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Inhaler & „It Won’t Always Be Like This“: Die nächste Indie-Rock-Generation ist hier!

Inhaler & „It Won’t Always Be Like This“: Die nächste Indie-Rock-Generation ist hier!

Fangirl-Modus: ON.

Würde man mein Herz aufschneiden, man würde daran mit allergrößter Wahrscheinlichkeit einen Haufen Indieplatten aus den späten 00ern und den ersten glorreichen 10er-Jahren finden. So gerne ich mich musikalisch austobe, am Ende sind es doch immer die gleichen Indie-Rock-Dudes, zu denen ich zurückkehre, die ich mir mit Freudentränen in den Augen auf Festivals anschaue und zu deren Evergreens ich durch die Indie-Diskos tanze.

Nun ist es so, dass es in den vergangenen 5-6 Jahren nicht wirklich große, neue, aufregende Acts dieser Sorte gab. Nichts, was so hängen geblieben ist, dass ich Herzrasen bekommen hätte. Die boys in bands von damals sind alle älter geworden, haben sich ausprobiert und manchmal nicht die besten Nachfolgealben nach ihren größten Erfolgen veröffentlicht (The Strokes und „The New Abnormal“ mal außen vor).

ABER ABER ABER! Das ändert sich genau jetzt. Inhaler aus Dublin lassen meine Knie mit ihrer Musik weich werden. Ihr Debütalbum „It Won’t Always Be Like This“ lässt mich nicht nur hoffen, dass es entgegen ihrer Annahme hoffentlich ziemlich lange so (gut) bleibt, sondern ist auch die perfekte Platte für all jene, die das Genre so sehr lieben wie ich.

Um den Sound von Inhaler kurz zusammenzufassen: Stell dir vor, du bist auf einer richtig guten Indie-Party, hast bereits die ein oder andere Weißweinschorle getrunken, draußen ein paar Zigaretten geraucht und bist so im Freudenrausch, dass du die Übergänge zwischen den großen Hits nicht mehr mitbekommst. Inhaler haben die Coolness von The Strokes, die hallenden kräftigen Vocals der besten U2-Zeiten (Frontmann Elijah ist tatsächlich der Sohn von Bono), große Gitarrenriffs a la Kings of Leon, funkelnde Synthie-Keys wie sie sonst nur The Killers rüberbringen konnten und sind die stadionhymnentauglichsten Newcomer seit Catfish and the Bottlemen 2014.

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MEINE LIEBLINGSSONGS

Es war Liebe auf den ersten Ton. Ehrlicherweise hatte ich Inhaler eine Weile an mir vorbeiziehen lassen, doch als ich zufällig über die Neuaufnahme dieses Tracks stolperte, wickelten sie mich ohne Umschweife und den Finger. Ich liebe das besondere Zusammenspiel aus Synths und Gitarren so sehr, dass ich gar nicht widerstehen konnte.

Ich stelle mir immer gerne vor, wie Songs live funktionieren könnten und dieser hier mit seinem verspielten Elementen, die direkt selbstbewusst auf große Festivalmassen ausgelegt sind, bekommt einen Ehrenplatz auf meiner After-Corona-Konzert-Bucket List. Der Peak-The Killers-esque Vibe lässt mich ganz nostalgisch werden.

Man möchte umherspringen, tanzen, sich um sich selbst drehen, bis der Schwindel einsetzt beim Refrain. Die Hüften in den Strophen passend den zu E-Gitarren von links nach rechts schwingen. Auch die perfekte Gelegenheit, die verstaubte Luftgitarre mal wieder auszupacken!

Mein Hang zu dramatischen, ausufernden Gitarrensongs wird hier so herzlich empfangen, dass ich beim ersten Hören weinen musste, weil ich es so gut fand. Ein besseres Gütesiegel kann ein Song eigentlich gar nicht bekommen.

Seit es zwischen mir und den Songs von Inhaler *klick* gemacht hat, bin ich unaufhaltbar verknallt. Kann gar nicht erwarten, sie erst in den kleinen Klubs und in ein paar Jahren dann hoffentlich in den besten Festival-Slots feiern zu können. Ich habe in den vergangenen Jahren häufig spekuliert, was aus dem Indie-Rock wird, wann Gitarrenmusik sein Comeback bekommt und ob es noch einmal eine neue Band geben könnte, die in mir ähnliche Euphorie auslösen könnte wie die weiter oben genannten Herrschaften. Jetzt weiß ich endlich, dass die Antwort „Ja“ heißt!

INHALER LIVE 2022

16.04.2022 – Hamburg, Knust
17.04.2022 – Berlin, Hole 44
18.04.2022 – Stuttgart, Im Wizemann
20.04.2022 – Köln, Gebäude 9
07.05.2022 – München, Hansa 39
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