Lieder über Liebe und deren Verlust gibt es viele, doch der britische Singer/Songwriter Isaac Gracie hat mit seinem selbstbetitelten Debütalbum, welches im April diesen Jahres herauskam, gezeigt dass man mit ihnen immer noch breite Massen erreichen kann.

2017 noch als Support von dem australischen Geschwister-Duo Angus & Julia Stone, ist Gracie 2018 mit seiner ersten eigenen Tour unterwegs. Nachdem er bereits erfolgreich Konzerte in England und Schottland gespielt hat, ist er nun endlich in Deutschland.

Am Abend des 11. Mai ist der Künstler mit seiner Tour im Gleis 22 in Münster. Bevor Gracie jedoch vor sein bunt gemischtes Publikum tritt, heizt sein Support Dan Owen den Leuten mit starker Stimme, Gitarre und Mundharmonika ordentlich ein. In noch nicht einmal 30 Minuten und gerade mal fünf Songs, bringt er das Gleis 22 zum tanzen, klatschen und pfeifen. Das Publikum ist sichtlich angetan von dem jungen Briten, der heute Geburtstag hat und viel zu früh wieder von der Bühne verschwindet.

Der Raum des Gleis 22 hat sich während der längeren Umbaupause weiter gefüllt, als Isaac Gracie die familiäre Bühne des Clubs betritt. Offenes Hemd, Kruzifix um den Hals und begleitet von seinem Schlagzeuger und Bassisten fängt der Künstler um halb zehn mit seinem Set an. Er selbst steht mit Gitarre auf der Bühne, welche er mehrmals während des Konzerts wechselt.

Der erst 23-jährige Brite sagt von sich, dass er am liebsten in seinem Schlafzimmer sitzt und Songs schreibt. Als Gracie am Freitagabend auf der Bühne des Gleis 22 steht, mag man ihm diese Aussage direkt abnehmen. Isaac Gracie ist groß und schlaksig, wirkt in den ersten Minuten seines Konzerts noch etwas überwältigt aber fängt sich mit jedem weiteren Lied seiner Setlist. Er spricht sein Publikum zurückhaltend, fast schon schüchtern an. Doch der Künstler schafft es gerade durch sein zurückhaltendes, sanftes Wesens sein Publikum in den Bann zu ziehen. Seine raue Stimme in Kombination mit seinen emotionalen Texten schaffen es, Menschenmengen zum Schweigen zu bringen.

Während Gracie sein Publikum zwischen den Songs anspricht und durch selbstironische Scherze zum Lachen bringt, stehen die Menschen während er singt geradezu andächtig, mit Blick zur Bühne gerichtet im Raum und lauschen jedem Wort, jeder Songzeile. Gracie hat diese Wirkung, wenn er mit emotionaler, Schmerz gefärbter Stimmer auf der Bühne von Verlust und Liebe singt.

Der blonde Sänger zeigt mit den 12 Songs die er an diesem Abend spielt, dass er ruhig und emotional aber auch mal laut und energetisch sein kann. Sein letztes Lied, bei dem Gracie alleine und mit Gitarre auf der Bühne steht, ist das gefeierte „Last Words“ und schafft einen gelungen Abschluss. Als das Licht im Gleis 22 angeht, blickt man in zufriedenen Gesichter. Isaac Gracie hat es geschafft, dem Münsteraner Publikum einen phantastischen Abend zu bieten.



Autorin und Foto: Lisa Schulz

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