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James Bay ist zurück mit Electric Light

James Bay ist zurück mit Electric Light

Ganze drei Jahre hat uns James Bay auf sein neues Album warten lassen, teaserte uns aber bereits seit einer Weile immer wieder mit Singles auf das neue Werk.

Nun ist Electric Light endlich da wartet mit 12 grandiosen Tracks auf. Nur 12? Aber es gibt doch „14“ Titel. – Ja, denn das Album beinhaltet auf der Tracklist ausnahmsweise auch ein Intro und ein Interlude, was für die allermeisten eher selten geworden ist. Und so leiten uns die ersten 58 Sekunden mit dem Dialog eines Paares ein, das sich seiner Liebe nicht zu 100% bewusst zu sein scheint.

I don’t know how I feel about…this…US

Die Haare kürzer, der Romantiker weicht dem Rocker und die Gitarren sind ebenfalls wieder mit dabei. Doch dieses Mal ein weniger wilder, ausgelassener und deutlich präsenter als zuvor. Fast ein bisschen Retro-Charme der hier und da aufflackert. Der Song“ Wasted On Each Other“ setzt da an, wo sein letztes Album „Chaos And The Calm“ aufhört.

Die erste Hälfte des Albums baut dabei auf Vielfältigkeit. Ganz ohne Balladen kommt selbst der rockigste Songwriter nicht aus und so präsentiert James Bay mit „Wild Love“ und „Us“ gleich zwei Kuschelnummern, die eine beatlastig-modern, die andere episch dramatisch. Aber nichts zum träumen, eher zum zusammen verliebt wild tanzen.

Ein bisschen elektrisch wird es tatsächlich auch noch, klingt „Pink Lemonade“ dabei eher nach 80s Garage-Rock mit dezentem Elektro-Einfluss, schlägt das Album mit „In My Head“ eine völlig andere Richtung ein und überrascht mit choralem Disco-Indie-Pop.

Das zuvor angekündigte, 01:02 Min. lange Interlude ist eine gelungene Überleitung zum zweiten Teil des Albums, rafft man sich noch mal auf, um konzentriert der Geschichte zu lauschen.

Zum absoluten Wohlgefallen ist die zweite Hälfte weniger experimentell und klingt gewohnter und mehr nach dem bekannten James Bay Stil. „Just For Tonight“ entlockt dann auch nochmal ein Fusswippen. „Wanderlust“ und „I Found You“ sind die klassischen Füllsongs, die jedes Album mit sich bringt. Nichts was einen aus den Socken haut, aber irgendwie doch „nicht so schlecht“.

Ein weiteres Highlight wartet direkt im Anschluss! Mit „Sugar Drunk High“ wird nochmal ganz tief in die Theatralikkiste gegriffen und mächtig inszeniert. Die Songs die man sich nach dreijähriger Abstinenz wünscht.

Mit „Stand Up“ revidiere ich dir zuvor geäußerte Begeisterung aber sodann auch wieder. Auch wenn man sich nach langer Zeit verändern und neu ausprobieren möchte, muss man sich komplett um 180 Grad wenden. Der Song ist einfach zu viel des Guten.

See Also

Und wo wir gerade bei Veränderungen und neuen Stilen sind, kommt da auch noch „Fade Out“ um die Ecke. R‘n‘B-ish angehaucht und irgendwie zu cool um ausgeblendet zu werden, aber irgendwie auch nicht das was man von James Bay erwartet.

Bekanntermaßen behält man den Schluss am längsten im Gedächtnis und so bekommen wir überraschenderweise keinen „Nummer-Sicher“ Rock-Titel präsentiert, sondern eine minimalistisch interpretierte Ballade, mit hohem Pianoanteil und einem Chor. Der Song endet mit einem Zitat und somit auch diese Review.


„The weight of the world is love
Under the burden of solitude, under the burden of dissatisfaction the weight
The weight we carry is love
And so must rest in the arms of love at last, must rest in the arms of love“



Autor: Dominik Huttner Foto: Universal Music

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