Es ist ein Tag, wie er im Buche stehen könnte: ein stressfreier Samstag, der wolkenlose blaue Himmel, die strahlende Sonne. Was einen solchen Wochenendtag noch besser machen könnte? Definitiv ein Konzert am Abend. Wer heute im Düsseldorfer zakk spielt, ist dank zahlreicher Bandshirts der wartenden Menschen leicht zu erkennen: ITCHY.

Vor Konzertbeginn platzt der überschaubare Außenbereich des Kulturzentrums aus allen Nähten, man lacht, trinkt Bier. Doch schon der Support ist Grund genug, das sommerliche Ambiente gegen den warmen Konzertraum zu tauschen. Die eigentlich eingeplanten Vizediktator mussten leider kurzfristig absagen, doch mit der Alex Mofa Gang als Ersatz irgendwie verkraftbar, nicht? Rund 30 Minuten heizen die Berliner Punkrocker das Düsseldorfer Publikum an. Am Ende des Sets stagedived Sänger Sascha auf einem zusammengeklappten Bügelbrett – das passiert auch nicht alltäglich.

„But where can you go when there’s nowhere to go? When you’re left all alone an your world is back home?“

Als um 21 Uhr Sibbi, Panzer und Max die Bühne betreten, gibt es für ihre Fans kein Halten mehr, ebenso wenig für die Band selbst. Das harmoniert hier einfach vom ersten Akkord an bis zum letzten Song der Zugabe. Im Rahmen ihrer „All We Know„-Tour, das gleichnamige großartige Album erschien im letzten Sommer, beglücken die deutschen Pop-Punk-Ikonen das Rheinland.

Dass ITCHY nicht irgendeine Band sind (bis zum letzten Jahr hießen sie noch Itchy Poopzkid), sondern eine besondere, zeigt sich eindrucksvoll durch die Anwesenheit ganzer ITCHY-Fanklubs, von denen einer sogar eine riesige Fahne dabei hat. Voller Enthusiasmus schwingt der Fahnenträger diese die kompletten 90 Minuten lang, crowdsurft sogar mit ihr und bekommt von der Band die ehrenvolle Aufgabe, einen Song einzuzählen.

„Why still bother, when we all ignore each other?“

Das Publikum, von Teenagern bis zur Ü50-Fraktion ist es heute bunt gemischt, ist beeindruckend textsicher. Ob nun „Fall Apart“ vom neusten Album, DER ITCHY-Klassiker „Why Still Bother“ oder der besonders schöne Song „Kings & Queens„, auf die Fans ist Verlass. Auch die Aufforderung, seinen Nebenmann und -frau in den Arm zu nehmen, ob man sich nun kenne oder nicht, lässt sich hier niemand zwei Mal sagen. Es wird gemeinschaftlich gesprungen, bis die Temperatur im zakk tropische Ausmaße annimmt.

Während „The Sea“ sitzt man kollektiv auf dem klebenden Hallenboden, die großen Lichter werden ausgeschaltet, stattdessen gibt es zahlreiche Wunderkerzen und weniger romantische Handylichter, doch das Gesamtbild macht es. Panzer und Sibbi stehen in mitten der sitzenden Masse, es ist ein Moment, den man so schnell nicht vergessen möchte.

„Let’s go hang out by the sea, life get’s easier with me, just imagine how our days could be.“

Der heutige Abend ist ein Mitmachabend, ganz klar. Die Band bindet sein Publikum ein, wo es nur möglich ist – und wenn es nur die amüsanten Ansagen zwischen den einzelnen Songs ist, die zu allgemeinem Lachen führt. Beim Closer „Down Down Down“ wird nochmal einiges gefordert: Panzer hält Schilder in die Luft, die das Publikum zu verschiedenen Arten des Mitsingens auffordert. Lauter, leiser – kein Problem. Beim „PFEIFFEN“ jedoch funktioniert das plötzlich gar nicht mehr so gut, sorgt aber noch einmal für großes Gelächter. Insgesamt bleibt es ein Abend, dem man wohl noch lange mit einem breiten Grinsen im Gesicht verbinden wird.



Autorin & Photocredit: Anna Fliege

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