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Im Wortwechsel mit THE HUNNA

Im Wortwechsel mit THE HUNNA

Mit ihrem Erstlingswerk „100“ machten sich The Hunna aus Hertfordshire vor rund zwei Jahren in der britischen Musikszene bekannt und einen Namen. Jetzt steht ihr Nachfolgealbum „DARE“ ab Ende der Woche in den Plattenläden, die Erwartungen sind hoch, die Euphorie groß.

International lässt sich die Indie Rock-Band dieser Tage in zahlreichen Festival-Line-Ups finden. Wir durften Ryan, Dan, Junate und Jack vor ihrem Auftritt beim diesjährigen Southside Festival in Neuhausen Ob Eck treffen und haben mit ihnen über „DARE„, die Entwicklung der aktuellen Musik und die Open Air-Saison gesprochen.


Euer neues Album „DARE“ wird nächsten Monat erscheinen. Erzählt doch mal ein bisschen darüber.

Ryan: „DARE“ ist unser zweites Album und umfasst 10 Tracks. Wir haben hart daran gearbeitet und lieben es. Es ist eine wirklich gute Überleitung vom Debütalbum. Wir sind erwachsener geworden, sowohl als Menschen, als auch als Musiker in der Zeit seit unserem Debüt. „DARE“ unterscheidet sich stark vom ersten Album, eine Menge unterschiedlicher Vibes.

Inwiefern ist es denn  anders als euer Debütalbum?

Dan: Andere Rhythmiken, andere Arten zu spielen – besonders musikalisch unterscheiden sich die beiden Alben stark, mehr als textlich, obwohl Ryan dort auch andere Wege ausprobiert hat.
Ryan: Wir hatten diesmal andere Einflüsse.
Junate: Wir hatten ganz andere Vibes als bei „100„. Ganz andere Emotionen, mit denen wir gearbeitet haben,  viel tiefergehende Themen. Trotzdem haben wir unseren Stil, der durch das erste Album entstanden ist und den unsere Fans lieben, versucht, beizubehalten. Das hat sich nicht verändert. Wir zeigen lediglich eine andere Seite von uns.

Habt ihr denn alle einen Lieblings „DARE“ -Song, auf den wir uns besonders freuen können?

Dan: Das ist eine gemeine Frage!
Ryan: Ich würde sagen „Babe, Can I Call“.
Dan: Ja, das ist mein Favorit.
Ryan: Und „Fever„…und das ganze Album natürlich. Es macht gerade einfach großen Spaß, die neuen Songs endlich live spielen zu können, wir haben das erste Album jetzt zwei Jahre lang gespielt.

„DARE“ sollte eigentlich schon veröffentlicht sein, aber ihr habt es verschoben. Warum?

Dan: Wir arbeiten mit einem Independent Label zusammen, da geht alles viel langsamer voran, viel mehr DIY-Arbeit im Vergleich zu einem Majorlabel. Wir brauchten schlussendlich doch mehr Zeit als ursprünglich geplant, um alles für das Release vorzubereiten, besonders für den internationalen Markt. Und jetzt ist die Vorfreude und Aufregung natürlich riesig. Eine gute Chartplatzierung in UK wäre ein Traum.

Wie seht ihr die Entwicklung der britischen Indie-Rock-Musikszene?

Ryan: Gerade gibt es leider keine wirkliche Entwicklung.
Dan: Eher ein Mangel.
Ryan: Es gab schon immer viele Bands und Künstler in der Indieszene. Aber Musik dreht sich immer im Kreis, gerade konzentrieren sich die Leute noch auf Pop und Trap. Aber weil das schon ein paar Jahre so geht, schaut man sich nach neuen Bands um, die immer da waren, aber keine Aufmerksamkeit bekommen haben, weil die Leute diese Art von Musik nicht wollten. Jetzt wollen sie es aber wieder.
Dan: Es gibt so viele Indiebands, aber keine frische große Rockband. Der Musikmarkt ist definitiv bereit  eine solche Band. Wir geben unser Bestes, dass wir es werden!

