album zu schaffen, aber meistens klingt es recht ähnlich. Nicht weil wir auf Sicherheit spielen, sondern weil es so aus uns rauskommt. Gut, bei unseren Videoideen bin ich auch immer sehr risikofreudig. „Zünde mich An“ ist ja quasi ein Anti-Musikvideo. Das war auch so „Naja, eigentlich wollten wir das etwas anders haben“ aber da hat wieder irgendwas nicht funktioniert und dann haben wir gesagt „Klar mögen wir so. Perfekt.“

Phil: Ich finde es fühlt sich auch oft so nach „Okay, machen wir halt so“ an. Aber generell bin ich so gar kein risikofreudiger Mensch und ich schaue mich immer links und rechts nach Sicherheit um. Und alles andere ist eher so „Was sollen wir denn sonst machen? Alles andere ist doch scheiße“
Sören: Gut, dass wir das hier auch nochmal besprechen.

Bevor ihr Morgen Anders geschrieben hattet war ja eigentlich schon eine andere Platte fertig. Warum habt ihr diese verworfen?

Phil lacht…

Sören: Also, ich verrate dir jetzt ein Geheimnis, das habe ich noch keinem anderen Interviewer gesagt. Ich habe den Promotext geschrieben und ich habe den nicht genau genug kontrolliert auf Stolpersteine. Und mir ist nicht aufgefallen das dieser Satz (nämlich genau dieser: „Mit zwei Songwritern weniger im Team und sechsmonatiger Pause entstand eine Platte, die an sich schon ein legitimer Nachfolger von „Get Better Get Worse“ geworden wäre.”) so lesen könnte, als hätten wir schon ein Album fertig gehabt. Der Satz ist einfach missverständlich geschrieben und das ist mir beim Kontrollieren nicht aufgefallen. Deswegen ist das auch kompletter Bullshit, wir hatten vorher kein Album fertig. Wir hatten zwar ein paar Demos die wir dann nicht nehmen konnten weil wir die mit den anderen geschrieben haben. Als die dann weg waren haben wir gesagt „mit den Demos können wir nicht arbeiten“. Aber ja hahaha, ist echt wirklich komisch geschrieben und du bist auch nicht die erste die uns diese Frage stellt.

Schon einige Bands haben in den letzten Jahren den Sprung zur deutschen Musik getan. Ich will es nicht als Trend bezeichnen, sondern eher als Neigung der vielen Bands im Moment nachgehen, Was denkt ihr sind die Gründe, dass viele jetzt ihre Musik auf Deutsch produzieren? Was sind, eurer Meinung nach, die Vorteile deutscher Lyrics im Gegensatz zu englischen Lyrics?

Sören: Ja, eh eine Frage die ich mich frage bei Punkrock. Also keine Kritik, aber die Leute formulieren das immer so „einige Bands“ aber mir fallen nur die Donots ein.

Phil: Und Itchy

Sören: Also erstens haben Itchy einen Monat nach uns releast, und zweitens hatten wir die Idee unabhängig von Itchy. Wir waren dann zuerst im Management und haben gesagt, dass wir auf Deutsch machen und da hat der Manager die Hände vorm Gesicht zusammengeschlagen und gesagt „Oh Mann, Itchy wollen auch auf Deutsch machen!“ . Dann haben wir gesagt „Okay, wir wollen aber zuerst releasen!“ Damit niemand sagt wir hätten Itchy nachgemacht!

Phil: Och, ich meine aber auch man hat jetzt auch Jahre lang Zeit deutsche Musik zu schnuppern. Ich mein, deutsche Musik mag ich immer noch nicht so 80%… Da gibt es auch viele Negativ-Beispiele. Wenn man eh die ganze Zeit sagt, man will das gar nicht probieren, weil das doch eh scheiße ist, wie so ein Kind das nichts anderes essen will- Und dann probierst du das halt doch aus und dann merkst du so „Och krass, ist gar nicht so blöd“ aber es fühlt sich noch so merkwürdig an. Aber es ist auch irgendwie was neues und aufregend und dann fängst du an dich damit zu beschäftigen. Sören ist der einzige der wirklich gerne deutsche Musik hört und Wolli und ich halt so gar nicht. Als Sören und ich Wolli gesagt haben dass wir das jetzt auf Deutsch probieren wollen war er so „Boah, ne!“. Also entweder macht man nach 10 Jahren wieder ein englisches Album oder nicht. Wir machen auch nicht auf Deutsch weil das mehr Kohle bringt oder so. Ich glaube einfach, weil man selbst gemerkt hat das man sich mit was neuem und aufregenden beschäftigen will.

