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JEREMIAS veröffentlichen „mit mir“ – und treffen damit genau den Nerv der Zeit

JEREMIAS veröffentlichen „mit mir“ – und treffen damit genau den Nerv der Zeit

JEREMIAS haben einen Song über die Isolation geschrieben – ohne zu wissen, wie passend er wenige Zeit werden würde. Die Liebeskummer-Ballade „mit mir“ der jungen Band spricht aus dem Herzen und drückt ordentlich auf die Tränendrüse. Echt wahres Trostpflaster, während man sehnsüchtig aus dem Fenster guckt.


Es ist kaum länger als einen Monat her und scheint doch schon so unendlich weit weg: JEREMIAS beenden am 29. Februar ihre Tour im brechend vollen Berliner Musik & Frieden. Über 400 Fans tanzen, schwitzen und liegen sich freudestrahlend in den Armen, die Aftershowparty zieht sich bis zum Morgengrauen. Was für eine Zeit liegt da hinter dem jungen Quartett!

Und dann ändert sich alles. Zwei Tage nach Tourende gibt es den ersten bestätigten Corona-Fall in Berlin, dort, wo man gerade noch zusammen gefeiert hatte. Und auch in ihrer Heimatstadt Hannover ist das Virus angekommen, noch bevor die Band selbst zurück ist. Was seitdem geschieht, geht auch an JEREMIAS nicht spurlos vorbei.

Während man eben noch mitten in den Planungen für die kommende Festivalsaison war, werden bald schon Fotoshootings und Videodrehs vertagt und schließlich ganz abgesagt. Mit den neuen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus trifft sich auch die Band immer weniger: „Wir befinden uns momentan alle in Quarantäne und sehen lediglich unsere Oberkörper durch die Screens“, erzählen sie. „Zwar wohnen wir nicht weit voneinander weg, allerdings ist es uns ein Anliegen sobald wie möglich wieder auf Bühnen und im Proberaum stehen zu können – auch deshalb nehmen wir die Sache sehr ernst.“ Und so erscheint ihre neue Single „mit mir“ heute ganz ohne Video.



Die veröffentlichte Aufnahme ist die erste Demo, die von dem Song entstanden ist. Das war letztes Jahr im September. Pragmatisch festgehalten, nachdem lediglich eine ungefähre Skizze des Songs feststand. Dass damit die Emotionen am ehrlichsten, authentischsten und nahbarsten sind, ist uns erst im Laufe der Zeit aufgefallen“, erzählt Sänger Jeremias Heimbach.

Tatsächlich ist der Song ein tief berührender Abschiedsmoment, ein taumelnder, atemloser Augenblick der Ohnmacht, der das schockstarre Gefühl nach einer Trennung beschreibt: „Plötzlich ist man allein im Raum und wird sich dessen erst nach und nach bewusst. Der große Schmerz und das Rumgeheule bleiben noch aus. Die Benommenheit ist alles, was da ist.

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Bevor all das tatsächlich auch wieder live zu erleben sein wird (dann in wohl noch viel größeren Clubs) bleibt die ungewisse Zeit, die vor uns liegt. Und die wird die Band weiter nutzen. „Wir stehen in keinster Weise still“, betonen sie. Und wenn man den Enthusiasmus von Jeremias, Oliver, Ben und Jonas mit der Tatsache zusammennimmt, dass ihre Debüt-EP bereits vor einem halben Jahr erschienen ist, dann darf man aus diesen Worten sicher schließen, dass es schon sehr bald wieder Neuigkeiten gibt.

Bis dahin bleibt „mit mir“. Und das ist – bei aller Untröstlichkeit – ein echtes Glück.


Presse: Caroline International / Photocredit: Isabel Hayn

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