„Schrei es raus“, so heißt die deutschlandweite Club-Tour sowie das aktuelle Album von Joris. Das Konzert im vollem FZW in Dortmund gestaltete sich voller eindrucksstarken Momente.


Ein Artikel von Sarah Kaiser – Als Opener hatte Joris Kelvin Jones im Gepäck. Der aus Simbabwe stammenden und in London aufgewachsene Singer-Songwriter stimmt nur mit seiner Akkustikgitarre bewaffnet, erstmal ruhige Töne an. Doch nachdem Kelvin seinen Song „Call You Home“ zum besten gibt, zieht er direkt das Publikum in seinen Bann. Auch bei „Only Thing We Know„, den man aus dem Radio kennt, können viele der rund 1000 Zuhörer mitsingen. Nachdem Lotte, Max Prosa und Mister Me schon für Joris als Support in anderen Städten spielen durften, reiht sich damit ein weiterer toller Künstler in die Liste der Support-Acts ein.

Nach einem stimmungsvollen Intro tauchte Joris, auf der zunächst dunklen Bühne, dann von hinten beleuchtet, als Schattenriss auf. Bereits bei seinen ersten Takten spürte man die Energie und die Spielfreude seiner 4-köpfigen Bandmitglieder. Einer seiner ersten Songs auf der Bühne war der Titelsong seines Debütalbums „Hoffnungslos hoffnungsvoll„, bei dem Joris unter Strobolichtern auf sein Klavier klettert, um dann bei der Song-Zeile „… und ich spring, wenn ich springen soll“ auch wirklich im hohen Bogen zurück auf die Bühne zu springen.

Nicht nur dieser Moment sorgt in Dortmund für eine absolute Gänsehaut. Ebenfalls der beeindruckende Lichtaufbau, der passend auf alle Songs abgestimmt war unterstüzte die Leidenschaft und Intensität der Show. Ebenfalls beeindruckend fand ich die Arrangements der Songs, die zum Teil nur akustisch, dann wieder mit voller Bandbesatzung oder auch in einer extra Live-Version mit selbstgebauten Instrumenten in Szene gesetzt wurden. Da dienten Weingläser, eine alte Schreibmaschine, leere Flaschen oder ein Harmonium zum Bau der „FK 3000“.

Höhepunkte des Konzertabends waren auch seine Songs „Im Sommerregen“, „Feuerwesen“ oder „Schneckenhaus“. Joris zeigte sich absolut publikumsnah. Er gab sich authentisch und bezog die Besucher immer wieder mit ein. Das zeigte sich an seinem Appell für Menschlichkeit und Tolzeranz, bei dem man eine Stecknadel hätte fallen hören können, denn so tief waren die Zuhörer davon beeindruckt. Später lief er mit „Hey, hey, hey!“ mitten durchs Publikum um auf die Empore des FZW zu gelangen. Von dort aus ermunterte er die Leute, für das Projekt „viva con aqua“ zu spenden, die für sauberes Trinkwasser, Pfandbecher sammlen.

Zum Grand-Finale und absolut emotional, nur mit einer Grubenlampe beleuchtet, saß der 28-jährige Ostwestfale an seinem Klavier und spielte bei absoluter Stille den wohl wichtigsten Song des Abends. Denn nur nirgendwo sonst passt er so gut wie im Revier. Mit „Glück auf“ verabschiedede er sein begeistertes Publikum in die Nacht und beendet damit ein wundervolles, fast handyfreies und mit Liebe geplantes Tour-Clubkonzert. Wer noch die Möglichkeit hat, eines seiner Konzerte zu sehen, sollte sich das auf jeden Fall nicht entgehen lassen.



Autorin und Foto: Sarah Kaiser