War denn eure Cover-Version von Jennifer Rostock der Anstoß zur Idee auf Deutsch zu schreiben oder war es dann letztendlich die Bestätigung die ihr gebraucht habt, dass ihr nun auf deutsch singt?

Sören: Als wir diesen Song gemacht haben, das war irgendwie so geil, weil da kam so viel Feedback. Na klar, weil es natürlich auch ein Jennifer Rostock Song ist und die den bei sich auf der Facebook-Seite gepostet hatten. Die eine Hälfte hat das voll abgefeiert und die andere Hälfte hat Philipp in Grund und Boden gedisst.

Phil: Das waren alles Jennifer Rostock Fans!

Sören: Haha ja! Das war im ersten Moment nicht cool gewesen aber ja klar, und da war dann alles so lebendig und wir dachten so „okay, vielleicht ist das ja auch richtig geil so auf Deutsch“.

Ihr habt mit den DONOTS zusammen an der Produktion eurer neuen Platte gearbeitet: wie war es mit Guido und Jan-Dirk zusammen zu arbeiten?

Phil: Wirklich toll! Das ist eine befreundete Band von uns. Es war eine ganz, ganz tolle, warme, lustige und kreative Zusammenarbeit. Wenn es scheiße war konnte man das sagen ohne das sich jemand angegriffen gefühlt hat.

Hattet ihr eigentlich Schiss auf die Reaktion eurer Fans, Freunde & Bekannten auf die Umstellung auf deutsche Lyrics? Oder habt ihr es nicht als Risiko angesehen, sondern als eine natürliche Veränderung die früher oder später eingetroffen wäre?

Phil: Also wir hatten schon die ersten 5 Songs für das neue Album als Demos geschrieben. Ich war mit meiner Freundin im Urlaub und da habe ich ihr die Demos gezeigt und sie meinte nur „Oh, ne!“. Also ehrlich gesagt fand sie es echt scheiße und den Song den sie am besten fand war „Weinschorle“, so die härteste Nummer eigentlich auf dem Album. Man muss sich eigentlich auch vom eigenen Gefühl von „gut“ und „schlecht“ verabschieden um anderen sowas dann auch zu zeigen.

Aber jetzt mal ehrlich: ihr habt euch doch bestimmt mit den Jungs von Itchy mit den Release von deutschen Platten abgesprochen, oder?

Phil lacht…

Sören: Wie gesagt, wir haben halt den gleichen Manager wie Itchy. Der hat uns das halt auch gesagt und wir dachten uns nur „Ach, f*ck Alter!“. Also abgesprochen haben wir uns halt überhaupt nicht. Es war eigentlich alles entspannt, oder Philipp?

Phil: Ja, also ich meine… (Phil seufzt)… ja, ne, also… Ach, mein Hirn war grad auf Durchzug gestellt, (Phil pfeift und lacht anschließend). Ne, wir waren nicht abgesprochen! Wie geil es eigentlich wäre, wenn es wirklich so wäre. So jeden ersten Freitag im Monat wenn die deutschen Musikszene sich treffen würde und „Was habt ihr so vor?“ „Joa, wir machen auf Deutsch, ist das okay?“ „Ja ja, ist schon okay“. Ich finde, das ist etwas was man sich von anderen abschauen könnte und sich einfach etwas mehr abspricht untereinander. Ich muss sagen, es gibt in der Gitarrenmusik, oder der Punksparte der Gitarrenmusik, keine Absprachen untereinander. Wir haben schon vor einem halben Jahr schon den ersten Single-Release gehabt und die Tour. Sowas macht man ja ein Jahr vorher schon fest. Und auf einmal, haben alle an dem Freitag alle was rausgebracht. Itchy, dann Radio Havanna und dann dachte ich mir so „Wollen die mich alle verarschen? Die können doch nicht alle einem Tag… da ist niemand auf die Idee gekommen mal in WhatsApp zu schreiben „Yo Leute, übrigens, was macht ihr heute eigentlich?“

Sören: Man hätte ja voll geile Sachen machen können mit Itchy. Dann hätte es wirklich so gewirkt als hätten wir uns abgesprochen. Das wir gegenseitig so geile Aktionen machen können oder so.

Ich glaube, da müsst ihr mal ein ernstes Wort mit eurem Manager reden.

Sören: Ja, es ist ja der gleiche Manager!

Phil: Haben die denn auch das gleiche Booking?

Sören: Ne, ne, ne, ne, die haben wen anderes.