Was tragen Social Media, Instagram, Spotify eurer Meinung nach bei? Auch für euch selbst?

Dan: Das ist wirklich unglaublich. Heutzutage arbeitet Social Media Hand in Hand mit Musik.
Jack: Es hat uns geholfen, groß zu werden. Unsere Fanbase ist ziemlich schnell gewachsen.
Dan: Es ist so schön, sich mit seinen Fans über die Social Media-Kanäle zu vernetzen.

Ryan: Man kann mehr als nur seine Musik zeigen. Seine Persönlichkeit. Mit den Fans interagieren. Und das lieben die Leute. Es geht einfach alles viel schneller, du kannst dich in Echtzeit 1 to 1 mit den Fans unterhalten. Das entwickelt schließlich die Beziehung zwischen der Band und den Fans weiter und festigt sie. Auf diesem Wege bekommen die Menschen einfach mehr von deinen Songs. Weil du erklären kannst und sie dich verstehen.

Ihr wart von Anfang an ziemlich erfolgreich. Strebt ihr immer noch nach bestimmten Zielen?

Dan: Die größte Band der Welt zu werden!
: Genau. Wie unsere Lieblingsbands, zum Beispiel die Foo Fighters, riesige Stadionkonzerte spielen und große Festivals headlinen.

Kein Interview auf einem Festival ohne einige festivalbezogene Fragen. Was mögt ihr am meisten an Festivals?

Ryan: Die Vibes, die Energie!
Jack: Viele Bands und Künstler sehen, die man vorher vielleicht noch nicht kannte oder die man liebt. Konzerte haben immer eine tolle Atmosphäre, aber dieser besondere „Peace & Love“-Vibe auf Festivals ist einmalig.
Junate: Draußen sein!
Ryan: Festivalgigs sind viel entspannter als eigene Konzerte.
Dan: Das soziale Umfeld auf Festivals ist klasse.
Junate: Man trifft so viele neue Leute, führt interessante Gespräche.

Und was am wenigsten?

Dan: Eindeutig Regen und Schlamm. Zum Glück soll es heute nicht regnen.

Gibt es Acts, die ihr euch selbst in dieser Festival-Saison unbedingt anschauen wollt?

Dan: Ich wollte immer The Vaccines sehen und habe sie ständig verpasst oder es kam etwas anderes dazwischen. Glücklicherweise spielen sie heute nach uns und, nach all den Jahren, kann ich sie endlich live sehen.
Ryan: Wir würden super gern die Arctic Monkeys sehen, müssen aber leider vorher abreisen.
Jack: Biffy Clyro würde ich super gerne sehen. Da wir selbst aber so viel unterwegs und beschäftigt sind, ist es gar nicht so einfach, all die Gigs zu sehen.
Ryan: Wir spielen bald mit Kings of Leon zusammen, eine unserer Lieblingsbands. Natürlich werden wir uns ihr Konzert anschauen, worauf ich mich schon ziemlich freue, obwohl ich sie schon 5x gesehen habe.

Zuletzt die wichtigste Frage: Was ist euer Lieblingsfestival?

Jack: Wir haben gehört, dass Hurricane/Southside das deutsche Pondant zum Reading/Leeds in UK ist. Das sind zuhause in England definitiv unsere Lieblingsfestivals! Natürlich würden wir, wie alle, gerne irgendwann mal auf dem Glastonbury spielen. Das ist ein Traum!
Junate: In England gibt es noch ein Festival, Kendal Calling heißt es, das wirklich toll ist.
Ryan: Coachella darf in der Aufzählung nicht fehlen.
Dan: Und natürlich hier!
Ryan: Oh, ich würde außerdem super gerne auf einem der Lollapalooza Festivals spielen.

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Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Markus Maier

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