Haste ma Feuer? The Bongo Club aus Schweden suchen noch eins. Mit ihrem Debütalbum „Anybody Have A Lighter?“ stellen sich die Jungspunde draußen zu den (un)coolen Kids in die Raucherecke, während drinnen gerade alle zu irgendeiner austauschbaren EDM-Nummer ungelenk tanzen.

The Bongo Club klingen nach einem Abend mit ein, zwei Bier zu viel und dem Geruch von Rauch in Haaren und Klamotten – auf die gute Art und Weise. Aufgewachsen mit den „Goldenen Nullern„, in denen Indie-Zeugs das Allergrößte war und auch eine allmähliche Oasis-Auflösung daran erst einmal nichts ändern konnte, sind die Schweden heute Anfang-Mitte-Zwanzig und (wie ich selbst auch) musik-nostalgisch auf guter Indie-Schrammel-Musik hängengeblieben. Die entspricht zwar gerade nicht dem Zeitgeist, aber das ist auch eigentlich egal, oder? Das dachte sich auch Produzent Owen Morris, der unter anderem an diesen legendären Alben beteiligt war, die überhaupt dafür sorgten, dass Indie irgendwann mal richtig „in“ war.

Dreckiger, lauter, guter Indie-Rock. Ein Album mit Ecken & Kanten hier und da, mit schiefen und zerrenden Gitarrenklängen, zu denen man ausgelassen tanzen möchte. Alles ein bisschen rotzig, alles ein bisschen schön. Es geht um das wilde Leben der 20er, um Freunde und Freude, um Gefühle und gefühlte Sorgenlosigkeit. Und nichts fasst dieses Lebensgefühl wohl besser zusammen als der Titel des vorletzten Songs: „I Can Be Your Reget (In The Morning)„.

Grad Songs wie „Puppy Eyes“ und „Violent Disco People“ klingen, blenden wir den nicht vorhandenen britischen Akzent einmal aus, gefährlich schön nach einer Reinkarnation der ganz alten Arctic Monkeys, auf dessen Cover noch geraucht werden durfte. Hach, damals.

Was sich heute noch anfühlt wie eine Zeitkapsel, könnte morgen schon wieder dem aktuellen Zeitgeist entsprechen – hoffentlich. The Bongo Club und „Anybody Have A Lighter?“ sind das beste Beispiel dafür, wie nötig wir ein fabulöses Indie-Revival haben.

Autorin: Anna Fliege

Photocredit: Patrik Skogloew

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