Get Better, Get Worse war ja quasi eure “Emo” Platte (Phil lacht im Hintergrund) in der auch offen Verzweiflung, Ohnmachtsgefühl und Trauer thematisiert worden sind und auch auf eurem neuen Album spricht ihr ähnliche Themen wie bei Morgen Anders an. Negative Emotionen und Themen sind für euch wichtig und ich würde gerne wissen: empfindet ihr, dass diese Aspekte in der Musik öfter repräsentiert werden müssen?

Phil: Lustig, dass du es unsere Emo-Platte nennst. Wir haben gestern, also Sören hat von einem anderen Gesrpäch erzählt über dieses Emo und dass die Platte nicht mehr so wie die anderen zwei klingt. Es ist auf Deutsch, ihr Trottel! Also ich versuche nicht das Songwriting so traurig wie möglich zu machen, sondern das passiert einfach. Ich kann natürlich schreiben wie toll etwas ist, aber Musik ist halt auch ein Ventil um Dinge für mich runter zuschreiben, dafür ist es halt perfekt. Ich mein ich habe heute die neue Deadnotes Platte gehört und das war so „Oh, krass.“ Ich konnte das nicht weiter hören, weil mich das so emotional gepackt hat. Ich dachte dann „Oh Shit, ich brauche jetzt was positives!“. Ich finde das hängt immer ganz stark von der eigenen Verfassung ab und was man machen kann und möchte.

Sören: Man muss ja auch sagen… Es ist ja nicht so, dass man sagt „So ist das Konzept und so setze ich es jetzt um.“, sondern es ist eine Schnittmenge aus dem was du magst, was du selber machen möchtest und was du selbst kannst. Aus dieser Schnittmenge kommt ja dann was aus dir raus und ich meine, ich würde auch mal gerne einen fröhlichen Song schreiben. Aber ich weiß nicht ob das ginge, ich kann mich da jetzt eine Woche hinsetzen und es probieren. Vielleicht kommt da auch mal was, aber was Philipp auch sagte, es ist halt auch eine Selbsttherapie. Es gibt ja auch viele härtere Schicksale oder auch in Amerika, mit der Gang-Kriminalität oder auch Drogenmissbrauch, da nutzen viele Musik auch als Selbsttherapie. Es ist natürlich für die Leute innerlich wichtig, aber auch für Leute die das hören und sich verstanden fühlen. Oder Schicksale teilen.

Negativere Sachen bleiben einem ja auch mehr in Erinnerung.

Sören: Also wir könnten natürlich auch einen Song schreiben in dem wir sagen, dass wir uns die Hucke vollsaufen. Das haben auch viele erlebt und haben da auch einen Bezug zu (Phil lacht dreckig im Hintergrund)… ja, vielleicht kommt da noch was zu, wer weiß. Also ich glaube schon, dass wir fröhlicheres können aber
Phil: aber halt auch eher wenn man da was spaßiges draus macht, so eine Spaß-EP oder so.

Auch bei Zünde mich an kritisiert ihr die unter anderem die Selfiementalität und die Social Media Identität der Menschen der heutigen Zeit. Ich frage mich, wie ihr sowas in einen Song verpackt: Geht ihr mit Schmackes mit so einem Thema beim Songwriting heran oder ist es eher Zufall, dass solche Themen angesprochen werden?

Phil: Es ist nicht so, dass ich mich jetzt hinsetze und sage „ich denk da jetzt drüber nach und schreibe einen Song drüber“, sondern eher ich glaube da muss mal was raus. Und dann kommt das einfach so hin. Ich glaube wenn mich jetzt gezielt hinsetzen würde und über etwas einen Song schreiben wollen würde, dann würde ich daran scheitern. Weil noch immer die Lücke besteht zwischen dem was man möchte und dem was man eigentlich kann.

Sören: Bei mir läuft es immer in der Regel so… man hat immer zuerst einen Ankerpunkt. Philipp und ich, oder mit Wolli auch, wir diskutieren dann die Sachen oder wir reden uns in Rage über ein Thema und dann kommt meistens so eine Line oder drei Worte und dann sagt jemand „Oh krass, das ist eine gute Songline“. Dann hat man die erste Line und dann kriegt man so ein Gefühl wie sich der Song anfühlen soll und dann fängt man da so meistens, an. Oder manchmal ist so ein Ansatzpunkt da wie bei dem Song „Morgen Anders“. Da hat Philipp „alles macht der Morgen anders, alles macht der Morgen wieder gleich“, das hat er einfach nur gesagt! Also ich habe die original Audioaufnahme auch noch zufällig da und das sagt der einfach nur so und dann finde ich die Line echt schön, aber was verbinde ich damit? Und dann rekonstruiert man auch mal rückwärts und naja wenn es morgen anders wird, dann fängt man von hinten das Pferd aufzuzäumen.

