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Joji & „Nectar“: Das Internet-Phänomen

Joji & „Nectar“: Das Internet-Phänomen

Joji ist ein Internet-Phänomen. Bekannt wurde er bereits in den frühen Jahren Youtubes, als Filthy Frank und PinkGuy, und steckt damit hinter dem Harlem Shake. Seitdem hat der Amerikaner mit japanischen Wurzeln eine 180-Grad-Wanderung unternommen – vom ulkigen Comedy-Star, zum nachdenklichen Lo-Fi-Hip-Hop-Artist.

Ein Artikel von Carla Rosocha –  Er ist aber noch genauso prominent wie immer im Internet vertreten: Gimme Love ist einer dieser Songs, der sich seit Monaten immer wieder in TikTok Videos findet. Der lässt sich außerdem auf dem dritten Studioalbum Jojis finden: Nectar erschien nach einigem Verschieben endlich Ende September dieses Jahres.

Das Album besteht, wie von Joji gewohnt, zum Großteil aus melodramatischen Hip-Hop- / RnB-Songs. Es beinhaltet nicht weniger als 17 Songs: Mit Ew – beginnt das Album vielversprechend, mit hoher Stimme und einem Geigen-Durcheinander zum Ende des Tracks, zeigt der Künstler, dass er sich auch stimmlich weiterentwickelt hat. Mit Teach me to love, just to let me go bricht er direkt zu Beginn die Herzen aller HörerInnen.

Daylight sticht mitten aus den dramatischen Liebesliedern hervor, denn es ist ein Pop-Song. Und ein sehr gelungener sogar. Dafür hat sich Joji auch niemanden geringeren als Diplo zur Hilfe genommen. Dazu featured das Album noch einige vielversprechenden Indie-Künstler, wie Omar Apollo oder BENEE, erwähnenswert hiervon ist hauptsächlich Afterthought, das letztere Künstlerin featured.

Ein traurig-schönes Highlight kommt fast am Ende mit Like You Do und in Klavierbegleitung . if you ever go, all those songs that we liked, will sound like bittersweet lullabies. Es ist schon ein bemerkenswertes Talent, dass Joji im Konzipieren von bedrückenden Texten hat.

Etwas unpassend nach dem vorherigen Song, aber letztendlich schließt Your Man als letzter Track das Album ab, der an einen Dance-Track angelehnt ist. Das macht den Song aber nicht weniger beachtenswert. In der Masse an melodramatischen Songs sticht dieser mit am meisten hervor.

Das Album ist gut, aber zu lang. Die Generation TikTok wird sich schwer tun, die Aufmerksamkeitsspanne aufzubringen und sich durch die 17 Songs zu hören, ohne den ein oder anderen Song zu skippen, obwohl auf dem Album sehr interessante Künstler zusammenkommen und geniale Songs dabei sind (Ew, Daylight, Mr. Hollywood, Your Man, Like You Do).

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