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Isländische Newcomerin Glowie mit neuer Single „Body“

Isländische Newcomerin Glowie mit neuer Single „Body“

Hat man in der isländischen Musikszene lediglich die Wahl zwischen ätherischem Traumtänzer-Indiepop und Trap-Musik? Sara Pétursdóttir aka Glowie beweist, dass es auch anders geht: die 21-jährige Sängerin und Songwriterin entsagt allen popmusikalischen Regeln und Klischees des Inselstaats und beschreitet ganz einfach ihre eigenen Wege. Mit ihrer honigsüßen Stimme und einem düsteren, R&B-angelehnten Pop-Stil scheint sie geradezu prädestiniert zu sein für künftigen Welterfolg.

Glowie ist in Reykjavik geboren und aufgewachsen. Wenn sie nicht gerade im Studio ist oder in ihrem Lieblingsplattenladen herumwühlt, unternimmt die nachdenkliche junge Frau gerne Spaziergänge mit ihrem geliebten Hund Fatima durch die nahegelegenen Kiefernwälder, im Schatten des Mount Esja. Dort genießt sie die Stille. Man kann sich durchaus isoliert fühlen in Island, doch Glowie kommt diese Einsamkeit wie gerufen.

In den Kinderzimmern ihrer älteren Geschwister erhielt sie die ganze musikalische Früherziehung, die sie brauchte: ihr Bruder beschallte sie mit Outkast, JT und Craig David, bei ihrer Schwester liefen J.Lo, Sugababes und Destiny’s Child. Der Neunziger-Jahre-Einfluss ist bis heute in ihrem Leben sichtbar, sei es beim Blick auf ihre beeindruckende CD-Sammlung, ihre Puffer-Jacke oder in ihren mit Latzhosen gefüllten Kleiderschrank. „Meine ganze Familie liebt Musik und als Jüngste habe ich alles in mich aufgesaugt“, erinnert sie sich. „Es war alles so aufregend“. Ihre Eltern verabreichten ihr überdies eine Gesunde Dosis Gospel und Stevie Wonder. „Als Teenager saß ich am liebsten in meinem Zimmer und hörte Frank Sinatra. Es war verrückt! Ich hatte keine Freunde!“

Als bekennender ADHS-Außenseiter mit unausgewogenem Emotionshaushalt wurde Glowie schnell das bevorzugte Ziel von Schul-Bullies. Dies führte dazu, dass sie eine zunehmend ungesunde Beziehung zu ihrem eigenen Körper entwickelte und ein von Unsicherheit geprägtes Leben führte. Schon früh lernte sie, dass es hilfreich war, ihre Gefühle in Form von Kunst auszudrücken. Glowie weiß genau, wie wichtig es ist, auf sich selbst acht zu geben, sowohl in physischer als auch mentaler Hinsicht. Sie ist sich auch ihre Verantwortung als Identifikationsfigur unzähliger weiblicher Teenager in ganz Island bewusst und ist als stolze Feministin nicht nur daran interessiert, Positivität zu propagieren, sondern möchte sowohl via Social Media als auch durch ihre Musik ungeschminkte Wahrheiten mitteilen. „Kunst ist nicht nur dazu da, nett auszusehen, Kunst soll dafür sorgen, dass du etwas empfindest“, verkündete sie Anfang 2018 bei Instagram. „Ich habe genug davon, für andere Menschen nett auszusehen und mich so zu verhalten, damit mich die Leute mögen. Dieses Jahr werde ich nicht mehr makellos sein, ich werde ich sein, glücklich und emotional. Ich werde malen, singen, tanzen und mir den Arsch aufreißen, was meine Arbeit angeht.“

Von den ätherischen Landschaften Islands ist Glowie jetzt nun nach London gezogen, wo sie hart an ihrem Debüt-Release “Body” gearbeitet hat: einer Hymne, die zusammen mit Julia Michaels geschrieben wurde und Body Positivity und Schönheit in all ihren Formen feiert. Begleitet wird der Song von einem Lyric-Video, welches seine Kernbotschaft unterstreicht.

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Presse: Nordic by Nature / Foto: Nina Paul


 

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