Ich finde es auch immer sehr interessant zu erfahren wie Bands bzw. Künstler ihre Songs entwickeln und schreiben.

Sören: Ja, das stimmt.

Phil: Mich regt das auch immer so auf wenn Bands sagen „Jaa, wir haben x Songs und auf dem Album erscheinen dann nur die 12 besten Songs!“ Wie kriegt man das hin?! Und wenn ich versuche einen Song zu schreiben, dann habe ich einen Anfang und dann einen Refrain und am Ende ist alles scheiße oder „was jetzt?!“ weil ich keine Ahnung habe wie ich weitermachen soll. Wir haben halt die Songs die auf dem Album sind.

Ihr seid ja auch eine sehr tour-freudige Band und schon bald steht die nächste Reihe an Konzerten für euch an: wie sehr habt ihr Bock nun euer neues Album unter die Leute zu bringen und den Release mit euren Fans zu feiern?

Sören: Öh, total ehrlich gesagt. Wir hatten ja jetzt auch eine so lange Pause und man merkt, dass man irgendwie komisch wird wenn man lange nicht mehr, also erstens nicht im Proberaum war und dann auch lange nicht ein Konzert gespielt hat. Man merkt das auch immer erst wenn man wieder laut Musik macht so „Ah, das hat mir gefehlt!“ Deswegen, wir sind ja auch bald wieder unterwegs und wir sind ja jetzt auch nicht so die Typen die die Arenen immer direkt ausverkaufen, dh. wir wissen gar nicht wie die Leute darauf reagieren. Deswegen ist es jetzt auch wichtig für uns zu sehen auf welche Songs gehen die Leute denn jetzt ab, damit wir wissen was ist denn jetzt cool und was nicht. Gerade in unserem Fall, weil der erste Song im Sommer kam und das ist jetzt total wichtig, dass wir das Feedback kriegen.

Ich würde das ja persönlich gar nicht aushalten so lange auf Feedback zu warten.

Phil: Es ist ja auch schwierig, weil am Anfang denkst du dir „Fuck, wir dürfen diese Songs nicht spielen, weil wir die noch gar nicht geübt haben.“ Aber jetzt haben wir die solange geprobt und jetzt ist auch der Punkt erreicht wo es nicht mehr besser wird (Sören lacht) Wir müssen jetzt einmal so auf die Bühne gehen und spielen.

Sören: Ich glaube, ich will es einfach hinter mir haben.

Worauf habt ihr euch meisten mit dem Release von Morgen Anders gefreut? Das der Release nun endlich über die Bühne gegangen ist, mal wieder auf Tour zu gehen oder was komplett anderes?

Sören: Ich glaube ich habe mich am meistens gefreut, also ich habe das schon 10.000x gesagt aber noch nicht in einem Interview, man kann jetzt so abschätzen was hat man richtig gemacht und was nicht. Und wir haben jedes Mal gesagt, von der ersten Demo an, dass wir uns Zeit lassen und wenn es uns nicht gefällt, dann lassen wir uns noch mehr Zeit. Dann haben wir das mit den Donots gemacht und klar, wir mussten auch finanziell schauen das es klappt, aber wir haben uns nicht das Knie gebrochen oder so. Und auch als das Album fertig war, haben wir gesagt “Hey, lass uns lieber eine lange Promophase machen” und ich bin froh, dass wir bei keiner einzigen Entscheidungen uns beeilen mussten und alles so gemacht haben wie wir wollten und auch alles so geklappt hat. Das war bei den vorherigen Alben nicht so.

Wenn ihr jetzt dieses Album bewerten würdet, auf einer Skala von 1-10 Pfeffis (1 ist sehr schlecht, 10 hervorragend), wie viele Pfeffis würdet ihr Morgen Anders geben?

Phil: 22!

Sören: Ich sage jetzt 9 Pfeffis, damit für das nächste Album noch Luft nach oben ist.

Phil: Typischer Lehrermove, ich gebe dir eine 2- damit du dich etwas mehr anstrengst obwohl du eine 2 hast.

Sören: Ja ne, boah ich hoffe das jedes Album was wir schreiben 3x besser anhört als das davor. Weil man sich sonst denkt „Ah, das hört sich jetzt scheiße an“. Deswegen will ich nicht, dass es jetzt das 10 Pfeffi Album ist. So ein Album ist ja immer nur eine Momentaufnahme, deswegen muss ich von meiner Perspektive 10 Pfeffis geben. Es ist einfach das absolut beste was ich in dieser Zeit rausbringen konnte.


Autorin: Carolin Czarnecki